eToro Krypto-Trades minus 73 Prozent – jetzt US-Deal TradeZero

eToro Krypto-Trades minus 73 Prozent - jetzt US-Deal TradeZero
eToro Krypto-Trades minus 73 Prozent – jetzt US-Deal TradeZero (Foto KI generiert)
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Bei eToro ist das Krypto-Geschäft im Sommer deutlich schwächer gelaufen: Im Juli führten Nutzer nur noch 1,4 Millionen Krypto-Trades aus. Das sind 73 % weniger als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig halbierte sich der durchschnittliche Einsatz pro Trade auf 182 US-Dollar. Fast zeitgleich kündigte die Handelsplattform an, den US-Broker TradeZero für bis zu 231 Millionen US-Dollar übernehmen zu wollen. Damit setzt eToro stärker auf aktive US-Aktienhändler, auch wenn der Konzern sein Krypto-Geschäft nicht aufgibt.

Schwaches Krypto-Trading, aber kein Krisensignal

Der Rückgang bei den Krypto-Transaktionen zeigt, dass Privatanleger derzeit deutlich vorsichtiger agieren. Trotzdem deuten die Geschäftszahlen nicht darauf hin, dass eToro insgesamt unter Druck steht. Im zweiten Quartal stieg der Net Contribution des Unternehmens um 9 % auf 229 Millionen US-Dollar. Der GAAP-Nettogewinn legte sogar um 77 % auf 53 Millionen US-Dollar zu.

Das spricht dafür, dass eToro die Schwäche im Krypto-Bereich durch stärkere Aktivitäten in anderen Anlageklassen, vor allem bei Aktien, ausgleichen konnte. Das Management verwies zudem auf eine gute Entwicklung beim CopyTrading, nannte dazu aber keine genauen Zahlen.

Wichtig ist auch der Blick auf die Krypto-Bilanzierung: eToro meldete im zweiten Quartal zwar 1,346 Milliarden US-Dollar Krypto-Umsatz, doch diese Zahl ist nur ein Bruttowert. Dem standen 1,354 Milliarden US-Dollar Kosten gegenüber. Hinzu kamen 19,7 Millionen US-Dollar an Netto-Handelserträgen aus Krypto-Derivaten. Unter dem Strich ergibt sich daraus nur ein geschätzter Netto-Handelsbeitrag von rund 12,5 Millionen US-Dollar aus Kryptoaktivitäten, noch vor allgemeinen Betriebskosten. Das ist also kein Gewinnsegment im klassischen Sinn.

TradeZero soll eToro im US-Aktienmarkt stärken

Mit der geplanten Übernahme von TradeZero verfolgt eToro vor allem einen strategischen Ausbau in den USA. Laut Vereinbarung will das Unternehmen dafür Bargeld zahlen und zusätzlich bis zu 2,5 Millionen neue Class-A-Aktien ausgeben. Der Gesamtwert der Transaktion kann dadurch auf bis zu 231 Millionen US-Dollar steigen.

TradeZero erwirtschaftete in den zwölf Monaten bis zum 30. Juni rund 80 Millionen US-Dollar Umsatz. Im zweiten Quartal lag die Bruttomarge bei 81 %. Für eToro ist das attraktiv: Der Broker bringt eine auf die USA ausgerichtete Infrastruktur, eigene Trading-Tools und eine Community mit, die stark auf den aktiven Aktienhandel fokussiert ist.

Nach Angaben von eToro soll die Übernahme außerdem helfen, schneller neue Produkte in den US-Markt zu bringen. Das Unternehmen erwartet, dass sich der Deal bereits im ersten Jahr nach Abschluss positiv auf das bereinigte Ergebnis je Aktie auswirkt. Der Abschluss wird in der ersten Hälfte 2027 erwartet, vorausgesetzt die Behörden stimmen zu und die üblichen Bedingungen werden erfüllt.

Krypto bleibt Teil der Strategie

Auch wenn der Zukauf von TradeZero wie eine stärkere Hinwendung zum Aktiengeschäft wirkt, bedeutet das keinen Rückzug aus dem Krypto-Sektor. Im April hatte eToro bereits die geplante Übernahme von Zengo bekanntgegeben, einem Anbieter von Krypto-Wallets. Damit will das Unternehmen seine Fähigkeiten bei Self-Custody und On-Chain-Diensten ausbauen.

eToro verfolgt damit offenbar eine Doppelstrategie: Einerseits wird das traditionelle Brokerage-Geschäft ausgebaut, andererseits investiert die Plattform weiter in ihre Krypto-Infrastruktur. Zum Stichtag 30. Juni verfügte eToro zudem über 1,2 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln, kurzfristigen Anlagen und Zahlungsmitteläquivalenten. Das verschafft dem Unternehmen finanziellen Spielraum.

Unterm Strich zeigt der Schritt vor allem eines: eToro will breiter aufgestellt sein und sich weniger von nur einer Anlageklasse abhängig machen. Ob diese Rechnung aufgeht, hängt allerdings davon ab, ob die Übernahme von TradeZero tatsächlich genehmigt wird und wie gut sich das Geschäft anschließend integrieren lässt.

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