Alex Thorn, Head of Research bei Galaxy Digital, widerspricht der wachsenden Kritik, Bitcoin habe sein Versprechen als „digitales Gold“ nicht erfüllt. In einem Beitrag auf X argumentierte er, dass viele Beobachter den Begriff falsch verstanden hätten: Gemeint seien die monetären Eigenschaften von Bitcoin – nicht eine Garantie, dass BTC in jeder Marktphase exakt wie physisches Gold handeln müsse.
Auslöser der Debatte war die Beobachtung, dass Bitcoin seit September 2025 nicht wie Gold auf makroökonomische Unsicherheiten oder „Debasement“-Szenarien (Währungsabwertung, expansive Geldpolitik) reagiert habe. Laut Thorn habe diese Diskrepanz besonders bei neuen Marktteilnehmern Zweifel an der Erzählung vom „digitalen Gold“ geschürt.
bitcoin’s failure to trade like gold as part of “the debasement trade” since sep. ‘25 damaged its narrative with new entrants
— Alex Thorn (@intangiblecoins) February 16, 2026
but when bitcoiners said “digital gold” they were describing its fundamental properties, not that it’s high beta to gold today
it comes from satoshi… pic.twitter.com/OlwS7xHqb2
Seine zentrale Aussage:
„Als Bitcoin-Anhänger von ‘digitalem Gold’ sprachen, beschrieben sie fundamentale Eigenschaften – nicht, dass Bitcoin heute ein High-Beta-Play auf Gold sein muss.“
Satoshi als Ursprung des Vergleichs
Um seine Argumentation zu untermauern, verwies Thorn auf einen frühen Bitcointalk-Beitrag von Satoshi Nakamoto aus dem Jahr 2010. Darin beschreibt Satoshi ein Gedankenexperiment über ein hypothetisches, extrem knappes Metall ohne praktischen Nutzen – außer einer magischen Eigenschaft: Es könne über Kommunikationskanäle übertragen werden.
Satoshi schrieb sinngemäß:
Wenn dieses knappe Gut irgendeinen Wert erlange, könne man es kaufen, digital versenden und am Zielort wieder verkaufen – als Mittel zur Wertübertragung über große Distanzen.
Für Thorn liegt genau hier der Kern der „Digitales Gold“-Analogie:
Bitcoin vereint die Knappheit eines Edelmetalls mit der globalen, nativen Übertragbarkeit über das Internet – eine Eigenschaft, die physisches Gold nicht besitzt.
Fundamentale Eigenschaften statt Kurskorrelation
Thorn betont, dass das Narrativ nie bedeutete, Bitcoin müsse sich dauerhaft parallel zu Gold entwickeln. Vielmehr gehe es um strukturelle Eigenschaften:
- Knappheit
- Haltbarkeit
- Teilbarkeit
- Selbstverwahrung (Self-Sovereignty)
- Globale Übertragbarkeit
Der eigentliche Investment-Case sei laut Thorn die Diskrepanz („Spread“) zwischen diesen goldähnlichen Eigenschaften und der aktuellen Marktpreisung. Das „Alpha“ liege nicht in kurzfristiger Korrelation mit Gold, sondern in der Möglichkeit, dass der Markt Bitcoin langfristig stärker als monetäres Gut bewertet.
„Nichts hat sich fundamental geändert“
Auf die Kritik, Bitcoin habe sein Narrativ verloren, reagierte Thorn mit Gelassenheit. Seiner Ansicht nach habe sich an den Fundamentaldaten in den vergangenen Monaten „praktisch nichts geändert“. Im Gegenteil:
„Wenn überhaupt, sind die Fundamentaldaten sogar noch attraktiver geworden.“
Unterstützung erhielt Thorn unter anderem von 10T Holdings-Gründer Dan Tapiero, der anmerkte, die aktuelle Stimmung erinnere an frühere Marktzyklen mit extremer Angst – Phasen, die sich im Nachhinein oft als Wendepunkte herausstellten.
Kritik bleibt bestehen
Nicht alle Marktteilnehmer akzeptieren Thorn’s Argumentation. Einige entgegnen, Bitcoin habe historisch nie wirklich wie Gold gehandelt, sondern sei stets ein hochvolatiler Risiko-Asset geblieben.
Thorns Antwort darauf ist klar: Genau das sei sein Punkt. „Digitales Gold“ sei eine Beschreibung struktureller Eigenschaften – kein Versprechen kurzfristiger Kursmuster.
Missverständnis oder Narrative-Risiko?
Die Debatte zeigt, wie stark Narrative im Kryptomarkt die Wahrnehmung prägen. Für Thorn ist das „Digital Gold“-Konzept kein Versprechen synchroner Kursbewegungen, sondern eine langfristige monetäre These.
Ob der Markt diese These in den kommenden Jahren stärker einpreist oder Bitcoin weiterhin primär als Risiko-Asset behandelt, bleibt offen. Klar ist jedoch: Die Diskussion um Bitcoins Rolle im globalen Finanzsystem ist längst nicht beendet.
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