Der Bitcoin-Markt steht unter Druck. Während die US-Regierung am 8. Oktober Bitcoin im Wert von rund einer Milliarde US-Dollar bewegte, zeigt eine neue Analyse von CryptoQuant einen deutlichen Anstieg der Verlusttransfers kurzfristiger Anleger.
Insgesamt wurden 55.600 BTC mit Verlust an Kryptobörsen übertragen. Die entscheidende Frage lautet jetzt: Droht eine weitere Verkaufswelle oder nähert sich Bitcoin bereits einer möglichen Bodenbildung?
Am Freitag, dem 9. Oktober, notiert Bitcoin im Bereich von 82.000 US-Dollar. Am Vortag war der Kurs zeitweise auf rund 80.400 US-Dollar gefallen, nachdem er zu Wochenbeginn noch nahe 87.000 US-Dollar gehandelt wurde. Damit bleibt die Lage angespannt.
Zusätzliche Unsicherheit entstand durch eine ungewöhnlich große On-Chain-Transaktion. Nach Daten des Blockchain-Analyseunternehmens Arkham wurden 12.267 BTC aus einer Wallet bewegt, die mit beschlagnahmten Bitcoin aus dem Bitfinex-Hack von 2016 in Verbindung steht. Der Gegenwert lag zum Zeitpunkt der Transaktion bei etwa 1,01 Milliarden US-Dollar.
Die Coins landeten allerdings auf nicht eindeutig zugeordneten Adressen und nicht direkt auf einer bekannten Kryptobörse. Ein Verkauf durch die US-Regierung ist daher bislang nicht bestätigt. Die Transaktion könnte ebenso eine interne Umstrukturierung der Wallet-Bestände darstellen.
55.600 Bitcoin mit Verlust: Warum die neuen Daten alarmieren
Besonders auffällig ist die Entwicklung beim sogenannten Short-Term Holder P&L to Exchanges Indicator von CryptoQuant. Dieser Indikator untersucht, in welchem Umfang kurzfristige Bitcoin-Besitzer ihre Coins mit Gewinn oder Verlust an Handelsplattformen übertragen. Als kurzfristige Halter gelten üblicherweise Marktteilnehmer, die ihre Bitcoin weniger als 155 Tage besitzen.
Laut der aktuellen CryptoQuant-Analyse erreichten die verlustbehafteten Börsentransfers am 8. Oktober einen Wert von minus 55.600 BTC. Zum Vergleich: Am 26. Juni hatte der Indikator bei minus 49.250 BTC gelegen. Der jüngste Ausschlag fällt damit rund 12,9 Prozent stärker aus.
Während Bitcoin beim früheren Vergleichswert etwa 59.300 US-Dollar kostete, wurde die Kryptowährung beim aktuellen Signal oberhalb von 81.000 US-Dollar gehandelt.
Das bedeutet: Obwohl Bitcoin heute deutlich höher bewertet ist, bewegen kurzfristige Anleger größere Bitcoin-Mengen mit Verlust in Richtung Handelsplattformen.
Dieses Verhalten kann darauf hindeuten, dass zuletzt eingestiegene Investoren ihre Positionen zunehmend infrage stellen. Wer Bitcoin während höherer Kursphasen gekauft hat, steht nach dem jüngsten Rückgang möglicherweise unter Druck.
Warum der Verkaufsdruck auch eine Bitcoin-Erholung vorbereiten könnte
Die hohen Verlusttransfers müssen nicht zwangsläufig einen weiteren Kurssturz ankündigen. In früheren Marktphasen fiel verstärktes Verlustverhalten kurzfristiger Anleger teilweise mit einer sogenannten Kapitulation zusammen. Dabei geben insbesondere nervöse oder hoch eingestiegene Investoren ihre Positionen auf, während längerfristig orientierte Marktteilnehmer die angebotenen Coins aufnehmen können.
Wenn sich dieser Prozess seinem Ende nähert, kann der nachlassende Verkaufsdruck eine Stabilisierung begünstigen. Ob Bitcoin tatsächlich vor einem solchen Wendepunkt steht, lässt sich aus den aktuellen CryptoQuant-Daten allein jedoch nicht ableiten.
Hinzu kommt, dass die jüngste Kursschwäche nicht ausschließlich durch On-Chain-Transaktionen erklärt werden kann. Auch steigende US-Anleiherenditen, ein stärkerer Dollar und die Unsicherheit über die weitere Geldpolitik haben Risikoanlagen zuletzt belastet.
Die Transaktionen der US-Regierung verstärken in diesem Umfeld vor allem die Unsicherheit. Bereits am 7. Oktober waren nach Arkham-Daten weitere Bestände aus beschlagnahmten Vermögenswerten in Richtung Coinbase Prime bewegt worden. Da Coinbase Prime auch Verwahrdienstleistungen anbietet, lässt sich daraus ebenfalls kein bestätigter Verkauf ableiten.
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