Bitcoin steht erneut unter Verkaufsdruck, und die Schwäche kommt offenbar vor allem vom US-Markt. Während BTC aktuell bei rund 83.500 US-Dollar notiert, zeigt der Coinbase Premium Index einen deutlichen Abschlag gegenüber Binance. Gleichzeitig ziehen Anleger Kapital aus US-Bitcoin-ETFs ab. Damit wächst das Risiko, dass Bitcoin erneut die psychologisch wichtige Marke von 80.000 US-Dollar testen muss.
Die Entwicklung fällt in eine Phase, in der steigende Anleiherenditen, ein starker US-Dollar und geopolitische Unsicherheiten die Risikobereitschaft belasten. Besonders auffällig ist dabei der Unterschied zwischen den Handelsplätzen Coinbase und Binance.
Eine Analyse auf CryptoQuant sieht Hinweise darauf, dass professionelle US-Marktteilnehmer ihre Bitcoin-Positionen stärker reduzieren als Händler auf Binance.
Coinbase sendet ein Warnsignal: US-Nachfrage bleibt schwach
Im Mittelpunkt steht der sogenannte Coinbase Premium Index. Dieser misst, ob Bitcoin auf Coinbase im Vergleich zur internationalen Kryptobörse Binance mit einem Aufschlag oder Abschlag gehandelt wird.
Ein positiver Wert deutet auf eine stärkere Nachfrage auf Coinbase hin. Fällt der Indikator dagegen unter null, wird Bitcoin dort günstiger gehandelt als auf Binance. Das spricht für eine schwächere US-Nachfrage oder einen vergleichsweise höheren Verkaufsdruck.
Genau dieses Muster zeigt sich derzeit. Laut Daten des Analyseportals Axel Adler Jr. lag der Coinbase Premium Index am 12. Oktober bei -84,61. Auch der Sieben-Tage-Durchschnitt war mit rund -58,82 deutlich negativ. Die Werte beziehen sich auf die Skalierung des jeweiligen Datenanbieters und sind nicht als prozentualer Preisabschlag zu verstehen.
Der Indikator signalisiert damit nicht nur eine kurzfristige Abweichung zwischen zwei Börsen. Die anhaltend negative Entwicklung deutet darauf hin, dass die Nachfrage auf dem US-Handelsplatz bereits seit mehreren Tagen hinter dem internationalen Markt zurückbleibt.
Allerdings lässt sich daraus nicht zweifelsfrei ableiten, dass ausschließlich institutionelle Investoren verkaufen. Auch Privatanleger nutzen Coinbase, während auf Binance ebenfalls große professionelle Händler aktiv sind.
Der Coinbase Premium Index ist deshalb ein Hinweis auf die relative Stärke des US-Marktes, aber kein direkter Nachweis institutioneller Bitcoin-Verkäufe.
Bitcoin-ETFs verlieren Millionen: Warum der Dollar die Lage verschärft
Zusätzlichen Druck erzeugen die Kapitalabflüsse aus amerikanischen Bitcoin-Spot-ETFs. Am 12. Oktober verzeichneten diese Fonds laut Daten von SoSoValue Nettoabflüsse von rund 65,4 Millionen US-Dollar. Bemerkenswert ist, dass der gesamte Rückgang auf den iShares Bitcoin Trust (IBIT) von BlackRock entfiel.
Über die fünf Handelstage bis zum 12. Oktober summierten sich die gemeldeten Nettoabflüsse auf etwa 654,5 Millionen US-Dollar. Die ETF-Daten ergänzen damit das Warnsignal des Coinbase Premium Index: Auf zwei unterschiedlichen Ebenen zeigen sich Anzeichen einer nachlassenden US-Nachfrage. Ein wichtiger Auslöser dürfte das schwierige makroökonomische Umfeld sein.
Der US-Dollar-Index DXY kletterte am 12. Oktober zeitweise auf rund 102,61 Punkte und erreichte damit ein Niveau, das zuletzt im Frühjahr 2025 beobachtet wurde. Am Morgen des 13. Oktober lag er weiterhin bei ungefähr 102,4 Punkten.
Ein starker Dollar kann Bitcoin aus mehreren Gründen belasten. Internationale Anleger müssen bei einer Aufwertung der US-Währung mehr ihrer Heimatwährung für dollarbasierte Vermögenswerte aufbringen. Gleichzeitig können höhere Renditen sicherer Anleihen riskantere Anlagen weniger attraktiv machen.
Hinzu kommen geopolitische Spannungen im Nahen Osten und der Krieg in der Ukraine. Steigende Energiepreise erhöhen das Risiko hartnäckiger Inflation und erschweren mögliche Zinssenkungen.
Bitcoin bei 83.500 Dollar: Diese Marken entscheiden über den nächsten Rücksetzer
Trotz des schwachen institutionellen Nachfragebildes zeigt Bitcoin bislang keinen unkontrollierten Ausverkauf. Am 13. Oktober notiert BTC bei rund 83.500 US-Dollar. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden bewegte sich der Kurs nach Angaben von Binance ungefähr zwischen 80.960 und 84.250 US-Dollar.
Damit rücken zwei Kurszonen in den Mittelpunkt. Die erste liegt im Bereich zwischen 80.000 und 81.000 US-Dollar. Dort befindet sich eine kurzfristig relevante Unterstützungszone, die Käufer verteidigen müssen. Fällt Bitcoin nachhaltig darunter, würde sich das technische Bild weiter verschlechtern. Weitere Verkäufe könnten dann zusätzlichen Druck auslösen.
Auf der Oberseite gilt dagegen zunächst der Bereich zwischen 84.000 und 84.500 US-Dollar als wichtige Hürde. Eine Rückeroberung dieser Zone wäre ein erstes Zeichen dafür, dass Käufer wieder stärker auftreten. Für eine überzeugendere Erholung müsste Bitcoin anschließend auch den Bereich um 86.500 US-Dollar überwinden, der bereits in jüngsten Marktanalysen als wichtige Orientierung genannt wurde.
Allerdings gibt es auch Hinweise darauf, dass der Verkaufsdruck nicht überall gleichermaßen zunimmt. CryptoQuant-Daten zeigten zuletzt vergleichsweise niedrige Bitcoin-Zuflüsse zu Binance. Das spricht nicht für einen flächendeckenden Anstieg unmittelbar zum Verkauf bereitstehender Coins.
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