Strive bereitet den nächsten großen Schritt seiner Bitcoin-Strategie vor. Das Unternehmen will seine Kapitalprogramme um insgesamt 4,2 Milliarden Dollar ausweiten und sich damit deutlich mehr Spielraum für weitere BTC-Käufe verschaffen. Für den Markt ist das ein klares Signal: Der Kampf um große Bitcoin-Bestände bleibt nicht nur ein Thema bei Strategy, sondern wird zunehmend breiter.
CEO Matt Cole erklärte, Strive wolle sowohl das ASST- als auch das SATA-At-the-Market-Programm jeweils um 2,1 Milliarden Dollar vergrößern. Über solche Programme kann ein Unternehmen Wertpapiere direkt am Markt ausgeben und die Erlöse für seine Strategie nutzen. Wichtig ist aber: Diese Summe ist keine bereits eingesammelte Liquidität, sondern eine mögliche Kapazität für künftige Kapitalmaßnahmen.
Strive expects to increase the size of both the $ASST and $SATA ATM programs by $2.1 billion each, reflecting a sustained increase in liquidity and demand for both securities.
— Matt Cole (@ColeMacro) June 1, 2026
We will provide a balance sheet update tomorrow pre-market.
Trotzdem ist die Botschaft deutlich. Strive will bereit sein, schnell neues Kapital aufzunehmen, wenn Marktliquidität und Nachfrage stimmen. Der mögliche Zweck liegt auf der Hand: mehr Bitcoin für die eigene Bilanz.
Warum diese 4,2 Milliarden Dollar jetzt so viel Gewicht haben
Strive gehört inzwischen zu den größten börsennotierten Bitcoin-Treasury-Unternehmen. Das Unternehmen hält nach aktuellen Angaben rund 16.500 BTC, die zuletzt mit etwa 1,27 Milliarden Dollar bewertet wurden. Damit liegt Strive im öffentlichen Ranking der Corporate-Bitcoin-Halter bereits auf Platz sieben.
Vor Strive stehen unter anderem Strategy, Twenty One Capital, Metaplanet, MARA Holdings, Bitcoin Standard Treasury Company und Bullish. Besonders der Abstand zu Strategy bleibt riesig, doch genau deshalb ist Strives Tempo bemerkenswert. Das Unternehmen baut seine Bitcoin-Position erst seit vergleichsweise kurzer Zeit aggressiv aus und versucht, über spezielle Kapitalinstrumente schneller BTC zu akkumulieren.
Erst in der vergangenen Woche nahm Strive über eine bevorzugte Aktienstruktur rund 194 Millionen Dollar ein. Das entspricht rechnerisch etwa 2.621 BTC zu aktuellen Marktpreisen. Sollte das Unternehmen künftig größere Teile der geplanten ATM-Kapazität tatsächlich nutzen, könnte der Kaufdruck auf Bitcoin deutlich zunehmen.
SATA wird zum Motor der Bitcoin-Strategie
Eine Schlüsselrolle spielt dabei das SATA-Programm. Strive hatte seine Variable Rate Series A Perpetual Preferred Stock im November 2025 gestartet und das Angebot damals von ursprünglich 1,25 Millionen auf 2 Millionen Aktien erhöht. Schon zu diesem Zeitpunkt hatte das Unternehmen weitere BTC gekauft und seine Bitcoin-Bestände deutlich ausgebaut.
SATA ist für Strive mehr als nur ein Finanzprodukt. Es ist der Mechanismus, mit dem das Unternehmen Kapital einsammeln und in Bitcoin umleiten kann, ohne klassische Stammaktien sofort massiv zu verwässern. Genau diese Struktur macht Strive für Anleger spannend, aber auch riskant.
Denn das Modell hängt an mehreren Bedingungen: Die Nachfrage nach den Papieren muss hoch bleiben, die Dividenden müssen bedient werden und Bitcoin darf nicht in eine Phase geraten, in der die Bilanzlogik plötzlich unter Druck kommt. Je stärker Strive seine Strategie auf BTC ausrichtet, desto enger wird die Aktie mit der Bitcoin-Entwicklung verbunden.
Jetzt zählt, ob Nachfrage und Bitcoin-Preis mitspielen
Strive verweist auf steigende Liquidität und Nachfrage bei den eigenen Wertpapieren. Auch CIO Ben Werkman hob hervor, dass SATA zuletzt am Ex-Dividenden-Tag mehr als 100 Millionen Dollar Handelsvolumen erreichte und nur leicht unter dem Nennwert schloss. Für Strive ist das ein positives Zeichen: Der Markt nimmt das Instrument weiter an.
Für Bitcoin-Anleger entsteht daraus ein klarer Konflikt. Hält die Nachfrage nach Strives Papieren an, kann das Unternehmen weiter Kapital in Richtung BTC lenken und seine Rolle als institutioneller Käufer ausbauen. Kippt die Nachfrage oder gerät Bitcoin stärker unter Druck, wird genau diese aggressive Strategie zur Belastungsprobe.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur, ob Strive weitere Milliarden aufnehmen kann. Entscheidend ist, ob der Markt dem Unternehmen genug Vertrauen gibt, um diese Kapazität tatsächlich in neue Bitcoin-Käufe zu verwandeln. Genau dort entscheidet sich jetzt, ob Strive zum nächsten großen BTC-Treasury-Gewinner wird oder ob die aggressive Akkumulation zur ersten echten Bewährungsprobe wird.