Bitcoin hat sich seit dem Jahrestief Anfang Februar Schritt für Schritt erholt. Doch vor dem Kurs liegt nicht einfach nur der nächste Widerstand, sondern eine Marke, die in den vergangenen Marktzyklen statistisch eine besondere Rolle gespielt hat. Historische Daten deuten darauf hin, dass Bitcoin nach dem Überschreiten eines bestimmten Erholungsniveaus sein jeweiliges Zyklustief bislang nie wieder getestet hat.
Die 30 Prozent Regel: Was dahintersteckt
Ausgangspunkt ist das Tief bei rund 61.300 US Dollar, das Bitcoin Anfang Februar während eines breiten Abverkaufs an den Märkten markiert hat. Seitdem konnte sich der Kurs deutlich stabilisieren, obwohl immer wieder Prognosen kursierten, Bitcoin könne nochmals deutlich tiefer fallen.
Ein Datensatz, auf den der Marktteilnehmer Isaiah Douglass aufmerksam gemacht hat, stellt eine einfache Beobachtung in den Mittelpunkt: Sobald Bitcoin sich um 30 Prozent von einem Zyklustief erholt hat, ist der Kurs in der Vergangenheit nicht mehr zu diesem Tief zurückgekehrt. Laut den Daten traf das bisher in sechs von sechs Fällen zu, über einen Zeitraum von mehr als 13 Jahren.
Als Beispiele werden mehrere große Tiefpunkte genannt, darunter November 2011 bei 2,01 US Dollar, Januar 2015 bei 152 US Dollar, der Crash im März 2020 bei 3.858 US Dollar sowie die Tiefs aus Juni 2022 und November 2022 nach dem FTX Kollaps. In allen Fällen galt: Nach einer Erholung von 30 Prozent wurde das jeweilige Tief nicht mehr besucht, und der Markt setzte später zu neuen Hochs an.
Diese Marke steht jetzt im Fokus
Übertragen auf den aktuellen Zyklus ergibt sich aus dem Jahrestief bei 61.303 US Dollar eine 30 Prozent Erholungsmarke von etwa 79.694 US Dollar. Genau diese Zone wird nun als eine Art Bestätigungsniveau betrachtet.
Bitcoin hat in dieser Woche bereits die 79.000 US Dollar erreicht und notierte zuletzt bei rund 77.620 US Dollar. Damit liegt die Erholung bei ungefähr 28 Prozent. Rein rechnerisch würde ein weiterer Anstieg um etwa 2,7 Prozent ausreichen, um die Marke zu überschreiten, die in der Vergangenheit häufig den Übergang von Unsicherheit zu einem stärker gefestigten Aufwärtstrend markiert hat.
On Chain Signale stützen die Erholung
Zusätzliche Aufmerksamkeit bekommt die historische Regel durch die aktuelle Marktlage. Berichten zufolge sind die Bitcoin Bestände auf Börsen auf neue Tiefstände gefallen. Gleichzeitig soll die Akkumulation durch große Wallets in den vergangenen 30 Tagen besonders stark gewesen sein. Genannt wird ein Zuwachs von ungefähr 270.000 BTC, was laut Einordnung der Daten der größte monatliche Nettoaufbau seit 2013 gewesen sein soll.
Ob die 30 Prozent Marke auch diesmal hält, bleibt offen, denn vergangene Muster sind keine Garantie. Klar ist aber: Der Bereich um 79.700 US Dollar wird für viele Trader zur entscheidenden Messlatte, weil er historisch oft ein Punkt war, an dem das vorherige Tief endgültig aus dem Spiel genommen wurde.