BNB hat sich in den letzten Wochen wieder nach oben gearbeitet und XRP in der Krypto-Rangliste nach Marktkapitalisierung überholt. Damit steht der Coin erneut unter den Top 4. Doch für viele Anleger ist die eigentliche Frage größer: Kann BNB irgendwann sogar Ethereum gefährlich werden? Und was müsste passieren, damit Kursziele wie 10.000 Dollar überhaupt realistisch wirken?
Warum 10.000 Dollar bei BNB vor allem eine Größenfrage ist
Der Analyst „Crypto Patel“ hat diese Woche eine Rechnung geteilt, die zeigt, wo die Grenzen liegen. Aktuell kommt BNB auf eine Marktkapitalisierung von rund 80,6 Milliarden US-Dollar und liegt damit hinter Bitcoin, Ethereum und USDT. Das bisherige Allzeithoch lag bei etwa 1.370 US-Dollar, was damals einer Bewertung von ungefähr 185 Milliarden US-Dollar entsprochen haben soll.
Ein Kurs von 10.000 US-Dollar wäre allerdings eine völlig andere Hausnummer. Geht man davon aus, dass BNB durch das Burn-Programm langfristig Richtung 100 Millionen Token schrumpft, würde ein 10.000-Dollar-Kurs eine Marktkapitalisierung von rund 1 Billion US-Dollar bedeuten. Das ist eine Dimension, die heute in etwa mit dem vergleichbar ist, was Bitcoin insgesamt erreicht.
Noch deutlicher wird es beim nächsten „Superziel“: 20.000 US-Dollar pro BNB würden laut dieser Logik etwa 2 Billionen US-Dollar Bewertung ergeben. Damit wäre ein einzelner Coin mehr wert als der gesamte Kryptomarkt in seiner aktuellen Größe. Crypto Patel bringt es deshalb sinngemäß auf den Punkt: Wer 20.000 Dollar als kurzfristiges Ziel verkauft, macht eher Marketing als Analyse.
Kann BNB Ethereum wirklich überholen?
Dass BNB XRP überholt hat, ist ein starkes Signal. Der nächste Gegner in der Rangliste heißt aber Ethereum und hier ist der Abstand deutlich größer. Rein rechnerisch müsste BNB, bei heutigem Umlauf, ungefähr in den Bereich um 1.500 US-Dollar steigen, um eine Ethereum-Bewertung von rund 203 Milliarden US-Dollar zu erreichen, wenn man ETH dabei als „statisch“ annimmt.
Das klingt zunächst machbar, weil es nah an der früheren Rekordzone liegt. In der Praxis ist es aber komplizierter: Wenn der gesamte Markt anzieht, steigt Ethereum meist ebenfalls. Ein schneller „Flip“ wäre deshalb nur denkbar, wenn BNB stark Richtung Allzeithoch läuft, während Ethereum gleichzeitig eher seitwärts bleibt.
Dazu kommt ein strukturelles Risiko, das der Analyst besonders betont: die starke Abhängigkeit von Binance. Viele Treiber von BNB hängen direkt oder indirekt an der Börse, etwa das Burn-Modell, Gebühren-Vorteile, ein Teil der On-Chain-Nachfrage und auch die institutionelle Nutzung. Schlechte Nachrichten rund um Binance könnten deswegen schnell auf den BNB-Kurs durchschlagen.
Was Analysten als realistischeres Szenario sehen
Im „bullischen, aber glaubwürdigen“ Szenario sieht Crypto Patel vor allem eine Rückkehr in Richtung altes Hoch und danach eine Bewegung in den Bereich um 3.000 US-Dollar. Das wäre bereits ein großer Schritt und würde zu einem starken Marktumfeld passen.
Die sehr hohen Targets bis 20.000 US-Dollar ordnet er dagegen als Langfrist-Projektion ein. In seiner Darstellung wäre so ein Bereich frühestens ab 2029 ein Thema. Entscheidend bleibt am Ende die gleiche Kernfrage: Für fünfstellige BNB-Kurse braucht es nicht nur Rückenwind für BNB selbst, sondern einen deutlich größeren Kryptomarkt als heute.