Bitcoin wirkt oberhalb von 70.000 US Dollar wieder etwas stabiler, doch aus Sicht der Charttechnik könnte der Markt gerade in eine heikle Phase laufen. Ein Analyst warnt, dass sich ein bekanntes Muster aus früheren Zyklen erneut zeigt und das würde eher für eine bevorstehende Korrektur als für eine neue Rally sprechen.
Vierjahres Zyklus: Ein Muster, das sich immer wieder ähnelt
Der Analyst Tony Research hat sich den Bitcoin Kurs im Wochenchart angesehen und dabei besonders auf den klassischen Vierjahres Zyklus geschaut. In der Vergangenheit verliefen diese Zyklen erstaunlich ähnlich, mit einer Erholung nach dem Bärenmarkt, einem starken Aufwärtstrend bis zu neuen Allzeithochs und am Ende einer Verteilungsphase, bevor der Kurs deutlich nachgab.
Laut seiner Auswertung dauerten die vergangenen Zyklen von Tiefpunkt zu Tiefpunkt jeweils ungefähr gleich lang: Der Zyklus von 2015 bis 2018 lag bei 1.431 Tagen, der von 2019 bis 2022 bei 1.421 Tagen. Der aktuelle Zyklus, der von 2023 bis 2026 eingeordnet wird, liegt in dieser Logik bei rund 1.390 Tagen.
In dieses Bild passt auch die Annahme, dass der jüngste Zyklus bereits seinen Höhepunkt erreicht haben könnte. Tony Research verweist dabei auf ein mögliches Top um den 6. Oktober 2025 bei etwas über 126.000 US Dollar. Dass Bitcoin derzeit viel zwischen 60.000 und 76.000 US Dollar pendelt, wertet er als Unsicherheit an einem kritischen Punkt im Zyklus und als potenzielle Vorstufe einer tieferen Korrektur.
Warnsignal aus dem Gaussian Channel: BTC könnte in einer Sell Zone sein
Ein zentrales Argument in der Analyse ist der sogenannte Gaussian Channel im Wochenchart. Historisch sei es häufig ein Warnsignal gewesen, wenn Bitcoin wieder unter das obere Band dieses Kanals gefallen ist. In früheren Zyklen folgte darauf oft die finale Verteilungsphase, also ein Abschnitt, in dem größere Marktteilnehmer abverkaufen, bevor der Kurs deutlicher nach unten dreht.
Dieses Signal soll nun erneut aufgetaucht sein. Für den Analysten bedeutet das: Bitcoin könnte sich aktuell in einer Zone befinden, in der ein stärkerer Rücksetzer jederzeit möglich ist, auch wenn der Kurs kurzfristig noch robust wirkt.
Zusatz Blick auf die 200 Tage Linie: Eher Verkauf als aggressives Kaufen
In einer weiteren Auswertung beschreibt Tony Research eine einfache Strategie über die 200 Tage Linie (MA200). Seine Grundidee: Wenn Bitcoin unter die MA200 fällt, sei das historisch eher eine Phase zum Kaufen und Ansammeln. Wenn der Kurs dagegen wieder über der MA200 liegt und dort über einen langen Zeitraum bleibt, sieht er das eher als Phase, in der sich Gewinne realisieren lassen.
Da Bitcoin bereits seit vielen Monaten über dieser Linie notiert, hält er eine Phase des aggressiven Nachkaufens aktuell für weniger sinnvoll. Unterm Strich bleibt die Kernaussage: Auch wenn Bitcoin oberhalb von 70.000 US Dollar wieder freundlicher aussieht, sprechen einzelne Zyklus und Indikator Signale dafür, dass der Markt noch nicht aus der Risikozone heraus ist.