Bitcoin über 70.000 Dollar: Analyst warnt vor Fake-Erholung

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Bitcoin über 70.000 Dollar: Analyst warnt vor Fake-Erholung (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)
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Bitcoin hat die monatelange Seitwärtsphase mit Wucht verlassen und ist zeitweise bis knapp 73.000 Dollar gestiegen. Doch ausgerechnet in die neue Euphorie hinein warnt der Analyst CryptoCon: Für ihn ist der Bärenmarkt trotz des Ausbruchs über 70.000 Dollar noch nicht abgeschlossen. Besonders brisant ist seine Parallele zu November 2022, als Bitcoin ebenfalls nach oben ausbrach, bevor wenige Tage später ein massiver Abverkauf folgte. 

Damit steht der Markt vor einem klaren Konflikt. Entweder war der Sprung über 70.000 Dollar tatsächlich der Start einer nachhaltigen Erholung. Oder Bitcoin liefert gerade genau jene Bewegung, die zu viele Anleger zu früh wieder auf die bullische Seite lockt.

Warum der Sprung über 70.000 Dollar für ihn keine Entwarnung ist

Die Rallye wirkt auf den ersten Blick überzeugend. Bitcoin hatte sich wochenlang im Bereich um 64.000 Dollar festgefahren, bevor der Kurs innerhalb weniger Tage deutlich anzog. Am Donnerstag wurden zeitweise mehr als 72.800 Dollar erreicht, der höchste Stand seit Anfang Juni. 

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Auch fundamentale Auslöser waren vorhanden. Die angekündigte Ausweitung der Rückkäufe länger laufender US-Staatsanleihen drückte zunächst die Renditen und schwächte den Dollar. Gleichzeitig sorgten neue Hoffnungen auf Fortschritte bei der US-Kryptoregulierung für zusätzlichen Rückenwind. Die Bewegung wurde anschließend durch massive Liquidationen von Short-Positionen beschleunigt. 

Genau hier liegt jedoch das Risiko: Eine Rallye, die teilweise durch die erzwungene Schließung bärisch positionierter Trader beschleunigt wird, muss anschließend zeigen, ob echte Käufer den höheren Kursbereich verteidigen.

CryptoCon lässt sich vom Ausbruch deshalb bislang nicht überzeugen. Bereits vor der Rallye argumentierte der Analyst, dass verschiedene zyklische Indikatoren noch nicht jene Extremwerte erreicht hätten, die er normalerweise an einem endgültigen Bitcoin-Boden erwartet. In früheren Analysen nannte er den Bereich um 46.000 Dollar weiterhin als mögliches Ziel einer späteren Bereinigung. 

Die November-2022-Parallele ist das eigentliche Warnsignal

Besonders auffällig findet CryptoCon die Ähnlichkeit zur Kursstruktur im November 2022.

Damals hatte Bitcoin Anfang November zunächst eine Erholung gestartet. Am 4. November sprang BTC von rund 20.200 auf über 21.000 Dollar und erreichte kurz darauf etwa 21.500 Dollar. Die Bewegung sah zunächst nach einem Ausbruch aus der vorherigen Seitwärtsphase aus.

Nur wenige Tage später kippte die Situation vollständig. Am 8. und 9. November brach Bitcoin im Zuge der FTX-Krise massiv ein. Am 21. November wurde schließlich ein Tief bei rund 15.600 Dollar erreicht. 

CryptoCons Argument ist damit nicht, dass sich die damalige FTX-Krise wiederholen müsse. Entscheidend ist für ihn die Marktpsychologie: lange Seitwärtsphase, erster kräftiger Ausbruch, schnell zurückkehrender Optimismus und anschließend möglicherweise doch noch die finale Kapitulation.

Historische Ähnlichkeiten sind allerdings keine Garantie dafür, dass sich derselbe Verlauf wiederholt. Der aktuelle Anstieg besitzt mit sinkenden Renditen, politischem Rückenwind und neuer Nachfrage eigene fundamentale Treiber. Genau deshalb wird die Reaktion des Marktes auf den jüngsten Ausbruch jetzt so wichtig.

Diese Zone entscheidet über Erholung oder Bullenfalle

Für Anleger zählt deshalb zunächst weniger die spektakuläre Rallye selbst als das, was Bitcoin danach macht.

Kann BTC den Bereich um 69.000 bis 70.000 Dollar verteidigen, würde sich das technische Bild deutlich verbessern. Dort liegt nicht nur die gerade zurückeroberte Ausbruchszone, sondern ungefähr auch der viel beachtete 200-Tage-Durchschnitt. Ein stabiler Handel darüber würde die These einer bloßen Bärenmarkt-Rallye zunehmend unter Druck setzen. 

Auf der Oberseite wartet anschließend der Bereich um 73.000 bis 75.000 Dollar. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde zeigen, dass nach dem Short Squeeze weiterhin genügend Käufer vorhanden sind, um Bitcoin auf höheren Kursniveaus zu halten.

Gefährlich wird es dagegen, wenn der Kurs die 70.000-Dollar-Marke schnell wieder verliert und anschließend zurück in die alte Zone um 64.000 bis 65.000 Dollar fällt. Dann würde der jüngste Ausbruch zunehmend wie eine klassische Bullenfalle aussehen. In diesem Szenario bekäme auch CryptoCons deutlich bearishere Zyklusprognose wieder erheblich mehr Gewicht.

Bitcoin hat mit dem Sprung über 70.000 Dollar also ein starkes Lebenszeichen geliefert, aber noch keine endgültige Entwarnung. Hält die neue Unterstützungszone, lebt die Erholung. Fällt BTC zurück in die alte Range, könnte genau der Ausbruch, der gerade neue Euphorie auslöst, zum Warnsignal für den nächsten Abverkauf werden.

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