Bitcoin findet keine Käufer: Analyse macht Anleger nervös

Bitcoin-findet-keine-Kaeufer-Analyse-macht-Anleger-nervoes
Bitcoin findet keine Käufer: Analyse macht Anleger nervös (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Bitcoin steht wieder an einem kritischen Punkt. Nach dem Rückgang von rund 81.000 auf 62.000 Dollar zeigt eine aktuelle Analyse von Axel Adler Jr., dass der Markt seinen wichtigsten Aufwärtsmotor verloren hat: aggressive Käufer treten kaum noch auf. Gleichzeitig geraten Long-Positionen zunehmend unter Druck.

Das ist für Anleger ein Warnsignal. Denn wenn neue Käufer fehlen und gleichzeitig gehebelte Long-Trader aus dem Markt gespült werden, wird jede Erholung anfällig. Aus einer möglichen Stabilisierung kann dann schnell neuer Verkaufsdruck entstehen.

Warum die Nachfrage bei Bitcoin jetzt gefährlich schwach wirkt

Im Zentrum der Analyse steht der Bitcoin Net Taker Volume Oscillator. Diese Kennzahl misst vereinfacht gesagt, ob am Markt aggressiver gekauft oder verkauft wird. Liegt der Wert klar über null, dominieren Käufer. Fällt er darunter, übernehmen Verkäufer die Initiative.

Laut Adler hatte der Indikator im Frühjahr noch deutlich positives Momentum gezeigt. Mitte Mai erreichte er einen Wert von rund +1,7 Prozent und begleitete damit den Anstieg in Richtung lokaler Hochs. Genau diese Nachfrage ist nun verschwunden.

Nach dem Abverkauf rutschte der Wert zwischenzeitlich auf etwa -0,9 Prozent. Zwar konnte sich der Indikator wieder erholen, doch er bleibt direkt an der Nulllinie hängen. Das ist der entscheidende Punkt: Der Verkaufsdruck hat zwar nachgelassen, aber echte Kaufkraft ist nicht zurückgekehrt.

Für Bitcoin bedeutet das eine gefährliche Pattsituation. Der Markt fällt nicht mehr nur wegen aktiver Verkäufer, sondern vor allem, weil die Käuferseite keine klare Initiative zeigt. Solange der Net Taker Volume Oscillator nicht nachhaltig über null steigt, fehlt dem Kurs der Treibstoff für eine belastbare Erholung.

Long-Trader geraten unter Druck: Jede Erholung kann zur Falle werden

Noch kritischer wird das Bild durch die Liquidationsdaten. Die Analyse von Axel Adler Jr. zeigt, dass Long-Liquidationen derzeit dominieren. Der entsprechende Oszillator liegt bei +18,4 Prozent und signalisiert damit, dass vor allem gehebelte Käufer aus dem Markt gedrückt werden.

Das ist eine klare Veränderung gegenüber dem Frühjahr. Damals wurden bei steigenden Kursen vor allem Short-Positionen liquidiert. Der Markt drückte also Verkäufer aus ihren Wetten, was die Aufwärtsbewegung zusätzlich verstärken konnte. Jetzt hat sich das Bild gedreht.

Steigt Bitcoin kurzzeitig an, lockt das neue Käufer in den Markt. Doch solange die Liquidationen weiter vor allem die Long-Seite treffen, können solche Erholungen schnell zur Falle werden. Neue Long-Positionen werden aufgebaut, der Kurs dreht wieder nach unten, und der nächste Liquidationsschub verstärkt den Druck.

Genau darin liegt die Gefahr. Bitcoin braucht nicht nur eine technische Gegenbewegung, sondern echte Nachfrage. Ohne diese Nachfrage bleibt jeder Rebound fragil.

Diese Linie entscheidet jetzt über Erholung oder neuen Abverkauf

Die entscheidende Marke ist in dieser Analyse nicht nur ein einzelner Bitcoin-Kurs, sondern die Nulllinie beim Net Taker Volume. Erst wenn der Indikator klar und nachhaltig darüber steigt, wäre ein Zeichen erkennbar, dass Käufer wieder Kontrolle übernehmen.

Gleichzeitig müsste sich der Liquidationsdruck normalisieren. Solange Long-Liquidationen klar dominieren, bleibt der Markt anfällig für weitere Rücksetzer. Ein positives Signal wäre daher eine Kombination aus wieder steigender Taker-Nachfrage und nachlassendem Druck auf gehebelte Käufer.

Bleibt der Net Taker Volume Oscillator dagegen schwach oder fällt erneut in den negativen Bereich, während Long-Liquidationen weiter dominieren, würde sich das bearishe Szenario verschärfen. Dann wäre der Rückgang auf 62.000 Dollar möglicherweise nicht das Ende der Bewegung, sondern nur eine Zwischenstation.

Die Analyse von Axel Adler Jr. zeichnet damit ein klares Bild: Bitcoin hat noch keinen stabilen Käufer gefunden. Solange die Nachfrage an der Nulllinie festhängt und Long-Trader weiter liquidiert werden, bleibt der Weg des geringsten Widerstands nach unten. Jetzt zählt genau diese Zone, denn ohne neue Käufer wird aus jeder Erholung schnell neuer Druck.


Auch interessant:


Teilen
Auch Interessant
Beitragsbild zu Bitvavo vs. Phemex
Beitragsbild zu Bitvavo vs. WhiteBIT
Beitragsbild zu Bitvavo vs. Scalable Capital