Trotz Bitcoin-Crash kaufen Großinvestoren weiter | Coinbase

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Trotz Bitcoin-Crash kaufen Großinvestoren weiter | Coinbase (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Bitcoin ist erstmals seit Oktober 2024 wieder unter 60.000 Dollar gefallen. Für viele Anleger ist das ein klares Warnsignal, denn ein nachhaltiger Bruch dieser Zone könnte neuen Verkaufsdruck auslösen. Doch ausgerechnet große Investoren scheinen den Rücksetzer nicht als Ausstiegssignal zu werten, sondern als Gelegenheit zum Nachkaufen.

John D’Agostino, Head of Institutional Strategy bei Coinbase, sagte bei CNBC, dass institutionelle Investoren, Family Offices und staatsnahe Käufer trotz des starken Kursrückgangs nicht aus Bitcoin flüchten.

Im Gegenteil: Viele dieser Marktteilnehmer hätten sich über Monate oder Jahre mit Bitcoin beschäftigt. Wenn der Preis dann deutlich niedriger steht, werde das für sie eher attraktiver.

Besonders bemerkenswert ist D’Agostinos Einschätzung zu Käufern aus dem Nahen Osten. Nach Gesprächen mit Family Offices in den Vereinigten Arabischen Emiraten und mit staatlich verbundenen Investoren sieht er dort keine Unzufriedenheit über den Kursrückgang. Vielmehr würden diese Anleger Bitcoin nun mit Abschlag erwerben können.

Warum der Rücksetzer für Bitcoin jetzt gefährlich bleibt

Trotz dieser Aussagen bleibt die Lage angespannt. Der Bereich um 59.000 Dollar wird nun zur entscheidenden Zone. Hält Bitcoin dort, könnte der Rücksetzer als harte, aber kontrollierte Bereinigung gewertet werden. Bricht die Marke jedoch klar nach unten, droht aus technischer Sicht eine neue Verkaufswelle.

Genau darin liegt der Konflikt: Während kurzfristige Trader den Kursrutsch als Risiko sehen, betrachten langfristige Käufer denselben Rückgang als Einstiegschance. D’Agostino wollte keine konkrete Kursprognose abgeben, machte aber deutlich, dass er bei institutionellen Anlegern keine Panik erkennt.

Für Privatanleger ist diese Unterscheidung wichtig. Ein fallender Bitcoin-Kurs bedeutet nicht automatisch, dass große Adressen verkaufen. Wenn langfristige Investoren in Schwächephasen weiter akkumulieren, kann das den Markt stabilisieren. Gleichzeitig schützt es den Kurs nicht vor weiteren Rücksetzern, wenn Liquidität fehlt oder gehebelte Positionen aufgelöst werden.

Coinbase sieht stärkere Infrastruktur als in früheren Krisen

D’Agostinos wichtigster Punkt war nicht der aktuelle Bitcoin-Preis, sondern die veränderte Marktstruktur. Nach seiner Einschätzung ist die institutionelle Infrastruktur rund um Bitcoin heute deutlich stärker als in früheren Abschwüngen. Gemeint sind Handelsplätze, Verwahrung, ETF-Produkte, regulatorische Prozesse und professionelle Zugänge für große Kapitalgeber.

Gerade diese Infrastruktur sei für langfristige Investoren entscheidend. Sie wollen nicht nur einen steigenden Kurs sehen, sondern einen Markt, der belastbarer, liquider und besser reguliert wird. D’Agostino verwies dabei auch auf Bitcoin-Spot-ETFs. Trotz des starken Preisrückgangs sei weiterhin ein erhebliches ETF-Exposure vorhanden, was darauf hindeute, dass die Nachfrage nicht vollständig eingebrochen ist.

Das ist ein wichtiger Unterschied zu früheren Krypto-Krisen. Damals lösten starke Rücksetzer oft breite Vertrauensverluste aus. Heute scheint ein Teil des institutionellen Kapitals Bitcoin eher wie einen langfristigen Rohstoffwert zu behandeln: volatil, riskant, aber nicht automatisch beschädigt, nur weil der Preis stark fällt.

Was jetzt über Erholung oder neuen Druck entscheidet

Der aktuelle Verkaufsdruck kommt nicht aus dem Nichts. Höhere Zinsen, schwächere Risikobereitschaft, Verkäufe liquider Assets und Unsicherheit über die weitere Regulierung belasten den Markt. D’Agostino räumte diese Faktoren ein, sieht darin aber keine grundsätzliche Abkehr institutioneller Investoren von Bitcoin.

Auch das Thema Hebel bleibt wichtig. Während private Trader auf Offshore-Börsen mit sehr hoher Verschuldung schnell liquidiert werden können, sieht D’Agostino bei großen institutionellen Bitcoin-Haltern keine akute Zwangsverkaufszone. Das senkt zumindest das Risiko eines klar erkennbaren Dominoeffekts durch überhebelte Großinvestoren.

Für den Markt zählt jetzt vor allem eine Frage: Wird der Bereich um 59.000 bis 60.000 Dollar zurückerobert oder verwandelt sich dieser Bruch in ein neues Verkaufssignal? Solange große Käufer Rücksetzer nutzen, bleibt die Chance auf Stabilisierung bestehen. Doch wenn Bitcoin diese Zone nicht zurückholt, kann aus dem Rabatt für Institutionelle schnell ein Warnsignal für den breiten Markt werden.

Jetzt zählt genau diese Linie: Unter 60.000 Dollar ist Bitcoin nicht automatisch gescheitert, aber der Markt hat keinen Spielraum mehr für Schwäche.


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