Bitcoin wankt, doch Bitwise sieht genau hier die nächste große Chance

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Bitcoin wankt, doch Bitwise sieht genau hier die nächste große Chance (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Bitcoin steht nach dem jüngsten Rücksetzer wieder unter Druck, doch Bitwise blickt bereits auf den größeren Risikofaktor: Rund 30 Billionen Dollar an weltweiten Schulden müssen 2026 refinanziert werden. Genau das könnte die Märkte in eine gefährliche Lage bringen, wenn Staaten sich teurer verschulden müssen und Investoren weniger bereit sind, neue Anleihen zu kaufen. Für Bitcoin könnte daraus ausgerechnet eine neue Chance entstehen.

Der Kern der Warnung liegt nicht nur im fallenden Kurs. Steigende Renditen japanischer Staatsanleihen und die Sorge des IWF vor nachlassender Nachfrage nach Staatsschulden zeigen, wie empfindlich das System werden könnte. Wenn Regierungen höhere Zinsen zahlen müssen, wächst der Druck auf Notenbanken. Und genau dort setzt die Bitcoin-These von Bitwise an: Kommt neue Liquidität ins System, könnte Bitcoin als knappes, nicht staatlich kontrolliertes Asset wieder stärker in den Fokus rücken.

Warum die Schuldenwelle für Bitcoin gefährlich und bullisch zugleich ist

Bitwise sieht Bitcoin in einer Sonderrolle, weil der Vermögenswert nicht auf einer staatlichen Bilanz steht und keinen zentralen Herausgeber braucht. In normalen Marktphasen klingt das abstrakt. In einer Phase steigender Refinanzierungskosten kann es aber zum entscheidenden Argument werden.

Wenn Staaten mehr Schulden zu höheren Zinsen neu aufnehmen müssen, steigt die Gefahr, dass Zentralbanken wieder lockerer werden. Für Bitcoin wäre das ein bekanntes Umfeld: Die Kryptowährung hat in der Vergangenheit oft dann besser abgeschnitten, wenn reale Renditen sanken. Bleibt die Inflation hartnäckig und pausiert die US-Notenbank gleichzeitig bei weiteren Zinsschritten, könnte genau diese Mischung entstehen.

Das macht die aktuelle Schwäche nicht automatisch harmlos. Aber sie verschiebt den Blick. Kurzfristig kämpft Bitcoin mit Abflüssen und schwacher Stimmung. Mittelfristig könnte jedoch die Frage entscheidend werden, ob das globale Schuldensystem erneut Liquidität braucht.

Die Zone zwischen 80.000 und 85.000 Dollar bleibt die harte Grenze

Der jüngste Anstieg über 80.000 Dollar verlor schnell an Kraft. Bitcoin erreichte kurz rund 83.000 Dollar, fiel danach aber wieder in Richtung 70.000 Dollar zurück. Auslöser waren unter anderem Abflüsse aus Bitcoin-ETPs und eine spürbar kühlere Marktstimmung.

Bitwise sieht die Zone zwischen 80.000 und 85.000 Dollar als zentrale Trennlinie. Solange Bitcoin dort scheitert, bleibt der Markt anfällig. Ein erneuter Ausbruch über diesen Bereich würde dagegen zeigen, dass Käufer bereit sind, wieder aggressiver Risiko aufzunehmen.

Der vorherige Anstieg wurde laut Bitwise durch einen Short Squeeze, stärkere On-Chain-Daten und Nettozuflüsse von rund 166,5 Millionen Dollar in Bitcoin-ETPs gestützt. Auch langfristige Halter kauften im Vormonat etwa 125.000 BTC hinzu. Doch danach drehte die Lage: Globale Bitcoin-ETPs verzeichneten mehr als eine Milliarde Dollar an Nettoabflüssen. Das hat das Vertrauen deutlich geschwächt.

Das knappe Angebot hält die Bitcoin-Story am Leben

Trotz der schwächeren Nachfrage bleibt die Angebotsseite ein wichtiger Gegenpol. Langfristige Investoren halten inzwischen 14,85 Millionen BTC. Das entspricht etwa 73 Prozent des umlaufenden Angebots. Diese Zahl zeigt, wie wenig Bitcoin tatsächlich frei am Markt verfügbar ist.

Noch deutlicher wird es bei der Haltedauer. Laut Bitwise wurden 60 Prozent aller Bitcoin seit mehr als einem Jahr nicht bewegt. 48,5 Prozent liegen seit mehr als zwei Jahren still, 42,8 Prozent seit mehr als drei Jahren und 33 Prozent seit mindestens fünf Jahren. Für Anleger bedeutet das: Wenn Nachfrage zurückkehrt, trifft sie auf ein immer engeres Angebot.

Bitwise verweist außerdem darauf, dass Bitcoin im Vergleich zu großen US-Tech-Aktien weiterhin günstig wirken könnte. Der MVRV-Wert von Bitcoin liegt demnach unter seinem langfristigen Durchschnitt, während das Kurs-Buchwert-Verhältnis des Nasdaq 100 nahe Rekordständen notiert. Das ist kein Kaufsignal allein, aber es zeigt den Bewertungsunterschied zwischen Bitcoin und überlaufenen Tech-Werten.

Entscheidend bleibt jetzt die Kurszone. Bitwise nennt 78.000 bis 80.000 Dollar als wichtigen Bereich, 83.000 bis 85.000 Dollar als erste große Hürde und 73.000 Dollar als zentrale Unterstützung. Fällt Bitcoin darunter, droht neuer Druck. Erobert der Kurs dagegen die 80.000-Dollar-Zone zurück, könnte aus der aktuellen Schwäche wieder ein Angriff auf 95.000 Dollar werden. Genau diese Linie entscheidet jetzt, ob der Rücksetzer nur eine Bereinigung war oder der Beginn eines tieferen Abverkaufs.


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