Das Ergebnis ist da und es fällt eindeutig aus, für Cardano.
Die DReps haben den IOG Forschungsantrag abgelehnt. Rund 87 Prozent stimmten dagegen. Trotzdem gibt Charles Hoskinson nicht auf. Im Gegenteil: Er plant eine umfassende Governance-Reform. Außerdem überlegt er, selbst als DRep zu kandidieren. Es ist eine Woche voller Konsequenzen.
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Das Forschungsbudget ist gescheitert
Am 8. Juni endete die Abstimmung über den IOG Antrag „Cardano Vision 2026: Human Centred, Scalable, Post Quantum Secure“. Das Ergebnis ist deutlich. Rund 87 Prozent der DReps stimmten dagegen. Nur 13 Prozent dafür.
Was stand auf dem Spiel? Der Antrag umfasste 32,9 Millionen ADA. Das Geld sollte die Leios-Entwicklung und die Quantensicherheitsforschung finanzieren. Beides sind zentrale Projekte für die Zukunft von Cardano.
Hoskinson hatte im Vorfeld klar gewarnt. IOG werde den Antrag nicht erneut einreichen. Außerdem drohte er mit Entlassungen. Und er betonte: Ohne dieses Budget verliert Cardano seinen wissenschaftlichen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz.
Wie geht es nun weiter? IOG hat inzwischen einen überarbeiteten Antrag über 27,7 Millionen ADA eingereicht. Dieser ist kleiner. Außerdem ist er meilensteinbasiert finanziert und steht unter unabhängiger Aufsicht. Das zeigt: IOG hat die Kritik ernst genommen und reagiert.
Hoskinson will selbst DRep werden
Das ist die überraschendste Ankündigung der Woche. Hoskinson überlegt, selbst als Delegated Representative zu kandidieren. Das würde ihm eine direkte Stimme im On-Chain-Governance-System geben.
Außerdem plant er eine Mini-Konvention vor dem Governance-Zyklus 2027. Dabei sollen alle fünf Kernorganisationen an einen Tisch kommen: IOG, EMURGO, die Cardano Foundation, die Midnight Foundation und Intersect. Das Ziel ist eine bessere Koordination. Denn bisher blockieren sich die verschiedenen Gruppen gegenseitig.
Hoskinson betont dabei: ADA-Halter sind keine passiven Investoren. Sie sind tatsächliche Eigentümer des Netzwerks. Deshalb müssen sie auch entsprechend handeln.
Leios kommt trotzdem: 23. Juni ist bestätigt
Trotz allem gibt es eine klare positive Nachricht. Das Leios-Testnetz startet am 23. Juni 2026. Das ist bestätigt.
Was bringt Leios genau? Es führt sogenannte Input Endorser und komiteebasierte Validierung ein. Dadurch soll der Durchsatz um das 10 bis 65-fache steigen. Das konkrete Ziel liegt bei über 1.000 Transaktionen pro Sekunde. Aktuell schafft Cardano etwa 10 bis 15.
Zudem hat IOG zuletzt bewiesen, dass es liefert. 16 von 18 geplanten Meilensteinen für Q4 2025 und Q1 2026 wurden erfüllt. Darunter der Start von USDCx auf Cardano und eine Speicheroptimierung, die den RAM-Verbrauch der Nodes um bis zu 80 Prozent senkt. Das sind keine leeren Versprechen.
Einordnung: Governance als größtes Risiko bei Cardano
Cardano hat ein technisches Problem gelöst. Jetzt muss es ein menschliches lösen.
Die Governance-Struktur funktioniert zwar auf dem Papier. Trotzdem zeigt die Häufung der Ablehnungen ein klares Muster. DReps stimmen wiederholt gegen Anträge der Gründungsorganisationen. Das ist einerseits ein Zeichen echter Dezentralisierung. Andererseits blockiert es wichtige Infrastrukturprojekte.
Das Grundproblem ist dabei folgendes. Dezentrale Governance braucht informierte Wähler. Viele DReps stimmen jedoch aus kurzfristigen Gründen ab. Zum Beispiel wegen des niedrigen ADA-Kurses. Hoskinson hat das mehrfach kritisiert. Er hat recht damit. Langfristige Infrastrukturentscheidungen sollten nicht von kurzfristiger Marktstimmung abhängen.
ADA notiert aktuell bei rund 0,20 bis 0,22 US-Dollar. Das entspricht einem Jahresverlust von über 40 Prozent. Der Kurs spiegelt die Unsicherheit wider. Dennoch gilt: Wer jetzt nur auf den Preis schaut, verpasst das eigentliche Bild.
Ausblick: Das kommt jetzt für Cardano
23. Juni 2026 — Leios-Testnetz-Start. Das ist der wichtigste positive Termin im Kalender. Trotz Governance-Krise kommt das Upgrade. Hier zeigt sich, ob 1.000 TPS wirklich erreichbar sind. Alles Weitere zu Leios findest du in unserem Artikel.
4. Juli 2026 — Angestrebtes Datum für den CLARITY Act im US-Senat. Bei einem Ja wäre ADA dauerhaft kein Wertpapier mehr.
Ab 9. August 2026 — Grayscale kann den Spot-ETF-Antrag offiziell einreichen. Dann beginnt das 75-tägige Prüfverfahren der SEC.
Governance-Zyklus 2027 — Hoskinson plant eine Mini-Konvention zur Reform. Bis dahin entscheidet sich, ob Cardano seine interne Blockade überwinden kann.
Cardano steckt gerade zwischen zwei Realitäten. Die Technik läuft. Die Governance knirscht. Welche Seite sich durchsetzt, entscheidet über den Wert von ADA in den nächsten Jahren. Deshalb lohnt es sich, genau hinzuschauen.