Bitcoin-Fork eCash: Streit um Satoshis Coins und Quantenangst

Bitcoin-Fork eCash: Streit um Satoshis Coins und Quantenangst
Bitcoin-Fork eCash: Streit um Satoshis Coins und Quantenangst (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Eine neue Hard-Fork-Idee rund um Bitcoin sorgt gerade für Diskussionen, weil sie in eine ohnehin nervöse Stimmung passt: die wachsende Sorge, dass Quantencomputer Bitcoin irgendwann angreifbar machen könnten. Auslöser ist ein Vorschlag von Paul Sztorc (LayerTwo Labs), der im Netz sofort die alte Frage wieder aufwärmt: Was passiert eigentlich mit den riesigen Bitcoin-Beständen, die Satoshi Nakamoto zugeschrieben werden?

Hard Fork „eCash“: Was geplant ist und warum Satoshis Coins Thema werden

Der On-Chain-Beobachter Tyler machte auf X darauf aufmerksam, dass ein geplanter Bitcoin-Hard-Fork mit dem Namen „eCash“ zeitnah Folgen haben könnte, unter anderem für sehr alte Wallets. Er vermutete, dass „Satoshis Coins“ im Umfeld des Forks möglicherweise bewegt werden könnten. Das heizte Spekulationen an, obwohl es dafür bislang keinen Beleg gibt.

Der Vorschlag kommt von Paul Sztorc, dem Gründer von LayerTwo Labs. Sein Plan: Im August soll „eCash“ als Hard Fork starten. Dabei würden BTC-Bestände gespiegelt, also Inhaber von Bitcoin bekämen eine entsprechende Menge eCash gutgeschrieben. Sztorc beschreibt die neue Chain als sehr nah an Bitcoin Core, inklusive SHA256d-Mining. Der Start soll über einen einmaligen Difficulty-Reset auf den Minimalwert erfolgen, was das Mining anfangs besonders anspruchsvoll machen dürfte. Zusätzlich sollen Seed-Nodes, Name und „Network Magic“ geändert werden, also technische Kennungen, die Netzwerke voneinander trennen.

Anders als bei Bitcoin Cash soll es laut Sztorc eine Vorwarnung geben. Außerdem sei geplant, Transaktionen zunächst „replayen“ zu lassen und ein Tool bereitzustellen, das beim Aufteilen der Coins helfen soll. Er bezeichnet den Fork als dauerhafte Lösung für Probleme, die er bei Bitcoin sieht.

Vorwurf: Geht es um Zugriff auf Satoshis BTC?

Die Diskussion kippte schnell in eine heikle Richtung. Der Krypto-Educator DBCrypto stellte öffentlich die These auf, der Hard Fork könne ein Manöver sein, um indirekt an Satoshis Coins zu kommen. Auch andere Stimmen warnten, so ein Ansatz könne gegen das Prinzip sprechen, dass jeder allein über seine Coins bestimmt und Privatsphäre respektiert wird.

Wichtig dabei: Ein Hard Fork kann niemandem automatisch Bitcoin „wegnehmen“. Ohne privaten Schlüssel lassen sich BTC nicht bewegen. Trotzdem sorgt das Thema für Unruhe, weil Forks in der Vergangenheit immer wieder für Verwirrung, Scam-Versuche und technische Fehlbedienung genutzt wurden, etwa wenn Nutzer versehentlich auf falschen Chains signieren oder Tools aus unsicheren Quellen verwenden.

Sztorc reagiert: „Wir nehmen keine BTC“ und Satoshi bekomme eCash „geschenkt“

Sztorc ging auf die Vorwürfe ein und schrieb, dass sie keine Coins von Satoshi oder anderen Nutzern „nehmen“. Stattdessen wolle man Satoshi auf der neuen Chain 600.000 eCash „gutschreiben“, nicht die rund 1,1 Millionen, die Satoshi häufig zugeschrieben werden. Seine Begründung: BTC-Bestände blieben unangetastet, weil ihm weder die Bitcoin-Software noch private Schlüssel irgendeines Halters zur Verfügung stünden, die nötig wären, um echte BTC zu bewegen.

Technisch soll die Verknüpfung so funktionieren: Die entsprechenden eCash-Coins würden laut Sztorc dann als bewegt gelten, wenn ein Nutzer seine BTC bewegt. Wenn jemand jedoch eCash auf der eCash-Chain verkauft oder transferiert, soll diese Transaktion nicht automatisch auf Bitcoin „zurückgespielt“ werden. Genau solche Mechanismen sind bei Forks zentral, weil sie darüber entscheiden, ob Nutzer unbeabsichtigt auf beiden Chains dieselben Transaktionen auslösen.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der Bitcoin-Kurs laut CoinMarketCap bei etwa 77.000 US-Dollar und damit im Tagesvergleich im Plus.

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