Vorsicht: XRP-Wale schicken Coins zu Binance

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Vorsicht: XRP-Wale schicken Coins zu Binance (Foto KI generiert)
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XRP steht erneut unter Beobachtung der On-Chain-Händler. Daten aus einer aktuellen CryptoQuant-Auswertung zeigen bei Binance einen Zufluss von rund 260.000 XRP aus der Gruppe größerer Transfers zwischen 100.000 und einer Million XRP, während in diesem Segment zuletzt keine entsprechenden Abflüsse registriert wurden. Das erhöht kurzfristig das Risiko zusätzlichen Verkaufsdrucks, ist allein aber noch kein Signal für einen bevorstehenden Abverkauf.

Der Zeitpunkt ist dennoch heikel. XRP handelt aktuell bei rund 1,39 bis 1,40 US-Dollar und damit direkt an einer technisch wichtigen Zone. Gleichzeitig notiert Bitcoin wieder unter 80.000 US-Dollar. Schwächelt der Gesamtmarkt weiter, könnten zusätzliche XRP-Zuflüsse zu Börsen schneller auf den Kurs durchschlagen.

Warum die 260.000 XRP noch kein Abverkaufssignal sind

Transfers auf eine Börse wie Binance werden häufig als potenziell negativ interpretiert, weil dort gehaltene Coins grundsätzlich schneller verkauft werden können. Eine Einzahlung bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die XRP tatsächlich auf den Markt geworfen werden.

Hinzu kommt die Größenordnung. Bei einem XRP-Kurs von etwa 1,40 Dollar entsprechen 260.000 XRP einem Wert von nur rund 364.000 US-Dollar. Für sich genommen ist das im liquiden XRP-Markt kein außergewöhnlich großer Betrag.

Wichtiger ist deshalb der längerfristige Verlauf der Wal-Aktivität. Laut der CryptoQuant-Auswertung sind sowohl Zu- als auch Abflüsse dieser größeren Wallet-Gruppe seit Juli vergleichsweise ruhig geblieben. Frühere Phasen zeigten deutlich stärkere Ausschläge. Von einer aggressiven Verteilung durch große Anleger lässt sich deshalb bislang ebenso wenig sprechen wie von einer starken Akkumulation.

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Quelle Cryptoquant

Auch der in der Analyse betrachtete Aroon-Indikator spricht noch nicht für einen klaren Trendbruch. Der kurzfristige Aufwärtstrend bleibt demnach grundsätzlich intakt. Das Bild ist damit eher neutral bis leicht negativ: Es gibt ein Warnsignal, aber noch keine Bestätigung.

Diese Marke entscheidet jetzt über Erholung oder neuen Druck

Entscheidender als der einzelne Wal-Transfer dürfte deshalb die Reaktion des XRP-Kurses auf die nächsten Unterstützungen werden.

Die Zone um 1,35 Dollar ist derzeit besonders wichtig. Dort verläuft nach aktuellen technischen Auswertungen auch der 200-Tage-EMA. Solange XRP oberhalb dieses Bereichs bleibt, ist die Erholungsstruktur seit dem August-Tief nicht grundsätzlich gebrochen. Auf der Oberseite wartet dagegen bereits bei etwa 1,43 Dollar der erste Widerstand. Darüber folgt zwischen ungefähr 1,45 und 1,54 Dollar eine deutlich stärkere Angebotszone.

Damit entstehen zwei klare Szenarien: Hält XRP die Region zwischen 1,35 und 1,40 Dollar und gehen die Binance-Zuflüsse wieder zurück, verliert das aktuelle Wal-Signal an Bedeutung. Ein Anstieg über 1,43 Dollar würde den Käufern zusätzlichen Spielraum in Richtung 1,50 Dollar verschaffen.

Kritischer wäre dagegen eine Kombination aus mehreren Tagen deutlich erhöhter Nettozuflüsse zu Binance und einem nachhaltigen Bruch der 1,35-Dollar-Marke. Dann würde sich das On-Chain-Warnsignal mit einer technischen Schwäche verbinden. Als nächste größere Auffangzone käme in diesem Szenario der Bereich um 1,25 bis 1,30 Dollar stärker in den Fokus.

ETF-Nachfrage liefert noch ein Gegengewicht

Gegen einen unmittelbar bevorstehenden starken Abverkauf spricht weiterhin die institutionelle Nachfrage. US-amerikanische Spot-XRP-ETFs haben seit ihrem Start kumuliert rund 1,68 Milliarden US-Dollar an Nettozuflüssen eingesammelt. Allerdings hat das Tempo zuletzt deutlich nachgelassen: Für die Woche bis zum 4. September wurden nur noch rund 19 Millionen Dollar an Zuflüssen gemeldet, nachdem es in der vorherigen Woche noch mehr als 110 Millionen Dollar gewesen waren.

Auch Bitcoin bleibt ein wichtiger Faktor. BTC handelt derzeit unterhalb von 80.000 Dollar und hat zuletzt ebenfalls Verkaufsdruck erlebt. Sollte Bitcoin seine jüngste Schwäche ausweiten, dürfte es für XRP schwieriger werden, sich gegen steigende Börsenzuflüsse zu stemmen.

Für XRP steht damit weniger der einzelne Transfer von 260.000 Coins im Mittelpunkt als das, was danach passiert. Mehrere Tage mit deutlich steigenden Nettozuflüssen und ein Fall unter 1,35 Dollar wären das wesentlich stärkere Warnsignal. Drehen die Wal-Flows dagegen wieder zugunsten von Abflüssen und XRP erobert 1,43 bis 1,50 Dollar zurück, würde sich das Bild zugunsten der Käufer verschieben.

Noch steht die Ampel deshalb nicht auf Rot. Doch 1,35 Dollar ist die Marke, an der aus einem kleinen Wal-Warnsignal echter Verkaufsdruck werden könnte.


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