Bitcoin könnte nach dem jüngsten Kursrückgang einen Boden gefunden haben. Während der BTC-Kurs am 12. Oktober wieder bei rund 83.500 US-Dollar liegt, zeigen neue On-Chain-Daten eine auffällige Entwicklung: Große Bitcoin-Investoren halten weiterhin rund drei Millionen BTC, obwohl der Markt zuletzt deutlich unter Druck geraten ist. Doch ausgerechnet die US-Bitcoin-ETFs liefern bislang keine überzeugende Bestätigung für eine nachhaltige Erholung.
Anfang Oktober war Bitcoin zeitweise noch bis in den Bereich von 87.000 US-Dollar gestiegen. Anschließend folgte ein Rücksetzer, der den Kurs am 8. Oktober auf rund 80.300 US-Dollar drückte. Seitdem konnte sich die Kryptowährung wieder stabilisieren. Die entscheidende Frage lautet nun, ob dieser Bereich tatsächlich das vorläufige Tief markiert oder lediglich eine kurze Erholung innerhalb einer größeren Korrektur darstellt.
Die Analysten von xWIN Japan sehen jedenfalls erste Hinweise auf eine Bodenbildung. In einer auf CryptoQuant veröffentlichten Analyse verweisen sie auf drei Entwicklungen, die auf eine allmähliche Verbesserung der Marktstruktur hindeuten.
Warum Bitcoin-Wale trotz Kursrückgang nicht verkaufen
Auffällig ist das Verhalten großer Bitcoin-Investoren. Laut xWIN Japan sind die Bestände der sogenannten Wale auf rund drei Millionen BTC gestiegen und blieben selbst während der jüngsten Kurskorrektur auf einem erhöhten Niveau.
Das deutet darauf hin, dass größere Marktteilnehmer ihre Positionen bislang nicht massiv reduziert haben. Statt einer breiten Verkaufswelle zeigt sich bei diesen Anlegergruppen weiterhin eine vergleichsweise stabile Haltung.
Allerdings sind hohe Walbestände allein noch kein Beweis dafür, dass der Bitcoin-Kurs unmittelbar wieder steigen wird. Entscheidend ist, ob die großen Investoren ihre Bestände tatsächlich weiter aufbauen oder bei einer Erholung beginnen, Gewinne mitzunehmen.
Auch die Bitcoin-Reserven auf zentralisierten Kryptobörsen liefern ein vorsichtig positives Signal. Zwar gab es zuletzt einen leichten Anstieg, insgesamt befinden sich die verfügbaren BTC-Bestände laut Analyse aber weiterhin auf einem niedrigen Niveau.
Das kann den unmittelbaren Verkaufsdruck begrenzen, weil weniger Bitcoin direkt auf Börsen gehalten werden. Gleichzeitig lässt sich daraus nicht automatisch auf eine Angebotsverknappung schließen: Transfers zwischen Börsen, Verwahrstellen und institutionellen Wallets können die Kennzahl ebenfalls beeinflussen.
Ein drittes Signal liefert die sogenannte Apparent Demand. Diese On-Chain-Kennzahl soll Veränderungen der tatsächlichen Bitcoin-Nachfrage sichtbar machen.
Nach zuvor stark negativen Werten hat sich der Indikator laut xWIN Japan deutlich erholt. Allerdings liegt er weiterhin unter null. Die Nachfrage entwickelt sich damit zwar in die richtige Richtung, reicht nach dieser Messgröße aber noch nicht aus, um eine überzeugende Trendwende zu bestätigen.
Genau darin liegt der entscheidende Unterschied zwischen einer möglichen Bodenbildung und dem Beginn eines nachhaltigen Aufwärtstrends.
Bitcoin-ETFs bremsen die Erholung: Hunderte Millionen Dollar fließen ab
Während die On-Chain-Daten erste Hoffnung machen, fällt die Entwicklung bei den US-Bitcoin-Spot-ETFs deutlich schwächer aus. Am 7. Oktober verzeichneten die Fonds Nettoabflüsse von rund 484,9 Millionen US-Dollar. Am folgenden Handelstag zogen Anleger weitere 244,1 Millionen US-Dollar ab.
Innerhalb von nur zwei Handelstagen summierten sich die Abflüsse damit auf rund 729 Millionen US-Dollar.
Am 9. Oktober drehte die Bilanz zwar wieder leicht ins Positive. Mit Nettozuflüssen von lediglich 21,1 Millionen US-Dollar fiel die Gegenbewegung allerdings vergleichsweise schwach aus. Insgesamt ergibt sich für die ersten sieben US-Handelstage im Oktober weiterhin ein Nettoabfluss von rund 386 Millionen US-Dollar.
Damit fehlt Bitcoin ausgerechnet bei einer wichtigen institutionellen Nachfragequelle die Unterstützung.
US-Wahlen und Fed: Diese Kursmarken entscheiden jetzt
Neben den On-Chain-Daten rückt auch das wirtschaftliche und politische Umfeld stärker in den Mittelpunkt. Am 3. November finden in den USA die Zwischenwahlen statt. Für die Finanzmärkte könnte das Ergebnis wichtige Hinweise auf den künftigen politischen Handlungsspielraum der Regierung liefern.
Nach Einschätzung von xWIN Japan könnte eine Verringerung der politischen Unsicherheit Anleger dazu bewegen, ihre Positionierung bei risikoreicheren Anlagen wie Bitcoin neu zu bewerten. Ein positiver Effekt ist allerdings keineswegs garantiert. Das Wahlergebnis allein verändert weder die Geldpolitik der US-Notenbank noch die Liquidität an den Finanzmärkten.
Bei der Federal Reserve hat sich die Ausgangslage zuletzt etwas entspannt. Nachdem die Fed im September ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte angehoben hatte, deuteten die jüngsten Aussagen und Sitzungsprotokolle eher auf eine Pause im Oktober hin.
Die Märkte preisen derzeit nur eine Wahrscheinlichkeit von ungefähr 18 bis 19 Prozent für eine weitere Zinserhöhung im Oktober ein. Für Dezember bleibt eine zusätzliche Straffung allerdings ein mögliches Szenario.
Jetzt einsteigen?
Bitcoin kaufen | Bitcoin mit PayPal kaufen | Bitcoin Sparplan einrichten