Trump-Media-Wallets: 2.650 BTC bei Crypto.com – Verkauf?

Trump-Media-Wallets: 2.650 BTC bei Crypto.com – Verkauf?
Trump-Media-Wallets: 2.650 BTC bei Crypto.com – Verkauf? (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Eine größere Bitcoin-Bewegung rund um Trump Media sorgt wieder für Diskussionen: Mit der Einzahlung von 2.650 BTC im Wert von etwa 205 Millionen US-Dollar auf Crypto.com vermuten einige Beobachter, dass das Unternehmen hinter Truth Social erneut Bitcoin aus seiner Treasury verkauft haben könnte. Bestätigt ist ein Verkauf allerdings nicht, und genau diese Unsicherheit treibt die Spekulationen jetzt an.

2.650 Bitcoin auf Crypto.com verschoben: Verkauf oder nur Umbuchung?

On-Chain-Tracker registrierten, dass Trump-Media-nahe Wallets am 22. Mai zwischen etwa 01:22 und 02:22 GMT insgesamt 2.650 Bitcoin bei Crypto.com eingezahlt haben. Zum Zeitpunkt der Transaktion lag der Bitcoin-Kurs bei rund 77.300 US-Dollar, was den Transferwert auf ungefähr 205 Millionen US-Dollar bringt.

Das Analyse-Konto Lookonchain stellte daraufhin die Frage, ob hier tatsächlich eine weitere Tranche verkauft wurde. Hintergrund: Laut den Angaben kaufte Trump Media zuvor insgesamt 11.542 BTC für rund 1,37 Milliarden US-Dollar, zu einem durchschnittlichen Einstiegspreis von etwa 118.522 US-Dollar pro Bitcoin. Dieses Niveau liegt deutlich über dem Kurs zum Zeitpunkt der jetzigen Einzahlung, was einen potenziellen Verkauf besonders brisant erscheinen lässt.

Wichtig ist aber: Eine Einzahlung auf eine Börse ist noch kein Beleg für einen Verkauf. Sie kann auch andere Gründe haben, etwa Umstrukturierungen in der Verwahrung, das Hinterlegen von Sicherheiten oder interne Treasury-Prozesse.

Warum der Markt vorsichtig ist: Frühere BTC-Bewegung war offenbar eine Absicherung

Genau diese Einschränkung betonte auch der CryptoQuant-Analyst Axel Adler Jr.: Die 2.650 BTC wurden zwar auf Crypto.com eingezahlt, ein Verkauf sei jedoch unbestätigt. Das ist deshalb relevant, weil eine frühere Bewegung von 2.000 BTC später nicht als Spot-Verkauf eingeordnet wurde, sondern als Teil einer Absicherungsstruktur.

In früheren Unternehmensangaben war von sogenannten Collar-Hedges auf 4.000 BTC die Rede. Dabei wurden 2.000 BTC als Sicherheit bei einer Gegenpartei hinterlegt, inklusive Rehypothecation-Rechten. Das bedeutet vereinfacht: Der Sicherungsgeber darf die hinterlegten Coins unter bestimmten Bedingungen weiterverwenden. Solche Konstruktionen können auch Bilanzfolgen haben, bis hin dazu, dass die betreffenden Assets nicht mehr im gleichen Umfang als eigener Bestand ausgewiesen werden.

Arkham schätzt, dass die sichtbaren On-Chain-Bestände nach der aktuellen Einzahlung auf etwa 6.889 BTC gefallen sind, bewertet mit rund 533 Millionen US-Dollar. Auch das ist ein Grund, warum das Thema so aufmerksam verfolgt wird: Bei großen, öffentlich zugeordneten Wallets reagieren Marktteilnehmer oft sofort, noch bevor offizielle Dokumente erscheinen.

Bitcoin-Treasury als Risiko: Hohe Einstiegskurse, hoher Druck auf die Bilanz

Trump Media hatte seine Bitcoin-Treasury-Strategie im Mai 2025 öffentlich gemacht. Finanziert wurde das Vorhaben über eine Privatplatzierung, unter anderem mit rund 1,5 Milliarden US-Dollar in Aktien sowie 1 Milliarde US-Dollar in 0,00% Wandelanleihen. Als Verwahrer wurden damals Crypto.com und Anchorage Digital genannt. Vor diesem Hintergrund hat jeder Transfer zu Crypto.com eine besondere Signalwirkung.

Dass die Bewegungen genau beobachtet werden, liegt auch an den Zahlen aus dem ersten Quartal 2026: Trump Media meldete insgesamt rund 2,2 Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten und etwa 2,1 Milliarden US-Dollar an Finanzvermögen, zugleich aber einen Nettoverlust von 405,9 Millionen US-Dollar. Ein großer Teil davon wurde als nicht zahlungswirksamer Verlust erklärt, unter anderem durch nicht realisierte Verluste auf digitale Assets sowie Effekte aus verpfändeten Digitalbeständen.

In der Krypto-Community fielen die Reaktionen entsprechend hart aus. Einige deuten die Einzahlung als mögliches „Kapitulations“-Signal, andere warnen davor, voreilig von einem Verkauf auszugehen, solange keine Folgebewegungen, Abflüsse aus dem Exchange-Account oder neue Unternehmensangaben das bestätigen.

Für Anleger bleibt damit vor allem eine Frage offen: Wurden die 2.650 BTC tatsächlich verkauft, als Sicherheit hinterlegt, aus Custody-Gründen verschoben oder liegen sie einfach auf der Börse? Sollte es ein Verkauf zum damaligen Kurs gewesen sein, würde die Transaktion im Vergleich zum genannten Durchschnittseinstieg einen spürbaren Verlust realisieren. Zum Zeitpunkt der letzten Kursabfrage lag Bitcoin bei etwa 77.430 US-Dollar.

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