Elon Musk will mit X Money schon bald eine neue Zahlungs, und möglicherweise auch Krypto, Funktion in seine Plattform X integrieren. Doch in Politik und Finanzbranche wächst der Widerstand. Besonders US Senatorin Elizabeth Warren warnt vor Risiken für Verbraucher, die Finanzstabilität und sogar die nationale Sicherheit.
Elizabeth Warren fordert Antworten zu X Money
Senatorin Elizabeth Warren hat Elon Musk in einem Schreiben zu einer geplanten Einführung von X Money im April befragt und deutliche Bedenken geäußert. Aus ihrer Sicht werfen die bisherigen Informationen rund um das Projekt zu viele offene Fragen auf, vor allem mit Blick auf Sicherheit, Aufsicht und mögliche Missbrauchsrisiken.
Ein Punkt ist ein möglicher Partner: Cross River Bank. Warren verweist darauf, dass die Bank 2023 von der US Einlagensicherung FDIC wegen problematischer Praktiken ins Visier genommen wurde. Für Warren ist das ein Warnsignal, wenn X Money auf genau so einen Dienstleister setzen sollte.
Außerdem kritisiert sie Werbehinweise, laut denen Nutzer bei Einlagenkonten bis zu 6 Prozent Jahreszins erhalten könnten. Warren stellt die Frage, wie eine solche Rendite realistisch erwirtschaftet werden soll, wenn der US Leitzins bei rund 3,75 Prozent liegt, und welche Risiken dafür eingegangen werden müssten.
Zusätzlich nimmt Warren X wegen früherer Vorfälle in die Pflicht. Sie nennt unter anderem, dass sanktionierte Gruppen und Personen offenbar Möglichkeiten hatten, über die Plattform Reichweite zu kaufen oder Geld zu sammeln. Auch Probleme wie unzureichende Maßnahmen gegen Missbrauchsinhalte, Datenschutzverstöße und Betrugsfälle durch verifizierte Accounts erwähnt sie als Teil eines größeren Vertrauensproblems.
Brisant ist auch der regulatorische Aspekt: Warren warnt davor, dass Musk Einfluss auf Regeln nehmen könnte, die sein eigenes Finanzprodukt betreffen. Dabei spielt auch das Thema Stablecoins eine Rolle, weil X Money laut Einschätzung in diese Richtung gehen könnte. Warren verweist in dem Zusammenhang auf den GENIUS Act und spricht von einer auffälligen Ausnahmeregel, die es Unternehmen wie X erleichtern könnte, eine eigene Stablecoin zu starten, ohne die gleichen Hürden wie andere Anbieter erfüllen zu müssen.
Warren fordert eine schriftliche Antwort von Musk zu den Plänen, den Schutzmaßnahmen und den Risiken. Als Frist wird der 21. April genannt.
Warum X Money für Fintechs gefährlich werden kann
Nicht nur Politiker schauen kritisch auf das Projekt, auch Beobachter der Krypto, und Fintech, Szene rechnen mit starken Auswirkungen. Der Krypto Kommentator Tat Thang sieht in X Money und den weiteren Finanzfunktionen von X eine ernsthafte Bedrohung für klassische Fintech Anbieter.
Er verweist auf den wachsenden Werkzeugkasten innerhalb der App. Dazu gehören etwa Smart Cashtags, mit denen Nutzer nach Tickern suchen und Echtzeitdaten zu Assets abrufen können, ohne X zu verlassen. Außerdem soll bereits Brokerage Routing über Wealthsimple live sein. X Money selbst befinde sich laut den genannten Informationen in einer Beta Phase, eine öffentliche Einführung könnte zeitnah folgen.
Thangs Kernargument: Plattformen wie Robinhood hätten es schwer, weil X mit rund 550 Millionen monatlichen Nutzern einen massiven Verteilungsvorteil hat. X müsse nicht zwingend das beste Produkt liefern, ein ausreichend gutes Angebot direkt dort, wo Menschen ohnehin täglich Zeit verbringen, könne reichen, um große Marktanteile zu gewinnen.