Bitcoin unter 60.000: ETF-Abflüsse und US-Reserve-Pläne

Bitcoin unter 60.000: ETF-Abflüsse und US-Reserve-Pläne
Bitcoin unter 60.000: ETF-Abflüsse und US-Reserve-Pläne (Foto KI generiert)
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Bitcoin ist in dieser Woche deutlich unter Druck geraten: Der Kurs rutschte zeitweise unter die wichtige Marke von 60.000 US-Dollar und markierte damit ein neues Tief in diesem Bärenmarkt. Während der Konflikt zwischen den USA und dem Iran zuletzt kaum noch für sichtbare Ausschläge sorgte, rücken andere Themen in den Fokus, darunter Bewegungen in großen Bitcoin-Reserven und ein Update aus Washington zur geplanten strategischen Bitcoin-Reserve.

Bitcoin fällt unter 60.000 Dollar: Was den Markt gerade bewegt

BTC fiel auf rund 59.000 US-Dollar und unterschritt damit das Februar-Tief bei 60.000 US-Dollar. Das ist der niedrigste Stand seit dem Hoch im Oktober 2025. Auffällig ist: Der Kursrutsch fiel in eine Phase, in der der Krieg zwischen den USA und Iran in den Hintergrund rückte und der Markt auf politische Entwicklungen zuletzt vergleichsweise gelassen reagierte.

Gleichzeitig sorgte eine Nachricht aus dem Umfeld großer Bitcoin-Bestände für Aufmerksamkeit: Strategy (früher MicroStrategy) hat 32 BTC aus der eigenen Reserve verkauft. Es war laut Bericht der erste Verkauf aus dieser Reserve seit 2022, damals im Zusammenhang mit Steueroptimierung. Vor der Veröffentlichung der entsprechenden Einreichung lag Bitcoin demnach noch über 71.000 US-Dollar, seitdem setzte eine spürbare Abwärtsbewegung ein.

Firmengründer Michael Saylor sieht den Hauptgrund jedoch nicht im Verkauf selbst. Er verweist vielmehr auf einen breiteren Liquiditätsabfluss aus Krypto, unter anderem in Richtung KI-Infrastruktur. Zusätzlich belasteten Mittelabflüsse aus Bitcoin-ETFs: Seit Mitte Mai sollen laut seiner Aussage rund 4 Milliarden US-Dollar aus diesen Produkten abgeflossen sein, was Verkaufsdruck erzeugen kann.

Auch geopolitisch blieb der Markt zuletzt vergleichsweise ruhig. US-Präsident Donald Trump erklärte in dieser Woche, dass Gespräche zwischen den USA und Iran weiterhin laufen, trotz Berichten über eine Pause in den Verhandlungen. Bitcoin reagierte darauf kaum und setzte seinen Abwärtstrend fort.

USA: Treasury-Chef Bessent spricht über strategische Bitcoin-Reserve

In einer Anhörung vor dem Senate Finance Committee gab US-Finanzminister Scott Bessent ein Update zur geplanten „Strategic Bitcoin Reserve“. Er sagte, die Pläne würden mit „bewusster Geschwindigkeit“ vorangetrieben. Gleichzeitig machte er klar: Bitcoin sei eine neue Technologie, deshalb sei der Aufbau einer solchen Reserve nicht ganz einfach.

Grundlage ist eine Executive Order von Präsident Trump aus dem Vorjahr. Danach soll eine strategische Bitcoin-Reserve geschaffen werden, wobei die US-Regierung zunächst beschlagnahmte Bitcoin als Startbestand nutzen soll. Aktuell sollen die USA laut Daten von BitcoinTreasuries rund 328.372 BTC halten. Die Aufgabe des US-Finanzministeriums ist es zudem, „budgetneutrale“ Wege zu prüfen, um weitere BTC zu akkumulieren, also ohne zusätzliche Belastung des Haushalts.

Parallel arbeiten US-Abgeordnete daran, die Executive Order gesetzlich abzusichern. Der Abgeordnete Nick Begich stellte zuletzt den „American Reserve Modernization Act“ vor. Der Entwurf sieht eine Bitcoin-Reserve vor und verpflichtet das Finanzministerium ebenfalls dazu, Möglichkeiten für einen budgetneutralen Aufbau zusätzlicher Bestände zu untersuchen.

Ausblick: Nervöse Stimmung, viele offene Fragen

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert Bitcoin wieder um 60.000 US-Dollar und liegt damit rund 5 Prozent im Minus auf 24-Stunden-Sicht. Kurzfristig schauen viele Anleger auf zwei Punkte: ob die ETF-Abflüsse anhalten und wie konkret die USA ihre strategische Bitcoin-Reserve tatsächlich umsetzen. Beides könnte die Stimmung am Markt in den kommenden Wochen stark beeinflussen.

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