Bitcoin steht nach der jüngsten Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed wieder in einer Phase, die Trader gut kennen: die Tage direkt nach einer FOMC-Sitzung. Ein Krypto-Analyst sieht dabei ein auffälliges Muster der letzten Monate. Und das könnte kurzfristig erneut für Druck auf den Kurs sorgen.
Was in den letzten 9 FOMC-Terminen bei Bitcoin auffiel
Der Analyst und Kommentator Ardi hat sich die Kursentwicklung von Bitcoin nach den letzten neun FOMC-Meetings angesehen. Sein Fazit: In acht von neun Fällen fiel der BTC-Kurs in der Woche nach der Entscheidung deutlich.
Interessant ist dabei, dass laut Ardi nicht entscheidend war, ob die Fed die Zinsen gesenkt, gehalten oder eher streng (hawkish) kommuniziert hat. In den meisten Fällen kam es trotzdem zu einem Abverkauf nach dem Termin. Nur einmal gab es eine Ausnahme: Im Mai 2025 war Bitcoin bereits vor der Sitzung stark gefallen, rund 24% unter dem vorherigen Allzeithoch. Danach blieb ein weiterer großer Einbruch aus.
Auf Ardis Chart sind mehrere dieser „Sell-off“-Fenster als rote Bereiche markiert. Sie ziehen sich durch die Meetings im Herbst 2025 und bis ins Frühjahr 2026. In dieser Zeit rutschte Bitcoin vom Bereich über 126.000 US-Dollar (Oktober 2025) bis in die 60.000er-Zone Anfang Februar 2026.
Durchschnittlich minus 11%: Was das für die nächsten Tage bedeuten könnte
Ardi hat nicht nur die Richtung, sondern auch die Größenordnung ausgewertet. Die durchschnittliche Bewegung in der Woche nach einer FOMC-Sitzung lag demnach bei rund minus 11%.
Rund um die aktuelle Fed-Entscheidung notierte Bitcoin etwa bei 77.000 US-Dollar und bewegte sich zuletzt grob zwischen 76.000 und 79.000 US-Dollar. Rechnet man den historischen Durchschnitt von 11% herunter, würde das den Kurs in Richtung 70.000 US-Dollar drücken, und zwar innerhalb einer Woche.
Wichtig: Das ist keine Prognose, sondern eine statistische Beobachtung aus der jüngeren Vergangenheit. Dennoch schauen viele Marktteilnehmer nach solchen Terminen besonders genau hin, weil sich ähnliche Abläufe an der Börse manchmal wiederholen, vor allem wenn viele Trader auf dieselben Signale reagieren.
Warum die Fed für Krypto so relevant bleibt
Die Fed hat bei ihrem Treffen Ende April die Zinsen unverändert gelassen. Im Vorfeld galt das als praktisch sicher: Laut CME FedWatch lag die Wahrscheinlichkeit für einen „Hold“ bei 99%.
In ihrer Mitteilung sprach die Fed von einer solide wachsenden Wirtschaft, verwies aber auch auf weiterhin erhöhte Inflation, unter anderem durch höhere Energiepreise. Für Bitcoin und andere Risiko-Anlagen ist genau diese Mischung entscheidend: Wenn Anleger mit baldigen Zinssenkungen rechnen, wird Liquidität oft günstiger, der US-Dollar kann nachgeben und die Stimmung am Kryptomarkt verbessert sich häufig. Bleibt die Fed dagegen vorsichtig, kann das Risiko-Appetit bremsen und Druck auf BTC ausüben.
Aktuell kommt hinzu: Bitcoin hatte sich vor dem Meeting bereits kräftig erholt. Im April gab es laut den genannten Daten einen Anstieg von rund 21% von Tiefs nahe 65.000 US-Dollar. Das macht den Markt anfälliger für Gewinnmitnahmen, gerade wenn nach dem Fed-Termin viele kurzfristige Positionen wieder abgebaut werden.
Unterm Strich bleibt: Das historische Muster nach FOMC-Meetings spricht eher für Vorsicht in den nächsten Tagen. Ob es erneut zu einem Rücksetzer Richtung 70.000 US-Dollar kommt, hängt aber am Ende davon ab, wie der Markt die nächsten Inflations- und Arbeitsmarktdaten einpreist und ob sich die Erwartungen an mögliche Zinssenkungen verändern.