In Florida haben Bundesstaatsanwälte Anklage in einem Betrugsfall rund um digitale Konten und Krypto-Wallets bekanntgegeben. Im Mittelpunkt steht Trenton Richard David Johnston. Ein späterer Gerichtsvermerk führt nun auch eine Plea Agreement für ihn auf.
Wer angeklagt ist und worum es geht
Johnston ist kanadischer Staatsbürger. Er war 19 Jahre alt, als die Bundesstaatsanwälte im Southern District of Florida am 11. Mai die Anklage bekanntgaben. Nach Angaben der US-Staatsanwaltschaft hatte er sein Visum überzogen und hielt sich unrechtmäßig in den USA auf.
Die Ermittler beschuldigen Johnston, ein Betrugssystem betrieben zu haben, das auf digitale Konten und Krypto-Wallets abzielte. Angeklagt wurde er wegen Verschwörung zum Wire Fraud sowie wegen Verschwörung zur Geldwäsche. Bei einer Verurteilung wegen der ursprünglichen Vorwürfe drohten ihm bis zu 20 Jahre Haft wegen der Wire-Fraud-Verschwörung und bis zu 20 Jahre wegen der Geldwäsche-Verschwörung.
Ein späterer Gerichtsvermerk führte am 9. Juni eine Plea Agreement für Johnston auf. Das US-Justizministerium betont, dass eine Anklage nur ein Vorwurf ist. Alle Angeklagten gelten bis zu einem rechtskräftigen Schuldspruch als unschuldig.
Interessant: Gefahr bei BTC-Kurs von 72.462
So soll die Masche funktioniert haben
Johnston und nicht namentlich genannte Mitverschwörer sollen sich als Support-Mitarbeiter eines großen Suchmaschinenanbieters und von krypto-bezogenen Unternehmen ausgegeben haben. Nach Darstellung der US-Staatsanwaltschaft bestand das Ziel darin, Opfer von einer angeblichen Gefährdung ihrer Konten zu überzeugen. So sollten die Täter Zugriff erhalten und Vermögenswerte verschieben, bevor die Betroffenen reagieren konnten.
Die mutmaßlichen Taten sollen Verluste von mehr als 13 Millionen US-Dollar verursacht haben.
Mitangeklagter in Miami und beteiligte Behörden
Brandon Michael Tardibone ist 28 Jahre alt und lebt in Miami. Er wurde separat beschuldigt, Johnston wissentlich beherbergt zu haben, während dieser sich unrechtmäßig in den USA aufhielt. Tardibone soll Johnston in einer luxuriösen Immobilie im Raum Miami Unterkunft gewährt haben, um ihm beim Entziehen vor den Einwanderungsbehörden zu helfen.
Tardibone wurde wegen Verschwörung zur Geldwäsche und Beherbergung eines Ausländers in den USA angeklagt. Bei einer Verurteilung drohten ihm bis zu 20 Jahre Haft wegen der Geldwäsche-Verschwörung und bis zu 10 Jahre wegen der Beherbergungsanklage.
Johnston und Tardibone sollen zudem Erlöse durch Finanztransaktionen gewaschen haben, um Herkunft und Art der Gelder zu verschleiern. Außerdem sollen sie mehr als 1 Million US-Dollar aus illegalen Erlösen für Luxusfahrzeuge, hochpreisigen Schmuck sowie Nachtleben und Unterhaltung verwendet haben.
Die Ermittlungen werden von HSI Miami geführt. Beteiligt sind außerdem das Office of Inspector General der Federal Deposit Insurance Corporation, IRS Criminal Investigation, US Customs and Border Protection und das Golden Beach Police Department. Die Anklage wird von den Assistant US Attorneys Jackson K. Dering V und Robert F. Moore geführt.