Bitcoin hat sich in den letzten Wochen von seinen Tiefs erholt, doch direkt über dem aktuellen Kurs wartet eine Zone, die vielen Tradern Kopfzerbrechen bereitet. On-Chain- und Chartdaten deuten darauf hin, dass sich zwischen 84.000 und 88.000 US-Dollar besonders viel „verkaufsbereites“ Angebot staut. Genau dieser Bereich könnte entscheiden, ob die Rally weiterläuft oder ob es erst einmal wieder nach unten geht.
Warum die Zone zwischen 84.000 und 88.000 US-Dollar so wichtig ist
Laut einer Analyse des Krypto-Analysten Sherlockwhale liegt im Bereich von 84.000 bis 88.000 US-Dollar einer der größten Angebots-Cluster im aktuellen Bitcoin-Markt. Der Hintergrund: Als Bitcoin im Januar die 84.000-Dollar-Marke verlor, rutschten viele Käufer, die in diesem Bereich eingestiegen waren, in den Verlust. In Summe sollen rund 1,2 Millionen BTC zeitweise „unter Wasser“ gewesen sein.
Wenn der Kurs nun wieder nach oben läuft, bekommen diese Anleger eine Gelegenheit, nahe ihres Einstiegspreises auszusteigen. Genau das kann eine Rally ausbremsen, weil Verkäufe in dieser Zone zunehmen, sobald der Kurs dorthin zurückkehrt.
Dazu kommt ein weiterer technischer Faktor: Die durchschnittlichen Einstandspreise der kurzfristigen Halter. Als Short-Term Holder gelten Investoren, die ihre Coins in den letzten 155 Tagen gekauft haben. Deren Kostenbasis liegt nach den Daten in etwa zwischen 86.900 und 88.000 US-Dollar. Auch das wirkt wie ein zusätzlicher „Deckel“ über dem Markt, weil viele dieser Käufer bei einer Rückkehr dorthin ebenfalls zu Gewinnmitnahmen oder zumindest zum Break-even-Verkauf neigen könnten.
Zwei mögliche Szenarien für den nächsten Bitcoin-Schub
Aus Sicht der technischen Analyse lassen sich grob zwei Wege skizzieren, wie es von hier aus weitergehen könnte. Im ersten Szenario steigt Bitcoin direkt in den Bereich 84.000 bis 86.000 US-Dollar hinein, trifft dort auf starken Verkaufsdruck und wird abgewiesen. In so einem Fall rückt ein Rücksetzer in Richtung 70.000 US-Dollar als nächster großer Support wieder stärker in den Fokus.
Das zweite Szenario wäre unruhiger: Bitcoin könnte zunächst noch einmal unter 80.000 US-Dollar dippen, dann wieder Momentum aufbauen und anschließend in den Angebots-Cluster hineinlaufen. Die Kernaussage bleibt in beiden Varianten ähnlich: Erst oberhalb der Zone um 86.900 bis 88.000 US-Dollar würde der Markt ein wichtiges Signal bekommen, dass die Verkäufer dort wirklich geschluckt werden.
Worauf Trader jetzt besonders achten
Zum Zeitpunkt der Analyse bewegt sich Bitcoin um die 80.000 US-Dollar und hat zuletzt kurzfristig sogar die 82.000 US-Dollar angetestet, bevor der Kurs wieder etwas zurücklief. Die entscheidende Frage ist nun, wie der Markt reagiert, sobald die 84.000-Dollar-Zone erreicht wird.
Ein Wochenschluss über 84.000 US-Dollar würde die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Bitcoin den Widerstand nicht sofort abprallen lässt. Die größere Bestätigung wäre jedoch ein sauberer Durchbruch über die Kostenbasis der kurzfristigen Halter, also über den Bereich 86.900 bis 88.000 US-Dollar. Scheitert der Kurs dort deutlich, bleibt 70.000 US-Dollar laut Chartbild ein zentraler Bereich, auf den viele Marktteilnehmer als mögliches Rücklaufziel schauen.