Quantenangriff auf Bitcoin? Analyst: Kein Weltuntergang

Quantenangriff auf Bitcoin? Analyst: Kein Weltuntergang
Quantenangriff auf Bitcoin? Analyst: Kein Weltuntergang (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Kann Bitcoin es verkraften, wenn extrem alte Coins aus der Anfangszeit plötzlich auf den Markt kommen, etwa durch einen Quantenangriff? Der On,Chain,Analyst James Check sagt: Ja, das wäre schmerzhaft, aber wahrscheinlich kein Weltuntergang für den Markt.

Quantenangst rund um Satoshis Coins: viel Theorie, wenig Praxis

In einem Bericht vom 23. April mit dem Titel „Selling Satoshi’s Stack“ nimmt Check eine verbreitete Sorge auseinander: Sollte eines Tages ein kryptografisch relevanter Quantencomputer (CRQC) existieren, könnten ältere Bitcoin,Ausgänge angreifbar sein, vor allem dort, wo der öffentliche Schlüssel bereits offenliegt.

In der Debatte werden oft sehr große Zahlen genannt. Laut Check fallen aktuell rund 6,934 Millionen BTC in Kategorien, die theoretisch für langfristige Quantenangriffe anfällig sein könnten. Dazu zählen:

1,716 Millionen BTC aus der Satoshi,Ära (P2PK,Outputs), 214.000 BTC in Taproot,Adressen und etwa 4,996 Millionen BTC, die in wiederverwendeten Adressen liegen.

Check betont aber: Diese 6,934 Millionen BTC seien eher eine theoretische Obergrenze als eine realistische Schätzung für den tatsächlichen Verkaufsdruck. Taproot sei relativ neu, viele Besitzer dürften aktiv sein und könnten rechtzeitig migrieren. Und bei wiederverwendeten Adressen vermutet er große Bestände von Börsen, Custodians oder ETFs, also Akteure, die sowohl die Mittel als auch den Anreiz hätten, bei verfügbaren Post,Quantum,Lösungen umzusteigen.

Der Kern des Risikos: 1,716 Millionen BTC aus P2PK

Als eigentlichen neuralgischen Punkt sieht Check die 1,716 Millionen BTC in sehr alten P2PK,Outputs. Diese Coins werden oft mit Satoshi Nakamoto in Verbindung gebracht und gelten wie ein „Schatz“, der nur dann gehoben werden kann, wenn die kryptografische Sicherung geknackt wird.

Selbst unter der extremen Annahme, dass ein Angreifer alle diese Coins stiehlt und sofort verkauft, erwartet Check zwar einen heftigen Effekt, aber keinen endgültigen Kollaps. In seiner Analyse vergleicht er die Menge mit typischen Marktphasen und kommt zu dem Schluss: Das gesamte P2PK,Volumen entspreche grob 60 bis 90 Tagen jenes Verkaufsdrucks, den man auch in Bullenmärkten oder in späten Kapitulationsphasen von Bärenmärkten sehen kann.

Sein Fazit dazu ist klar: Der Preis würde wahrscheinlich stark fallen, es könnte in einen Bärenmarkt übergehen. Aber die oft behauptete „Ende,der,Welt“,These hält er für überzogen.

Was das Netzwerk abfedern könnte und worum es wirklich geht

Check verweist unter anderem auf die Kennzahl Revived Supply, also Coins, die mindestens sechs Monate nicht bewegt wurden und dann wieder ausgegeben werden. Selbst in Bärenmärkten liege das häufig bei rund 10.000 BTC pro Tag, in Phasen starker Gewinnmitnahmen sogar bei 20.000 bis 30.000 BTC pro Tag. Das zeige, dass der Markt grundsätzlich in der Lage ist, auch größere Mengen älterer Coins aufzunehmen, wenn auch nicht ohne Schmerzen.

Zusätzlich nennt Check einen weiteren Punkt: In den 90 Tagen nach dem Sell,off vom 5. Februar 2026 seien laut seiner Betrachtung mehr als 2,3 Millionen BTC im Bereich von 60.000 bis 80.000 US,Dollar zu neuen Käufern gewandert. Das liege deutlich über der P2PK,Menge.

Im Bericht geht es auch um einen möglichen technischen Kompromiss aus der Diskussion rund um BIP,360, das sogenannte Hourglass,Modell. Dabei dürften Miner pro Block nur einen P2PK,Output aufnehmen. Bei rund 38.000 solchen Outputs würde es laut Check etwa 264 Tage dauern, bis alle verarbeitet wären, also ungefähr so lange, wie eine optimistische Migration auf post,quantenfeste Lösungen dauern könnte.

Am Ende, so Check, sei die Debatte nicht nur eine Frage von Verkaufsdruck. Der entscheidende Streitpunkt sei eher grundsätzlich: Soll Bitcoin Eigentumsrechte auch dann unangetastet lassen, wenn alte Coins angreifbar werden, oder soll das System vorher eingreifen und sie einfrieren? Wer das Einfrieren allein mit einem drohenden Verkaufs,Schock begründet, solle diese Behauptung mit belastbaren Zahlen untermauern.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der Bitcoin,Preis bei 77.869 US,Dollar.

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