earnXRP: Analyst warnt vor Gebühren und Bridge-Risiken

earnXRP: Analyst warnt vor Gebühren und Bridge-Risiken
earnXRP: Analyst warnt vor Gebühren und Bridge-Risiken (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Ein neues Produkt namens earnXRP verspricht XRP-Haltern Rendite auf ihre Coins. Dahinter stehen Upshift und das Flare Network, umgesetzt über eine „Wrapped“-Version von XRP (FXRP). Doch der Krypto-Analyst Iso Ledger rät dazu, genauer hinzuschauen, bevor man Geld einzahlt. Sein Fazit: Die Gebühren fressen anfangs viel weg, die realistische Rendite könnte niedriger ausfallen als beworben und es gibt mehrere technische Risiken.

So viel bleibt nach Gebühren wirklich übrig

Iso Ledger hat in einem Beitrag auf X Schritt für Schritt vorgerechnet, was bei einer Einzahlung von 1.000 XRP passiert. Der erste Punkt: Damit earnXRP überhaupt funktioniert, werden die XRP zunächst in FXRP umgewandelt, also in eine „verpackte“ Version auf dem Flare Network. Allein dieses Minting kostet laut seiner Einschätzung etwa 0,5 bis 1 Prozent.

Danach gehen die FXRP in einen Upshift-Vault. Auch dort fällt erneut eine Gebühr an. In seiner Beispielrechnung bleiben von 1.000 XRP am Ende zunächst nur rund 993 FXRP übrig. Zusätzlich kommen Netzwerk- und Servicekosten von etwa 1,149875 XRP dazu. Und beim Ausstieg wird erneut eine Rücktausch- beziehungsweise Redemption-Fee fällig, die er mit rund 0,5 Prozent angibt.

Unterm Strich ergibt sich laut Iso Ledger für Ein- und Ausstieg zusammen ein „Round-Trip“-Kostenblock von ungefähr 13 XRP bei 1.000 XRP Einsatz. Das klingt auf den ersten Blick nicht gigantisch, ist aber entscheidend für die Frage, ab wann man überhaupt im Plus ist.

Rendite-Versprechen: 10 Prozent Ziel, 4 Prozent realistischer?

Der Vault wirbt mit einer Zielrendite von bis zu 10 Prozent. Iso Ledger hält das jedoch für zu optimistisch und rechnet eher mit etwa 4 Prozent pro Jahr. Bei 1.000 XRP wären das ungefähr 40 XRP im Jahr.

Mit dieser Annahme dauert es laut seiner Rechnung rund vier Monate, bis man die anfänglichen Gebühren überhaupt wieder drin hat. Erst danach beginnt der Teil, in dem tatsächlich „echter“ Gewinn entsteht. Wichtig: Größere Einzahlungen ändern dieses Grundproblem nicht, weil die Gebühren prozentual anfallen. Ob 1.000 oder 10.000 XRP, die Logik bleibt ähnlich, nur die absoluten Zahlen werden größer.

Technische Risiken: Smart Contracts, Brücken und lange Auszahlungszeit

Neben der Gebührenfrage hebt Iso Ledger mehrere Risiken hervor, die bei solchen Yield-Produkten oft unterschätzt werden. earnXRP basiert auf Smart Contracts. Diese können Programmfehler enthalten oder Ziel von Hacks werden. Außerdem nennt er das Risiko von „Impermanent Loss“: Je nach Marktbewegung kann der Wert der Position sinken, während das Kapital im System gebunden ist.

Ein weiterer Punkt sind Handels- und Ausführungsrisiken, wenn Assets über verschiedene Märkte genutzt werden. Werden Preisunterschiede kleiner, können die Erträge schrumpfen. Dazu kommt: Auszahlungen können laut seinem Hinweis bis zu 72 Stunden dauern. Wer schnell an seine Mittel muss, hat dann ein Problem.

Besonders kritisch sieht der Analyst, dass FXRP als Wrapped Asset von einer Bridge-Struktur abhängt. Bridges gelten im Kryptobereich immer wieder als Schwachstelle. Iso Ledger verweist dabei sinngemäß auf frühere Fälle, in denen über Brücken große Summen entwendet wurden. Zusätzlich bemängelt er die Kommunikation: Nach eigener Aussage habe er nach einer öffentlichen Prüfung von Upshift mehrere Fragen gestellt, bisher aber nur eine knappe Reaktion erhalten.

Seine Schlussfolgerung fällt daher vorsichtig aus: Er würde lieber abwarten, ob kommende XRPL-Erweiterungen wie XLS-66d künftig ähnliche Rendite-Modelle direkt auf dem XRP Ledger ermöglichen, ohne Wrapped Assets und ohne Bridge-Abhängigkeit.

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