In diesem Monat steht wieder eine Sitzung der US-Notenbank an und viele Krypto-Anleger schauen genau hin. Denn Entscheidungen der Fed können die Stimmung an den Märkten schnell drehen. Auch Bitcoin reagiert oft spürbar, wenn es Neuigkeiten zu Zinsen und Geldpolitik gibt.
Nächstes FOMC-Meeting: Termin und aktuelle Erwartungen
Das nächste Treffen des Federal Open Market Committee (FOMC) ist für den 16. und 17. Juni angesetzt. Danach wird Fed-Chef Jerome Powell wie üblich erklären, was beschlossen wurde und wie die Notenbank die wirtschaftliche Lage einschätzt.
Beim letzten FOMC-Meeting Ende April ließ die Fed die Zinsen unverändert. Genau damit rechnet der Markt auch dieses Mal. Ein wichtiger Anhaltspunkt dafür ist das CME FedWatch Tool, das aus Marktdaten ableitet, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für eine Zinsänderung eingeschätzt wird.
Aktuell liegen die US-Leitzinsen bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Laut FedWatch geht der Markt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass die Fed diese Spanne beibehält. Eine Zinssenkung wird derzeit praktisch nicht erwartet, eine Zinserhöhung gilt lediglich als Außenseiter-Szenario.
So könnte Bitcoin auf die Fed-Entscheidung reagieren
Wie stark Bitcoin nach dem FOMC schwankt, hängt vor allem davon ab, ob die Fed die Erwartungen erfüllt oder überrascht. Dabei gibt es grob drei mögliche Richtungen.
1) Zinsen bleiben gleich: Das wäre das „Baseline“-Szenario. Wenn die Fed nichts ändert, ist das für viele Investoren erst einmal keine neue Information. In so einem Fall könnte Bitcoin seinen bisherigen Kurs eher fortsetzen, weil es keinen direkten Anstoß gibt, Positionen schnell umzuschichten.
2) Zinsen steigen: Eine Zinserhöhung wäre für Risikoanlagen wie Bitcoin meist negativ. Höhere Zinsen machen sichere Alternativen attraktiver, zum Beispiel Geldmarktprodukte oder kurzfristige Staatsanleihen. Gleichzeitig sinkt oft die Risikobereitschaft und es kann zu Abverkäufen kommen, wenn Anleger vorsichtiger werden.
3) Zinsen sinken: Das gilt als das bullischste Szenario für Bitcoin. Niedrigere Zinsen erleichtern Finanzierung, erhöhen tendenziell die Liquidität im Markt und machen riskantere Anlagen wieder interessanter. Dadurch könnte mehr Kapital in Kryptowährungen fließen, was den Bitcoin-Kurs unterstützen kann.
Worauf Anleger jetzt besonders achten
Entscheidend ist nicht nur die reine Zinsentscheidung, sondern auch der Ton in Powells Aussagen. Selbst wenn die Zinsen gleich bleiben, kann eine strengere oder freundlichere Wortwahl die Märkte bewegen. Für Bitcoin heißt das: Rund um das FOMC sind kurzfristige Ausschläge möglich, vor allem wenn die Fed vom erwarteten Kurs abweicht.