Bitcoin so günstig wie seit Jahren: Der echte Boden könnte noch fehlen

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Bitcoin so günstig wie seit Jahren: Der echte Boden könnte noch fehlen (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)

Bitcoin ist laut einer wichtigen Onchain-Kennzahl so niedrig bewertet wie seit Jahren. Der MVRV-Z-Score liegt nur noch bei rund 0,42 und damit gefährlich nah an der Nulllinie. Gleichzeitig lässt der unmittelbare Verkaufsdruck nach. Für einen bestätigten Boden fehlt jedoch weiterhin das entscheidende Signal: eine vollständige Kapitulation oder eine deutlich zurückkehrende Nachfrage.

Genau darin liegt das aktuelle Risiko. Bitcoin bewegt sich seitwärts zwischen 64.000 und 66.000 US-Dollar, doch der Markt hat sich noch nicht klar für eine Erholung entschieden. Die aktuelle Ruhe kann der Beginn einer Stabilisierung sein. Sie kann aber ebenso nur eine Pause vor dem nächsten Abverkauf darstellen.

Warum die niedrige Bewertung noch kein Kaufsignal ist

Der MVRV-Z-Score vergleicht den aktuellen Marktwert von Bitcoin mit dem sogenannten realisierten Wert. Dieser zeigt vereinfacht, zu welchen Preisen die im Umlauf befindlichen Bitcoin zuletzt bewegt wurden.

Ein niedriger Wert deutet darauf hin, dass Bitcoin im Verhältnis zur durchschnittlichen Kostenbasis der Anleger günstig bewertet ist. Je näher der Score an die Nulllinie fällt, desto stärker nähert sich der Markt einer möglichen Kapitulationsphase.

Aktuell liegt der Wert bei rund 0,42. Der historische Durchschnitt beträgt etwa 1,7. Damit befindet sich Bitcoin deutlich unter seinem langfristigen Bewertungsniveau.

Am 30. Juni fiel der MVRV-Z-Score sogar bis auf rund 0,185. Seitdem konnte er sich zwar etwas erholen, blieb aber während der vergangenen 30 Tage durchgehend in der Nähe der Nulllinie.

Das zeigt eine klare Unterbewertung. Ein klassischer Kapitulationsboden ist daraus jedoch noch nicht entstanden. Dafür müsste der Score in den negativen Bereich fallen. Erst dort würde die Kennzahl signalisieren, dass Anleger ihre Bitcoin in größerem Umfang zu deutlich niedrigeren Preisen verkaufen als ihrer ursprünglichen Kostenbasis.

Bitcoin ist also günstig geworden. Der Markt wurde aber noch nicht vollständig ausgewaschen.

Der Verkaufsdruck sinkt, doch neue Käufer bleiben zurückhaltend

Ein etwas positiveres Signal liefert die realisierte Gewinn-und-Verlust-Bilanz der vergangenen sieben Tage. Diese Kennzahl zeigt, ob Anleger beim Verkauf ihrer Bitcoin insgesamt Gewinne oder Verluste realisieren.

Während der Wert an 23 der vergangenen 30 Tage negativ war, ist er zuletzt wieder in den positiven Bereich gestiegen. Im Juni wurden zeitweise realisierte Nettoverluste von rund 8,5 Milliarden US-Dollar verzeichnet. Mitte Juli lag der Wert noch bei etwa minus 3 Milliarden US-Dollar.

Inzwischen beträgt die Sieben-Tage-Bilanz rund plus 239 Millionen US-Dollar. An den Tagen zuvor wurden teilweise positive Werte zwischen 400 und 500 Millionen US-Dollar erreicht.

Die Veränderung zeigt, dass der aggressive Verkauf mit Verlust nachgelassen hat. Weniger Anleger werfen ihre Bitcoin unterhalb ihrer Kostenbasis auf den Markt. Das senkt kurzfristig den Druck auf den Kurs.

Eine nachhaltige Trendwende lässt sich daraus trotzdem nicht ableiten. Dafür müsste die Kennzahl dauerhaft im positiven Bereich bleiben. Gleichzeitig müsste sich zeigen, dass neue Nachfrage den Kurs deutlich über die aktuelle Seitwärtszone trägt.

Der Markt verkauft weniger aggressiv. Er kauft aber noch nicht entschlossen genug.

Diese Marke entscheidet über Erholung oder neuen Abverkauf

Für eine echte Verbesserung müsste sich der MVRV-Z-Score deutlich von der Nulllinie entfernen. Eine Erholung in Richtung des historischen Durchschnitts von 1,7 wäre ein starkes Zeichen dafür, dass die Unterbewertung endet und wieder mehr Kapital in den Markt fließt.

Gleichzeitig müsste die realisierte Gewinn-und-Verlust-Bilanz über null bleiben. Diese Kombination würde darauf hindeuten, dass der Verkaufsdruck abnimmt und sich eine belastbare Erholung entwickelt.

Das Gegenszenario bleibt jedoch gefährlich. Fällt der MVRV-Z-Score erneut unter das Juni-Tief von 0,185 und anschließend in den negativen Bereich, würde sich die Marktlage deutlich verschlechtern. Kehren gleichzeitig die realisierten Verluste zurück, wäre eine neue Verkaufswelle wahrscheinlich.

Bitcoin befindet sich damit in einer neutralen, aber zunehmend entscheidenden Phase. Die Unterbewertung bietet langfristig eine mögliche Chance. Kurzfristig fehlt jedoch sowohl die vollständige Kapitulation als auch ein klarer Nachfrageimpuls.

Jetzt zählt die Nulllinie beim MVRV-Z-Score. Hält sie und dreht die Kennzahl nach oben, kann sich die Stabilisierung fortsetzen. Bricht sie, könnte der eigentliche Ausverkauf erst noch beginnen.

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