Der Bitcoin-Kurs steht erneut unter Druck. Nachdem die US-Notenbank Fed eine weitere Zinserhöhung bis Jahresende in Aussicht gestellt hat, fiel Bitcoin am Donnerstagmorgen zeitweise in Richtung 82.000 Dollar. Gleichzeitig verschlechtert sich ein Marktindikator, der bereits seit mehreren Tagen eine zunehmende Schwäche signalisiert. Für Anleger stellt sich damit die Frage, ob der Rücksetzer bald endet oder ein größerer Abverkauf droht.
Die entscheidende Nachricht aus Washington: Die meisten Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses halten eine weitere Zinserhöhung im laufenden Jahr für wahrscheinlich. Damit könnte das Zinsumfeld für risikoreiche Anlagen länger angespannt bleiben als von vielen Investoren erhofft.
Fed-Protokoll sorgt für neue Sorgen: Warum Bitcoin jetzt unter Druck steht
Aus dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll der Fed-Sitzung vom 15. und 16. September geht hervor, dass die Notenbank weiterhin entschlossen gegen die hartnäckige Inflation vorgehen will.
Bereits im September hatte man den US-Leitzins einstimmig um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Nun zeigt sich, dass eine Mehrheit der Teilnehmer einen weiteren Zinsschritt bis Ende 2026 für angemessen hält. Eine endgültige Entscheidung wurde allerdings nicht getroffen.
Die Sorge der Notenbanker ist nachvollziehbar: Die Inflation bleibt über dem angestrebten Ziel von zwei Prozent. Besonders steigende Energiekosten, geopolitische Spannungen und die hohen Investitionen in KI-Infrastruktur könnten den Preisdruck weiter verstärken.
Für Bitcoin ist das problematisch. Höhere Zinsen machen vergleichsweise sichere Anlagen attraktiver und verteuern gleichzeitig die Finanzierung. Hinzu kommt, dass steigende Anleiherenditen und ein stärkerer US-Dollar häufig die Risikobereitschaft an den Finanzmärkten belasten.
Allerdings bedeutet das Fed-Protokoll nicht automatisch, dass bereits bei der nächsten Sitzung am 27. und 28. Oktober die Zinsen erneut steigen. Marktbeobachter rechnen eher mit einer möglichen Pause im Oktober, während eine weitere Anhebung im Dezember zur Debatte steht. Entscheidend bleiben die kommenden Inflations- und Arbeitsmarktdaten.
Bitcoin-Analyst warnt: Dieser Indikator nähert sich einer kritischen Grenze
Zusätzliche Warnsignale liefert die Analyse des On-Chain-Experten Axel Adler Jr.. Seinen Daten zufolge begann die Schwächephase bei Bitcoin bereits vor der Veröffentlichung des Fed-Protokolls. Am 7. Oktober rutschte der Kurs zunächst von rund 85.500 auf 83.900 Dollar.
Nach der Veröffentlichung um 20 Uhr deutscher Zeit stabilisierte sich Bitcoin kurzfristig bei etwa 83.400 Dollar, bevor der Kurs bis zum frühen Donnerstagmorgen auf rund 82.800 Dollar zurückging. Besonders auffällig ist die Entwicklung des sogenannten Bitcoin Regime Score. Dieser von Adler verwendete Marktindikator soll anzeigen, ob positive oder negative Signale das Marktumfeld dominieren.
Innerhalb einer Woche verschlechterte sich der Wert von minus 13 auf minus 22 Punkte. Damit liegt der Indikator zwar weiterhin in seiner neutralen Zone, die negativen Signale überwiegen jedoch deutlich.
Für die weitere Entwicklung sind laut Adler zwei Schwellen entscheidend:
- Unter minus 30 Punkten: Der Regime Score würde nach seiner Methodik in den bärischen Bereich wechseln und damit eine weitere Verschlechterung des Marktumfelds anzeigen.
- Über null Punkten: Positive Signale würden wieder überwiegen, was auf eine Stabilisierung hindeuten könnte.
Wichtig ist allerdings, dass dieser Indikator keine zuverlässige Vorhersage einzelner Kursbewegungen liefert. Auch ein Rückgang unter minus 30 würde einen weiteren Bitcoin-Crash nicht garantieren.
Diese Bitcoin-Marken entscheiden jetzt über Erholung oder weiteren Abverkauf
Neben dem Regime Score rücken auch konkrete Kursbereiche stärker in den Mittelpunkt. Besonders kritisch ist derzeit die Zone zwischen 82.000 und 83.000 Dollar. Bitcoin hat den Bereich um 83.000 Dollar bereits unterschritten und damit kurzfristig an Stabilität verloren.
Sollte sich der Verkaufsdruck fortsetzen und auch die Unterstützung bei rund 82.000 Dollar nicht halten, könnte die psychologisch wichtige Marke von 80.000 Dollar in den Fokus geraten. Auf der Oberseite müsste Bitcoin zunächst wieder über 83.400 Dollar steigen, um die jüngste Schwäche etwas abzumildern. Eine deutlichere Verbesserung des Chartbildes wäre jedoch erst bei einer Rückeroberung der Zone zwischen 85.500 und 86.500 Dollar erkennbar.
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