Bitcoin stockt vor 70.000 Dollar Anleger verkaufen Rallye

Bitcoin stockt vor 70.000 Dollar Anleger verkaufen Rallye
Bitcoin stockt vor 70.000 Dollar Anleger verkaufen Rallye (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)

Bitcoin hat sich zuletzt zwar deutlich erholt, doch die Aufwärtsbewegung geriet schon unterhalb von 70.000 US-Dollar wieder ins Stocken. Der Grund: Nicht nur langjährige Anleger nutzten die Erholung zum Verkauf, um Verluste zu begrenzen. Auch kurzfristige Käufer nahmen auf dem Weg nach oben Gewinne mit. Damit trifft die aktuell etwas freundlichere Marktstimmung auf ein Angebot, das bei jeder Erholung sofort wieder zunimmt.

Verkäufe von Alt- und Neukäufern bremsen den Anstieg

Zur Wochenmitte stieg Bitcoin erstmals seit rund einem Monat wieder über 65.000 US-Dollar. Kurz darauf fiel der Kurs jedoch erneut auf unter 63.000 US-Dollar zurück. Auslöser der Erholung waren schwächere US-Inflationsdaten, die den Märkten kurzzeitig Rückenwind gaben.

Doch der Anstieg zeigte schnell, wo das Problem liegt: Viele Marktteilnehmer warteten offenbar nur auf bessere Kurse, um auszusteigen. Besonders auffällig war das Verhalten langfristiger Halter. Laut On-Chain-Daten sitzen viele Investoren, die ihre Coins seit 18 Monaten bis zwei Jahren halten, noch immer auf deutlichen Buchverlusten. Ihr durchschnittlicher Einstand liegt inzwischen bei rund 80.800 US-Dollar und damit klar über dem aktuellen Kursniveau.

Als Bitcoin sich der Marke von 66.000 US-Dollar näherte, stieg deshalb das realisierte Verlustvolumen dieser Gruppe. Vereinfacht gesagt: Viele Anleger verkauften trotz Verlusten, weil sie die Erholung nutzten, um mit einem kleineren Minus auszusteigen als noch bei Kursen unter 60.000 US-Dollar.

Gleichzeitig verkauften auch kurzfristige Halter, allerdings aus dem entgegengesetzten Grund. Wer rund um die Tiefs im Juni gekauft hatte, lag mit der Erholung bereits im Plus und sicherte diese Gewinne ab. So kam zusätzlicher Verkaufsdruck in den Markt.

Damit entsteht ein doppelter Belastungsfaktor: Langfristige Investoren reduzieren Verluste, kurzfristige Investoren sichern Gewinne. Beide Gruppen liefern also Angebot, während Bitcoin versucht, sich weiter nach oben zu arbeiten.

ETF-Zuflüsse und bessere Marktsignale geben etwas Hoffnung

Trotz des Rücksetzers gibt es auch konstruktive Signale. Die in den USA gehandelten Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten zuletzt drei Tage in Folge Nettozuflüsse. Nach einem starken Abfluss zu Wochenbeginn flossen an drei aufeinanderfolgenden Handelstagen wieder insgesamt rund 367,8 Millionen US-Dollar in diese Produkte.

Das zeigt, dass die Nachfrage nicht verschwunden ist. Allerdings reicht sie bislang noch nicht aus, um den Verkaufsdruck vollständig aufzufangen. Denn im größeren Bild bleiben die ETF-Ströme eher verhalten, vor allem wenn man die Abflüsse der vergangenen Wochen berücksichtigt.

Auch ein zusammengesetzter Marktindikator von CryptoQuant, der unter anderem ETF-Aktivität, Börsenflüsse, Funding-Raten, Open Interest und den Preistrend auswertet, hat sich zuletzt verbessert. Das spricht dafür, dass sich das Marktumfeld für Bitcoin stabilisiert. Von einem klaren Ausbruchssignal kann aber noch nicht gesprochen werden.

Entscheidend ist nun, ob aus dieser vorsichtigen Verbesserung eine breitere Nachfrage wird. Solange die Käuferseite nicht deutlich stärker wird, bleibt jede Erholung anfällig für neue Verkäufe.

Zwischen 70.000 und 80.000 US-Dollar wartet die nächste Hürde

Die wohl wichtigste Widerstandszone liegt jetzt zwischen 70.000 und 80.000 US-Dollar. Dort treffen mehrere Belastungsfaktoren zusammen. Zum einen liegt der durchschnittliche Einstand vieler kurzfristiger Halter bei etwa 69.000 US-Dollar. Steigt Bitcoin in diesen Bereich, dürften weitere Anleger verkaufen, sobald sie wieder bei null stehen.

Zum anderen ist am Optionsmarkt eine hohe Konzentration offener Positionen zu sehen. Besonders stark besetzt sind die Marken bei 70.000, 72.000, 75.000 und 80.000 US-Dollar. Insgesamt liegt dort ein offenes Call-Interesse von rund 4,5 Milliarden US-Dollar. Solche Zonen können die Kursbewegung verstärken, weil Händler und Market Maker ihre Positionen anpassen müssen.

Das bedeutet nicht automatisch, dass Bitcoin dort scheitern muss. Aber der Markt braucht in diesem Bereich klar mehr Nachfrage, um die zusätzliche Angebotsseite aufzunehmen. Ohne frische Käufe über den Spotmarkt und über ETFs dürfte ein nachhaltiger Ausbruch nach oben schwierig werden.

Auf der Unterseite bleibt vor allem die Marke von 60.000 US-Dollar wichtig. Sollte Bitcoin erneut an der Zone unterhalb von 70.000 US-Dollar scheitern, dürfte genau dieses Niveau wieder als erste größere Unterstützung in den Fokus rücken.

Unterm Strich steckt Bitcoin derzeit in einer Übergangsphase: Die Marktsignale werden freundlicher, doch viele Anleger nutzen Erholungen weiterhin zum Verkauf. Erst wenn die Nachfrage stark genug ist, um dieses Angebot dauerhaft aufzufangen, könnte der Weg über 70.000 US-Dollar wieder frei werden.

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