Fed-Papier nennt XRP als Brücke für internationale Zahlungen

Fed-Papier nennt XRP als Brücke für internationale Zahlungen
Fed-Papier nennt XRP als Brücke für internationale Zahlungen (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Ein Forschungspapier mit Beteiligung des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh sorgt in der Krypto-Community für Aufmerksamkeit. Der Grund: Darin wird XRP als möglicher Baustein für internationale Zahlungen erwähnt. Für Anleger und Beobachter ist das spannend, weil es zeigt, dass große Institutionen zumindest über den praktischen Nutzen von Krypto-Assets nachdenken, nicht nur über Spekulation.

Fed-Papier nennt XRP als Brückenwährung für grenzüberschreitende Zahlungen

Darauf hingewiesen hat Tom, der Gründer von OpenFind, in einem Beitrag auf X. Er bezieht sich auf ein Forschungspapier aus dem Jahr 2022, das Kevin Warsh mitverfasst haben soll. In diesem Papier geht es um moderne Zahlungssysteme und um die Frage, wie digitales Geld künftig über Ländergrenzen hinweg effizienter bewegt werden könnte.

Ein zentraler Punkt: Krypto-Assets wie XRP werden als mögliche „Bridge Currency“, also als Brückenwährung, genannt. Die Idee dahinter: Statt dass jede Bank oder jeder Zahlungsanbieter für jede Währung eigene Liquidität vorhalten muss, könnte ein neutrales Zwischenasset genutzt werden, um schnell von Währung A zu Währung B zu tauschen.

Tom betont außerdem, dass das Papier private Infrastruktur nicht ausschließt, wenn es um zukünftige digitale Geldsysteme geht. Das wird als Signal gewertet, dass Unternehmen wie Ripple, die seit Jahren an Zahlungsinfrastruktur arbeiten, langfristig eine Rolle in einem modernisierten Finanzsystem spielen könnten.

Interessant ist auch ein weiterer Gedanke aus dem Papier: Es wird über eine Art Stablecoin nachgedacht, der sich an den Sonderziehungsrechten (SDR) orientiert und in nationale Währungen umtauschbar ist. Laut dem Bericht würde so ein Modell dem ähneln, was Ripple in seinem Zahlungsnetzwerk bereits umsetzt, bei dem XRP als Brücke dient.

Der frühere Ripple-CTO David Schwartz hatte die Brückenrolle von XRP in der Vergangenheit ebenfalls erklärt und einen Vorteil gegenüber Stablecoins genannt: Es gibt nicht „den einen“ Stablecoin, auf den sich alle Marktteilnehmer weltweit für Abwicklung einigen. Eine Brückenwährung kann dieses Problem in bestimmten Szenarien umgehen, so die Argumentation.

Regulatorischer Kontext: Warsh gilt als krypto-freundlich, Ripple sucht Fed-Zugang

Im Artikel wird außerdem hervorgehoben, dass Warsh als eher krypto-freundlich gilt und vor seiner Anhörung Angaben zu eigener Krypto-Exposure gemacht haben soll. Das ist relevant, weil die US-Notenbank in bestimmten Bereichen Einfluss auf die Rahmenbedingungen für Zahlungsinfrastruktur hat.

Dazu passt: Ripple hat einen sogenannten Fed Master Account beantragt. Dieser Zugang würde es ermöglichen, näher an die Zahlungsrails der Notenbank heranzurücken. Außerdem wird über eine „skinny master account“-Variante diskutiert, die ausgewählten Firmen einen begrenzten Zugang zu zentralbanknaher Zahlungsinfrastruktur eröffnen könnte.

Wichtig bleibt: Ein Master Account ist keine automatische Zusage, und selbst eine positive Entscheidung würde nicht bedeuten, dass XRP zwingend im großen Stil genutzt wird. Für den Markt wäre es dennoch ein Signal, weil es den Weg für neue Modelle im Zahlungsverkehr öffnen kann.

DTCC und Ripple Prime: Warum einige Anleger jetzt auf zusätzliches Wachstum hoffen

Zusätzlichen Rückenwind sehen XRP-Bullen durch Meldungen rund um Ripple Prime und die DTCC. Der Kommentator „X Finance Bull“ schreibt, Ripple Prime sei als Teil von DTCCs Blockchain-Ökosystem bestätigt. Die DTCC ist ein zentraler Player in der US-Finanzinfrastruktur und wickelt laut Bericht jährlich ein Volumen von rund 114 Billionen US-Dollar im Wertpapierbereich ab.

Außerdem soll die DTCC in Richtung nahezu kontinuierlicher Verarbeitung von US-Aktien gehen: 24/5, also von Sonntag bis Freitag. Für die Krypto-These ist das deshalb interessant, weil tokenisierte Wertpapiere und schnellere Abwicklungszeiten oft gemeinsam gedacht werden.

Die bullische Spekulation lautet: Sollte die DTCC künftig tokenisierte Aktien oder andere tokenisierte Assets auf Infrastruktur abwickeln, die mit dem XRP Ledger verbunden ist, könnte ein Teil des Volumens indirekt auch durch XRP fließen. Das ist bisher nicht bestätigt, wird aber von einigen als möglicher Wachstumstreiber gesehen.

Zum Zeitpunkt des Berichts lag der XRP-Kurs bei etwa 1,35 US-Dollar und notierte leicht im Plus. Wie immer gilt: Solche Nachrichten können die Stimmung kurzfristig beeinflussen, aber ob daraus tatsächlich dauerhafte Nutzung entsteht, entscheidet sich erst an realen Integrationen, Volumen und Regulierung.

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