Die Stimmung im Kryptomarkt ist laut Will Taylor, Gründer von CryptoinsightUk, auf ein Niveau gefallen, das er als „historische Tiefstände“ bezeichnet. Entscheidend ist dabei nicht nur das Gefühl am Markt – sondern dass sich diese extreme Skepsis inzwischen auch in höherfristigen Indikatoren widerspiegelt, die nur sehr selten Signale liefern.
In seiner wöchentlichen Analyse vom 14. Februar argumentiert Taylor, dass sich das Marktumfeld von einem Zustand des „Zusammenbruchs“ hin zu einer späten Phase der Korrektur verschiebt. Besonders auffällig sei dabei nicht nur Bitcoin selbst, sondern vor allem XRP – gemessen gegen Gold.
Bitcoin: Seltenes Oversold-Signal im Wochenchart
Taylor beschreibt die vergangene Woche als „erneut schmerzhaft“, betont jedoch, dass der Zeitpunkt der extremen Negativstimmung entscheidend sei. Im Wochenchart habe Bitcoin ein überverkauftes Niveau erreicht – erst zum dritten Mal in der jüngeren Geschichte.
Die beiden vorherigen Fälle fielen entweder exakt auf das Bärenmarkt-Tief oder sehr nahe daran. Für Taylor spricht die Kombination aus extrem pessimistischer Stimmung und statistisch seltenem technischen Signal eher für eine Erschöpfung des Verkaufsdrucks als für den Beginn einer neuen, massiven Abwärtswelle.
Das bedeutet nicht automatisch, dass der Boden bereits final gesetzt ist – wohl aber, dass das Risiko-Ertrags-Verhältnis sich zugunsten der Käufer verschiebt.
Bitcoin-Dominanz: Volatilität steht bevor
Ein zentraler Baustein seiner Argumentation ist die Bitcoin-Dominanz. Die Bollinger-Bänder im Dominanz-Chart seien aktuell extrem eng zusammengedrückt – ein Zustand, der historisch selten lange anhält.
„Kompression führt zu Expansion. Und Expansion führt zu Volatilität“, so Taylor sinngemäß.
Die entscheidende Frage ist nicht, ob Bewegung kommt, sondern in welche Richtung. Sein Basisszenario: Ein Bruch der Dominanz nach unten, perspektivisch sogar unter 36 %. Sollte dieser Rückgang mit einem stabilen oder steigenden Bitcoin-Preis einhergehen, würde das auf Kapitalrotation innerhalb des Kryptomarktes hindeuten – nicht auf einen generellen Abzug von Liquidität.
Als Referenz nennt er November 2024: Damals fiel die Dominanz um rund zehn Prozentpunkte, während XRP im Anschluss um etwa 490 % zulegte. Für Taylor war das ein klassisches Beispiel einer „vertikalen Expansion“ in Altcoins.
OTHERS/BTC: Altcoins zeigen relative Stärke
Zur Untermauerung verweist Taylor auf das Verhältnis OTHERS/BTC – also den Markt außerhalb der Top 10 im Vergleich zu Bitcoin.
Im Monatschart habe der RSI gerade ein bullisches Signal geliefert. Zusätzlich stehe der MACD kurz davor, die zweite grüne Monatskerze nach einem bullischen Cross nahe der Tiefs auszubilden.
Für Taylor ergibt sich daraus ein konsistentes Bild: Während die Bitcoin-Dominanz in einer Volatilitätskompression steckt, beginnen Altcoins auf höherer Zeitebene relative Stärke zu zeigen.
XRP gegen Gold: Ein kaum beachtetes, aber starkes Signal
Besonders interessant ist Taylors Blick auf XRP im Verhältnis zu Gold – ein Chart, der kaum Beachtung findet, seiner Ansicht nach aber strukturell viel aussagt. XRP ist gegen Gold in eine starke historische Unterstützungszone zurückgefallen. Gleichzeitig habe der Monats-RSI ein Niveau erreicht, das zuvor nur ein einziges Mal beobachtet wurde – unmittelbar vor der parabolischen Rallye 2017.
Das allein garantiert keine Wiederholung, doch Taylor sieht darin ein seltenes Setup. Sollte XRP diese Unterstützung verteidigen und eine 4.236-Fibonacci-Extension ausbilden, wäre theoretisch eine rund 20-fache Bewegung gegenüber Gold möglich.
Wichtig: Eine 20x-Performance gegen Gold bedeutet nicht automatisch eine 20x-Bewegung gegen den US-Dollar. Gold selbst könnte schwächer werden oder makroökonomische Bedingungen könnten sich ändern. Entscheidend ist die relative Outperformance – sie signalisiert Kapitalrotation in Risikoassets.
XRP gegen Ethereum: Elliott-Wave-Szenario
Zusätzlich betrachtet Taylor XRP im Verhältnis zu Ethereum. Er skizziert ein mögliches Elliott-Wave-Szenario, in dem XRP gegen ETH Welle eins und zwei bereits abgeschlossen haben könnte.
Falls dieses Szenario zutrifft, würde Welle drei folgen – typischerweise die dynamischste und explosivste Phase einer Bewegung.
Er betont jedoch, dass Elliott Wave eher als Rahmenwerk denn als Gewissheit zu verstehen ist. Auffällig sei dennoch, dass der Monats-RSI trotz Konsolidierung über der 50er-Marke gehalten habe – ein Merkmal, das eher für Trendfortsetzung als für strukturellen Bruch spricht.
Was bedeutet das für den Markt?
Taylors Gesamtbild ist kein unmittelbares „All-in“-Signal, sondern eine Verschiebung der Wahrscheinlichkeiten:
- Extrem negative Stimmung
- Seltenes Oversold-Signal bei Bitcoin
- Komprimierte Dominanz-Bänder
- Relative Stärke bei Altcoins
- Historische Unterstützungszonen bei XRP
In Kombination deuten diese Faktoren weniger auf eine neue Kapitulationsphase und mehr auf ein mögliches spätes Stadium der Korrektur hin. Ob daraus eine echte Altcoin-Expansion entsteht, hängt nun davon ab, ob die Dominanz tatsächlich nach unten auflöst – und ob Kapital bereit ist, wieder aggressiv Risiko zu nehmen.
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