Samson Mow: Warum Strategy-Bitcoin-Verkäufe sinnvoll sein können

Samson Mow: Warum Strategy-Bitcoin-Verkäufe sinnvoll sein können
Samson Mow: Warum Strategy-Bitcoin-Verkäufe sinnvoll sein können (Foto KI generiert)
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Wenn Unternehmen Bitcoin als Teil ihrer Bilanz halten, entsteht schnell ein Glaubenssatz: Kaufen und niemals verkaufen. Doch der Bitcoin-Unternehmer Samson Mow widerspricht dieser strikten Linie. Er sagt: Sollte Strategy (früher MicroStrategy) irgendwann Bitcoin verkaufen, wäre das nicht automatisch ein Tabubruch oder das Ende der Strategie, sondern kann sogar sinnvoll sein.

Samson Mow: Verkauf kann Aktionäre schützen

In einem Beitrag auf X vom 7. Mai kritisierte Mow, dass die Debatte rund um „Bitcoin-Treasury-Unternehmen“ zu starr geführt werde. Private Anleger können es sich eher leisten, einfach zu halten. Börsennotierte Firmen stehen dagegen unter anderem unter dem Druck von Quartalszahlen, Shortsellern und schnellen Marktbewegungen.

Seine Kernthese: Es geht nicht darum, Bitcoin „für immer“ zu halten, sondern darum, den Unternehmenswert zu steigern und Anteilseigner zu schützen. Dafür brauche ein Unternehmen Handlungsspielraum. Also nicht nur kaufen, sondern je nach Situation auch verkaufen, absichern, Aktien zurückkaufen oder neue Aktien ausgeben können.

„Optionalität“ statt Selbstfesselung im öffentlichen Markt

Mow begründet das vor allem mit optionalem Handeln. Wenn ein Unternehmen öffentlich verspricht, unter keinen Umständen Bitcoin zu verkaufen, macht es sich laut ihm berechenbar. Investoren, Arbitrageure und Leerverkäufer wissen dann genau, womit sie rechnen können und wie sich das Unternehmen wahrscheinlich verhält.

Wer sich dagegen keine strikten Grenzen setzt, ist schwerer „auszuspielen“. Mow formulierte es sinngemäß so: Öffentliche Märkte seien ein Kampfplatz, und in einem solchen Umfeld brauche man alle Werkzeuge, nicht nur ein einziges.

Wichtig ist für ihn der Unterschied zwischen einzelnen Verkäufen und der Gesamtentwicklung. Ein Unternehmen könne an bestimmten Punkten Bitcoin verkaufen und trotzdem langfristig netto mehr BTC halten. Verkäufe müssen aus seiner Sicht also nicht gegen eine Akkumulationsstrategie sprechen, sondern können Teil eines Plans sein.

Beispiele: BSTR, Bitcoin-Bonds und Saylors Dividenden-Logik

Als Beispiel verweist Mow auf eine Struktur rund um „BSTR“, die mit einem klaren Rahmen arbeitet: Wenn die Aktie unter einem bestimmten inneren Wert (mNAV) notiert, könne es sinnvoll sein, Bitcoin zu verkaufen, um eigene Aktien zurückzukaufen. Die Idee dahinter: Aktionäre sollen geschützt werden, statt das Unternehmen auf eine einzige, starre Handlung festzulegen.

Außerdem erinnert Mow an seine früheren Konzepte für Bitcoin-Bonds. Dort seien geplante BTC-Verkäufe nach einer fünfjährigen Sperrfrist ausdrücklich eingebaut gewesen, damit Kapital zurückgeführt und Gewinne geteilt werden können. Ohne einen solchen Mechanismus, so Mow, funktioniere das Instrument nicht.

Auch aus Aussagen von Strategy-Chef Michael Saylor liest Mow heraus, dass Verkäufe zumindest nicht ausgeschlossen sind. Saylor hatte im April sinngemäß erklärt, dass ein bestimmtes Bitcoin-Wachstum (eine Art „Breakeven“-Rate) reichen könne, um Dividenden langfristig zu decken, ohne neue Aktien auszugeben. Für Mow liegt nahe: Wenn Dividenden durch Bitcoin finanziert werden, bedeutet das im Zweifel auch, dass gelegentlich Bitcoin verkauft werden muss.

Mow betont dabei eine kulturelle Nuance: Für private HODLer gelte „nicht verkaufen“ als guter Grundsatz, weil man nicht leichtfertig aussteigt. Aber selbst das sei nicht wörtlich zu verstehen. Für Unternehmen mit Verantwortung gegenüber Aktionären müsse diese Regel erst recht flexibler ausgelegt werden.

Zum Zeitpunkt des Berichts lag der Bitcoin-Kurs bei rund 81.469 US-Dollar.

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