Durchbruch im Krypto-Streit: Coinbase befürwortet CLARITY Act

Durchbruch im Krypto-Streit: Coinbase befürwortet CLARITY Act
Durchbruch im Krypto-Streit: Coinbase befürwortet CLARITY Act (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Im Streit um Krypto-Rewards gibt es in den USA offenbar einen wichtigen Durchbruch: Coinbase signalisiert grünes Licht für den sogenannten CLARITY Act, nachdem der finale Wortlaut zu „Rewards“ öffentlich geworden ist. Damit fällt eine der größten politischen Hürden für das Gesetz, das die Regeln für den Kryptomarkt in den Vereinigten Staaten klarer definieren soll.

Coinbase sieht Kompromiss bei Rewards und will Tempo

Coinbase hat sich positiv zur neuesten Fassung des Rewards-Abschnitts geäußert. Coinbase-CEO Brian Armstrong reagierte auf X knapp mit „Mark it up“, also sinngemäß: Ab in die Ausschussberatung. Auslöser war ein Post von Faryar Shirzad, dem Chief Policy Officer von Coinbase, der betonte, dass der entscheidende Text nun vorliegt und die Branche das Thema damit weitgehend als geklärt betrachtet.

Der Kern des Konflikts: Dürfen Krypto-Plattformen Erträge oder „Yield“ auf Stablecoin-Guthaben anbieten und damit in direkte Konkurrenz zu Banken treten? Banken hatten gewarnt, solche Angebote könnten Einlagen aus dem klassischen Bankensystem abziehen und am Ende die Kreditvergabe belasten. Der jetzt veröffentlichte Kompromiss zieht hier eine Grenze.

Demnach bleibt es verboten, Stablecoin-Guthaben so zu verzinsen, dass es klassischen Bankzinsen auf verzinste Konten entspricht. Gleichzeitig soll aber weiterhin erlaubt sein, nutzungsbasierte Rewards anzubieten, also Belohnungen, die an echte Aktivität im Netzwerk oder auf der Plattform gekoppelt sind. Im Gesetz ist dabei von „bona fide activities“ die Rede, vereinfacht: echte, nachvollziehbare Nutzung statt einer reinen Zinszahlung fürs Halten.

Auch Coinbase-Chefjurist Paul Grewal unterstrich, dass die neue Formulierung aktivitätsbasierte Rewards schützt. Genau diese Abgrenzung war ein zentraler Punkt in den Verhandlungen: Banken bekommen Einschränkungen bei „Zins-ähnlichen“ Angeboten, die Branche behält Spielraum für Rewards, die aus realer Teilnahme entstehen.

Worum es beim CLARITY Act wirklich geht

Der CLARITY Act ist ein Market-Structure-Gesetz und soll eine der wichtigsten offenen Fragen für die US-Kryptobranche beantworten: Wann gilt ein digitaler Vermögenswert als Wertpapier, wann als Rohstoff und welche Behörde ist zuständig? Im Fokus steht damit vor allem die Abgrenzung zwischen SEC und CFTC und die Frage, wer Handelsplattformen reguliert.

Mit der offenbar entschärften Rewards-Debatte rücken nun andere Baustellen stärker ins Zentrum: die genaue Zuständigkeitsverteilung zwischen den Regulierern, Regeln rund um Staking sowie Vorgaben, die Kapitalbildung und Token-Projekte betreffen. Diese Punkte werden am Ende entscheidend dafür sein, wie streng oder innovationsfreundlich das Gesetz ausfällt.

Wie es weitergeht: Zeitplan und Chancen für 2026

Laut Einschätzung von Alex Thorn, Research-Chef bei Galaxy Digital, könnte der Senate Banking Committee frühestens in der Woche ab dem 11. Mai mit einer sogenannten Markup-Phase starten, also mit der konkreten Ausschussarbeit am Gesetzestext nach der Senats-Pause. Parallel dazu signalisieren Wettmärkte steigende Erwartungen: Polymarket sieht aktuell eine Chance von 59 Prozent, dass der CLARITY Act noch in diesem Jahr Gesetz wird.

Für Coinbase und andere US-Krypto-Unternehmen wäre das ein wichtiger Schritt hin zu stabileren Spielregeln. Und für Anleger könnte es ein Signal sein, dass die USA bei der Krypto-Regulierung von der Dauer-Debatte langsam in eine konkrete Gesetzgebung übergehen.

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