Strategy hat im ersten Quartal 2026 rund 89.599 Bitcoin gekauft, und das ausgerechnet in einer Phase, in der der Bitcoin Kurs schwächelte und die Stimmung im Kryptomarkt eher pessimistisch war. Laut dem Krypto Experten Adam Livingston unterschätzt der Markt noch immer, was diese Kaufgeschwindigkeit für Angebot, Nachfrage und damit auch für den Bitcoin Preis bedeuten könnte.
Warum die Q1 Käufe so ein starkes Signal sind
Aus den veröffentlichten Daten zu den Bitcoin Käufen geht hervor, dass Strategy im ersten Quartal 2026 insgesamt 89.599 BTC eingesammelt hat. Damit stiegen die gesamten Bestände auf 762.099 BTC. Es war die zweitgrößte Quartalsakkumulation in der Unternehmensgeschichte, nur das vierte Quartal 2024 lag darüber.
Livingston rechnet vor, was passieren würde, wenn Strategy dieses Tempo über längere Zeit hält. Würde das Unternehmen das Q1 Niveau drei Jahre am Stück durchziehen, könnten die Bestände bis April 2029 bei etwa 1,84 Millionen BTC liegen, das wären ungefähr 2,4 mal so viele Bitcoin wie heute. Wichtig an dieser Rechnung ist, dass sie bewusst konservativ ist: Sie geht laut Livingston davon aus, dass sich die Bedingungen am Kapitalmarkt nicht verbessern und dass auch die Nachfrage nach STRC, der variabel verzinsten Vorzugsaktie des Unternehmens, nicht zusätzlich anzieht.
Ein weiterer Punkt aus seiner Analyse: Strategy war in der Vergangenheit nicht dann am aggressivsten, wenn Bitcoin günstig wirkte, sondern oft dann, wenn Bitcoin bereits teuer war und weiter stieg. In den Kurszonen über 90.000 US Dollar kaufte das Unternehmen deutlich mehr Bitcoin als in niedrigen Preisbereichen. Der größte Kaufbereich lag dabei zwischen 90.000 und 110.000 US Dollar.
Was das für den Bitcoin Preis langfristig bedeuten kann
Livingston verbindet die Q1 Zahlen mit einer größeren These: Bitcoin selbst könnte nach seiner Sicht weiterhin unterbewertet sein, vor allem wenn man langfristige Trendmodelle betrachtet. Er verweist auf eine Rückkehr zur langfristigen Power Law Entwicklung, die Bitcoin bis Ende 2028 in einen Bereich um 360.000 US Dollar bringen würde.
Für den Markt ist dabei vor allem der Nachfrageeffekt entscheidend. Ein Unternehmen, das in einem schwierigen Quartal fast 90.000 BTC kaufen kann und zugleich strukturell dazu motiviert ist, bei steigenden Kursen noch stärker zu kaufen, wird zu einer großen, konstanten Nachfragequelle. Wenn solche Käufe auch in schwachen Phasen weiterlaufen und in Erholungen sogar zulegen, könnte das frei verfügbare Angebot schneller schrumpfen als viele Trader aktuell einpreisen.
Unterm Strich ist die Botschaft klar: Die Q1 Akkumulation war nicht nur ein weiterer Großeinkauf, sondern ein Hinweis darauf, wie stark sich die Angebotslage verschieben kann, wenn ein einzelner großer Käufer über Jahre hinweg konsequent Bitcoin vom Markt nimmt.