Bitcoin-Euphorie nach CLARITY-Votum: Warnung vor FOMO

Bitcoin-Euphorie nach CLARITY-Votum: Warnung vor FOMO
Bitcoin-Euphorie nach CLARITY-Votum: Warnung vor FOMO (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Rund um Bitcoin ist die Stimmung in den sozialen Netzwerken so optimistisch wie seit Monaten nicht mehr. Auslöser ist der politische Rückenwind aus den USA: Der sogenannte CLARITY Act hat im US-Senat eine wichtige Hürde genommen. Doch On-Chain- und Stimmungsdaten deuten darauf hin, dass viele Anleger dem Gesetzgebungsprozess möglicherweise etwas zu weit vorgreifen.

Bitcoin-Euphorie nach CLARITY-Votum: Santiment sieht „FOMO-Zone“

Nach der Entscheidung im US-Senat hat sich nicht nur der Kurs, sondern auch die Stimmung spürbar gedreht. Laut Daten von Santiment lag das Verhältnis positiver zu negativer Bitcoin-Kommentare am 15. Mai bei etwa 1,55 zu 1. Damit rutscht die Diskussion wieder in eine typische FOMO-Phase, also „Fear of Missing Out“.

Zur Einordnung: Ein ähnlicher Spitzenwert wurde schon am 25. April gemessen, damals lag das Verhältnis bei 1,58. Santiment wertet solche Phasen häufig als Moment, in dem kurzfristig eher Gewinnmitnahmen wahrscheinlich werden, weil viele Marktteilnehmer gleichzeitig bullish werden.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Bitcoin direkt fallen muss. Santiment zeigt im gleichen Kontext auch, dass die spannendsten „konträren“ Chancen oft entstehen, wenn die Stimmung extrem negativ ist. Ein Beispiel: Am 18. April lag das Verhältnis bei nur 0,59 und damit tief in einer FUD-Zone („Fear, Uncertainty and Doubt“), bevor Bitcoin anschließend wieder anzog.

Was der CLARITY Act ändern soll und warum das für Krypto wichtig ist

Der Digital Asset Market Clarity Act soll in den USA für klarere Regeln im Kryptomarkt sorgen. Im Kern geht es um Marktstruktur und Zuständigkeiten, also darum, wer künftig wofür verantwortlich ist. Besonders wichtig: Die Abgrenzung zwischen der SEC (Börsenaufsicht) und der CFTC (Terminmarktaufsicht) soll eindeutiger werden. Genau diese Unsicherheit hat in der Vergangenheit immer wieder für Streit, Klagen und Zurückhaltung bei Unternehmen gesorgt.

Kein Wunder also, dass große Namen aus der Branche das Vorhaben unterstützen. Genannt werden unter anderem Coinbase, Circle und Ripple. Auch Coinbase-CEO Brian Armstrong äußerte sich öffentlich positiv und sprach von einer möglichen parteiübergreifenden Regelung, die die USA als „Krypto-Hauptstadt“ stärken könne.

So geht es weiter: Zeitfenster bis Sommer entscheidet über das Tempo

Politisch ist das Thema aber noch nicht „durch“. Der CLARITY Act wurde zwar im zuständigen Ausschuss vorangebracht, muss jedoch als nächstes im gesamten Senat zur Abstimmung gestellt werden. Dort gelten höhere Hürden, Berichten zufolge werden 60 Ja-Stimmen benötigt.

Entscheidend dürfte der Zeitplan in den nächsten Wochen sein. Projektionen sehen ein wichtiges Fenster zwischen Mitte Mai und Anfang August, weil anschließend die Sommerpausen im Kongress näher rücken. Wird das Verfahren nicht rechtzeitig abgeschlossen, könnte sich die Abstimmung in den Herbst verschieben. Dann steigt erfahrungsgemäß das Risiko, dass es politisch komplizierter wird.

Für Bitcoin-Anleger ergibt sich daraus ein zweigeteiltes Bild: langfristig wäre ein klarer Rechtsrahmen für den gesamten Markt tendenziell bullish. kurzfristig warnt die extrem positive Social-Media-Stimmung aber davor, dass die Erwartungen zu schnell zu hoch werden und der Markt erst einmal Luft ablassen könnte.

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