Toss Bank testet Stablecoin-Transfers auf Solana für Überweisungen

Toss Bank testet Stablecoin-Transfers auf Solana für Überweisungen
Toss Bank testet Stablecoin-Transfers auf Solana für Überweisungen (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Toss Bank und die Solana Foundation haben eine Absichtserklärung zur Entwicklung blockchainbasierter Finanzinfrastruktur geschlossen. Im Zentrum steht ein schrittweiser Proof of Concept (PoC) für internationale Überweisungen und Abwicklung (Settlement).

In der ersten Phase soll laut The Korea Herald die technische Machbarkeit von Stablecoin-Transfers auf Solana getestet werden. Solana teilte am 22. Juni mit, dass Toss Bank das Netzwerk für einen globalen Remittance- und Settlement-PoC nutzen soll.

Wichtig: Es handelt sich um einen Infrastrukturtest, nicht um ein live verfügbares Verbraucherprodukt. Offen sind unter anderem Startzeitpunkt, erster Überweisungskorridor, Stablecoin-Emittent, Token-Auswahl, Verwahrmodell und die Frage, welche Nutzer überhaupt teilnehmen dürfen.

Warum Toss Bank auf Solana schaut

Nach Angaben von Solana hat Toss Bank rund 15 Millionen Kunden. The Korea Herald bezeichnet sie als erste südkoreanische reine Internetbank, die mit der Organisation hinter Solana kooperiert. Das ist vor allem als Vertriebspotenzial zu verstehen – nicht als Ankündigung eines Rollouts.

Zugleich betreibt Toss Bank bereits einen grenzüberschreitenden Überweisungsdienst, der laut The Korea Herald im Januar gestartet wurde. Der Service unterstützt sieben große Währungen in 30 Ländern und bietet für ausgewählte Währungen nahezu Echtzeit-Transfers sowie Sendungsverfolgung.

Auf der Live-Seite wird das Angebot als klassische Fiat-Banküberweisung dargestellt. Genau das erhöht die Messlatte für den PoC: Eine Blockchain-Abwicklung müsste im bestehenden Produkt spürbar etwas verbessern – etwa Kosten, Geschwindigkeit, Korridorabdeckung, Partnerreichweite oder operative Zuverlässigkeit.

PoC in Stufen: später auch Partner und AML/KYC

Das Vorhaben ist als gestufter Test angelegt. ETNews beschreibt es als Solana-basierten Stablecoin-Remittance-Test, bei dem in späteren Phasen auch ausländische Partner sowie Compliance-Prüfungen wie AML- und KYC-Verfahren einbezogen werden sollen.

Gerade die Erwähnung ausländischer Partner ist entscheidend: Für grenzüberschreitende Zahlungen braucht es in der Praxis Institutionen auf beiden Seiten – inklusive Cash-in- und Cash-out-Prozessen, Screening, Streitbehandlung und Treasury.

Ein bankgeführtes Modell würde es Toss Bank ermöglichen, die Kunden in der bekannten Finanz-App zu halten, während die Abwicklung über eine öffentliche Blockchain im Hintergrund läuft. Praktisch hieße das: Onboarding, Compliance, Support und Produktverpackung bleiben unter Kontrolle der Bank, während Stablecoins als Abwicklungsbaustein getestet werden.

Regulierung bleibt der Engpass – trotz Stablecoin-Druck

Wie schnell aus dem Techniktest ein Produkt werden kann, hängt stark von der Regulierung ab. Die südkoreanische Financial Services Commission (FSC) diskutierte im März digitale Asset-Gesetzgebung und ein bankzentriertes Modell für Stablecoin-Emission. In einer FSC-Erklärung im Januar hieß es jedoch, Details zum Emittenten und Inhalte eines zweiten Gesetzesabschnitts seien noch nicht festgelegt.

Gleichzeitig ist der Stablecoin-Markt auf Solana bereits groß: DeFiLlama weist Stablecoins im Wert von mehreren zehn Milliarden US-Dollar auf dem Netzwerk aus, wobei USDC den größten Anteil hat. Diese bestehende Liquidität kann erklären, warum eine Bank Solana für Settlement-Tests prüft – sie ersetzt aber nicht die regulatorische und operative Einbettung in ein genehmigungsfähiges Überweisungsprodukt.

Strategiechef Park Jin-hyun bezeichnete die Partnerschaft als ersten Schritt, um blockchainbasierte digitale Infrastruktur in bestehende Finanzdienste zu integrieren. Lily Liu, Präsidentin der Solana Foundation, sagte, die Zusammenarbeit könne neue Standards für internationale Überweisungen setzen, indem Vertrauen traditioneller Finanzsysteme mit der Effizienz von Blockchain-Technologie kombiniert werde.

Entscheidend für die nächsten Monate sind daher weniger Marketingaussagen als konkrete Details: Welcher Stablecoin wird genutzt, welcher Korridor startet, welche Partner übernehmen Ein- und Auszahlung, wie sieht die Verwahrung aus – und wie werden AML/KYC-Prozesse umgesetzt. Ohne diese Bausteine bleibt die Absichtserklärung ein Infrastrukturversuch mit begrenzter Wirkung für normale Überweisungskunden.

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