Ripple bringt seine neue, an den US-Dollar gekoppelte Stablecoin RLUSD in die Türkei. Dafür arbeitet das Unternehmen mit den lokalen Krypto-Plattformen BiLira, Bitexen und Bitlo zusammen. Der Schritt zielt auf einen der aktivsten Kryptomärkte der MENA-Region, in dem laut Ripple jährlich Transaktionen im Umfang von rund 200 Milliarden US-Dollar laufen.
RLUSD startet in der Türkei: Darum ist der Markt so spannend
Ripple kündigte den Türkei-Start am 2. Juni an. RLUSD ist ein USD-gestützter Stablecoin, den Ripple seit Ende 2024 ausrollt. Nach Angaben des Unternehmens liegt die Marktkapitalisierung inzwischen bei etwa 1,7 Milliarden US-Dollar. Ripple positioniert RLUSD vor allem als Lösung für Unternehmen, also für Zahlungen, Tokenisierung und als Sicherheiten-Asset im Finanzbereich.
Jack McDonald, bei Ripple als Senior Vice President für Stablecoins zuständig, beschreibt RLUSD als „Brücke“ zwischen klassischem Finanzsystem und Krypto-Ökosystem. Die Türkei passe dabei besonders gut ins Bild: hohe Krypto-Nutzung, starker Bedarf an verlässlichen Dollar-Instrumenten und ein Standort, der Tradition und Digitalwirtschaft verbindet. Ripple betont zudem, RLUSD sei transparent und reguliert, was vor allem für institutionelle Nutzer wichtig ist.
Für die Wahl des Landes nennt Ripple auch Daten aus dem „Geography of Crypto“-Report 2025 von Chainalysis. Demnach sei die Türkei der dominierende Kryptomarkt in der MENA-Region und liege beim jährlichen Transaktionsvolumen deutlich vor anderen Ländern der Region.
Drei Partner vor Ort: BiLira, Bitexen und Bitlo übernehmen unterschiedliche Rollen
Der Rollout stützt sich auf drei Plattformen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. BiLira ist in der Türkei unter anderem bei Stablecoins, Exchange-Services und Market-Making aktiv. Bitexen bietet Trading- und Custody-Dienste an und ist laut eigener Darstellung auch in mehreren Regionen außerhalb der Türkei präsent, darunter Naher Osten, Südafrika und Europa. Bitlo, 2018 gegründet, betreibt eine Handelsplattform, auf der neben Bitcoin und Ethereum auch XRP und Solana gelistet sind.
Die Partner stellen RLUSD in ihren Statements als „digitalen Dollar“ für professionellere Anwendungsfälle dar. Der Fokus liegt dabei auf einem stabilen Wert, einfacherem Zugang zu globaler Liquidität und einem möglichen Schutz vor hoher Volatilität in unsicheren Marktphasen. Für Nutzer in der Türkei ist ein USD-naher Stablecoin traditionell attraktiv, weil er sich im Krypto-Alltag oft als Recheneinheit und „Parkplatz“ für Kapital eignet.
Ripple verweist außerdem auf die regulatorische Entwicklung im Land: Die Einführung eines Lizenzrahmens durch die Capital Markets Board im Jahr 2024 habe den Markt stärker strukturiert und den Weg für Zusammenarbeit mit internationalen Unternehmen erleichtert. Das sei ein wichtiger Punkt, wenn ein Stablecoin explizit für Unternehmen und institutionelle Abläufe gedacht ist.
Weitere Pläne: Mehr Börsen, Uni-Partner und ein XRP-Ledger-Validator in Istanbul
Nach Ripple-Angaben ist RLUSD nicht nur in der Türkei verfügbar. Das Unternehmen nennt eine breitere Liste von Partnern, über die RLUSD bereits global zugänglich sei, darunter Binance, Bitso, Bitstamp, ByBit, Gemini, Kraken, LMAX und OKX. Die neuen türkischen Plattformen kommen nun hinzu.
Parallel baut Ripple auch seine akademische Präsenz aus: Die Istanbul Technical University (ITU) wird laut Unternehmen Teil der University Blockchain Research Initiative. Geplant sind Forschungsförderung, Graduate-Fellowships sowie der Aufbau eines XRP-Ledger-Validators auf dem Campus. Ripple verbindet die Türkei-Offensive damit nicht nur mit Produktverfügbarkeit, sondern auch mit langfristiger Infrastruktur und Ausbildung.
Zum Zeitpunkt der Meldung wurde XRP bei rund 1,26 US-Dollar gehandelt.