Ist der berühmte Bitcoin-4-Jahres-Zyklus wirklich Geschichte oder läuft er weiter wie bisher? Genau darüber wird in der Krypto-Szene seit Monaten gestritten. Ein Analyst auf X hält dagegen und sagt: Die bekannte Struktur sei noch immer intakt und lasse sich auch im aktuellen Markt erstaunlich gut wiederfinden.
Analyst: Der 4-Jahres-Zyklus bei Bitcoin läuft weiterhin
Der Krypto-Analyst Mags hat am 23. Mai auf X die Frage aufgegriffen, ob der „4-Jahres-Zyklus“ bei Bitcoin vorbei ist. Hintergrund: Einige bekannte Stimmen, darunter Strategy-CEO Michael Saylor, zweifeln inzwischen daran, dass sich Bitcoin weiterhin so sauber in wiederkehrende Muster einordnen lässt.
Viele Marktteilnehmer verweisen darauf, dass dieser Zyklus heute eigentlich anders aussehen müsste. Schließlich gibt es inzwischen Spot-Bitcoin-ETFs, mehr institutionelles Geld und insgesamt eine breitere Adoption. Trotzdem kommt Mags nach seinem Vergleich alter und neuer Kursphasen zu einem anderen Schluss: Die Abfolgen ähneln sich laut ihm „fast perfekt“.
Seine Kernaussage: In früheren Phasen ließ sich Bitcoin oft in vier grobe Jahresabschnitte einteilen, die sich immer wiederholen:
- Buy (Kaufphase): Kurse sind schwach oder fallen, langfristige Käufer sammeln ein.
- Hold (Haltephase): Der Markt beginnt zu steigen, viele halten ihre Coins.
- Sell (Verkaufsphase): Kurse nähern sich Hochs, Gewinnmitnahmen nehmen zu.
- Bear (Bärenmarkt): Nach dem Höhepunkt folgt eine deutliche Korrektur oder ein längerer Abschwung.
Als Beispiel nennt er den Zyklus 2011 bis 2014: Erst fielen die Kurse (Kaufchance), danach setzte eine Aufwärtsphase ein, im dritten Jahr häuften sich Verkäufe nahe der Spitze, und im vierten Jahr folgte der Einbruch, also der klassische Bärenmarkt. Ähnliche Muster sieht er auch in den Zyklen 2015 bis 2018 sowie 2019 bis 2022.
So ordnet Mags den aktuellen Zyklus ein
Spannend ist vor allem seine Einordnung der Gegenwart. Mags behauptet, Bitcoin habe die Phasen im aktuellen Zyklus bereits durchlaufen: 2023 sei die Buy-Phase gewesen, 2024 die Hold-Phase und 2025 die Sell-Phase. Daraus leitet er ab, dass Bitcoin jetzt in der Bear-Phase steckt.
Als Argument führt er an, dass das Marktbild zuletzt eher zäh wirkte: Seitwärtsbewegungen, Druck nach unten und insgesamt weniger Momentum. Für ihn passt dieses Verhalten genau zur vierten Phase, in der der Markt typischerweise „Luft ablässt“, bevor später ein neuer Zyklus starten kann.
Wichtig: Auch wenn diese Theorie in der Community beliebt ist, bleibt sie eine vereinfachte Marktlesart. Faktoren wie ETF-Zuflüsse, Makro-Daten, Liquidität und Regulierung können den Ablauf beschleunigen, bremsen oder sogar verschieben.
Blick nach vorn: Was das Modell für 2027 bis 2030 bedeuten würde
Mags geht in seiner Analyse noch einen Schritt weiter und skizziert den nächsten möglichen Abschnitt: Der Zyklus 2027 bis 2030 könnte seiner Meinung nach wieder nach dem gleichen Muster verlaufen, also Jahr für Jahr Buy, Hold, Sell und Bear.
Falls diese Struktur tatsächlich hält, wäre 2027 laut ihm die nächste große Akkumulationsphase, also ein Zeitraum, in dem langfristige Anleger typischerweise wieder stärker einsteigen, bevor sich der Markt später erneut aufwärmt. Damit widerspricht er klar der These, der 4-Jahres-Zyklus sei „tot“. Für Mags ist eher das Gegenteil der Fall: Er sieht den Ablauf weiterhin „voll auf Kurs“.
Unterm Strich bleibt die Debatte offen. Der 4-Jahres-Zyklus kann als Orientierung helfen, ersetzt aber keine Risikoprüfung. Wer sich daran ausrichtet, sollte zusätzlich auf Marktstimmung, Volumen, ETF-Daten und die allgemeine Wirtschaftslage achten.