Bitcoin-Rallye verliert Rückhalt: Warum die $70.000-Zone zählt

BitcoinRallye-verliert-Rueckhalt-Warum-die-70000Zone-zaehlt
Bitcoin-Rallye verliert Rückhalt: Warum die $70.000-Zone zählt (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)

Die Bitcoin-Rallye hat eine Zone erreicht, an der es jetzt ernst wird. Nach dem starken Anstieg von den April-Tiefs prallt BTC auf den 200-Tage-Durchschnitt bei rund 82.400 US-Dollar. Genau diese Marke gilt laut CryptoQuant derzeit als entscheidender Test: Hält die Nachfrage durch, oder war die Erholung nur ein bärischer Zwischenlauf vor neuem Druck?

CryptoQuant-Research-Chef Julio Moreno warnt bereits seit Wochen vor einem erhöhten Rückschlagsrisiko. Der Grund ist nicht nur eine technische Linie im Chart. Mehrere On-Chain-Signale zeigen gleichzeitig in dieselbe Richtung: hohe unrealisierte Gewinne, zunehmende Gewinnmitnahmen, nachlassende US-Spot-Nachfrage und eine Rallye, die immer stärker von spekulativen Futures-Positionen getragen wirkt.

Warum der 200-Tage-Durchschnitt jetzt zur Falle werden kann

Der 200-Tage-Durchschnitt ist für Bitcoin mehr als eine beliebige Chartmarke. In schwachen Marktphasen entscheidet sich dort oft, ob eine Erholung echte Kraft hat oder nur eine Gegenbewegung bleibt. CryptoQuant zieht dabei einen Vergleich zu März 2022: Damals stieg Bitcoin ebenfalls kräftig an, erreichte den 200-Tage-Durchschnitt und drehte anschließend wieder nach unten.

Genau dieses Muster macht die aktuelle Lage heikel. Bitcoin hat sich seit den April-Tiefs deutlich erholt, doch die Rallye trifft nun auf eine Zone, in der viele Marktteilnehmer Gewinne sichern. Je näher BTC an diese Widerstandsregion kommt, desto größer wird die Gefahr, dass kurzfristige Anleger verkaufen, statt weiter auf steigende Kurse zu setzen.

Besonders auffällig sind die unrealisierten Gewinne der Trader. Laut CryptoQuant lagen diese zuletzt bei 17,7 Prozent. Das bedeutet: Viele kurzfristige Marktteilnehmer sitzen bereits auf deutlichen Buchgewinnen. Solche Phasen werden oft gefährlich, wenn der Kurs gleichzeitig an einer bekannten Widerstandsmarke steht. Denn dann reicht schon nachlassende Nachfrage, um aus Gewinnmitnahmen einen echten Rücksetzer zu machen.

Gewinnmitnahmen nehmen zu und die US-Nachfrage schwächelt

Auch die realisierten Gewinne zeigen, dass bereits verkauft wird. CryptoQuant meldete einen deutlichen Anstieg der täglichen realisierten Profite auf 14.600 BTC. Solche Ausschläge sind wichtig, weil sie zeigen, dass Anleger nicht nur auf dem Papier im Gewinn liegen, sondern ihre Gewinne tatsächlich vom Markt nehmen.

Das allein wäre noch kein klares Warnsignal, wenn gleichzeitig starke Spot-Nachfrage nachziehen würde. Doch genau dort sieht CryptoQuant das Problem. Die Coinbase Bitcoin Price Premium drehte Ende April ins Negative und blieb auch während des Anstiegs in Richtung 80.000 US-Dollar unter null. Das deutet darauf hin, dass die Nachfrage aus den USA schwächer wurde, obwohl der Kurs weiter stieg.

Gerade für nachhaltige Bitcoin-Rallyes ist diese Nachfrage entscheidend. Eine positive Coinbase-Prämie gilt oft als Zeichen dafür, dass US-Investoren, darunter auch institutionelle Käufer, stärker zugreifen. Bleibt diese Unterstützung aus, wirkt ein Anstieg anfälliger. Dann kann der Markt zwar weiter steigen, aber das Fundament wird dünner.

Zwar hat sich die Spot-Nachfrage verbessert. Die negative Lücke verringerte sich laut CryptoQuant von minus 91.000 BTC im April auf minus 11.000 BTC. Doch das ist noch kein klares Kaufsignal. Es zeigt eher, dass der Druck kleiner geworden ist, aber noch keine überzeugende Akkumulation eingesetzt hat. Besonders kritisch: Ein größerer Teil der Dynamik scheint aus Perpetual Futures zu kommen. Das macht die Bewegung anfälliger für schnelle Richtungswechsel.

Diese Marke entscheidet jetzt über Erholung oder neuen Druck

Sollte Bitcoin an der aktuellen Widerstandszone scheitern, rückt laut CryptoQuant der Bereich um 70.000 US-Dollar in den Fokus. Dort liegt der Traders’ On-chain Realized Price, also eine Art durchschnittlicher Einstiegspreis kurzfristiger Marktteilnehmer. In früheren schwachen Marktphasen wurde diese Zone häufig zu einer wichtigen Unterstützung.

Für Anleger wird damit eine klare Linie sichtbar. Bleibt Bitcoin über dem 200-Tage-Durchschnitt und zieht die Spot-Nachfrage wieder an, könnte die Rallye neues Vertrauen gewinnen. Scheitert BTC jedoch an dieser Zone und nehmen die Gewinnmitnahmen weiter zu, droht der Rückfall in Richtung 70.000 US-Dollar.

Der Markt steht damit nicht einfach vor einer weiteren Schwankung. Bitcoin steht an einer Marke, an der sich entscheidet, ob die Erholung Substanz hat oder ob die Rallye gerade dort endet, wo der Verkaufsdruck am größten wird.

Teilen
Auch Interessant
Bitcoin-vor-kritischer-Woche-3-Termine-koennen-Abverkauf-ausloesen
Bitcoin-Kurs-von-63000-Dollar-Verkaufsdruck-koennte-die-Erholung-bremsen
Bitcoin fällt, Abu Dhabi hält BlackRocks IBIT-ETF fest