Bitcoin hat sich zuletzt zwar wieder etwas erholt, doch die Diskussion unter Analysten ist damit nicht beendet. Einige sehen in der aktuellen Kursbewegung nur eine Zwischenrallye, andere warten weiter auf klare Zeichen für einen echten Boden. Eine neue technische Auswertung auf X vertritt nun die These, dass sich bei Bitcoin erneut ein bekanntes Muster abspielt, nur diesmal in größerem Maßstab und mit ruhigerem Tempo.
Ein altes Muster taucht wieder auf, nur größer
Die Kernaussage der Analyse: Bitcoin durchläuft von Zyklus zu Zyklus eine ähnliche Abfolge aus Euphorie und Ernüchterung. Zuerst kommt ein starker, fast parabolischer Anstieg, dann eine Phase der Verteilung, anschließend ein harter Einbruch. Darauf folgt oft eine Erholung, die vielen wie eine Trendwende vorkommt, bevor der Markt in eine letzte, zähe Abwärtsphase rutscht, die in einer finalen Kapitulation endet.
Genau dieses Drehbuch gab es laut der Auswertung schon 2018 und 2022. In dieser Lesart befindet sich das Jahr 2026 nun in einer vergleichbaren späten Phase, allerdings mit geringerer Volatilität und stärkerem Einfluss institutioneller Akteure.
Wichtig ist dabei auch der Faktor Zeit. Historisch lagen die Tiefpunkte früherer Bitcoin Bärenmärkte nicht direkt nach dem ersten großen Absturz, sondern oft rund ein Jahr nach dem Allzeithoch. Wenn man den Zyklusgipfel als Hoch im Oktober 2025 bei 126.080 US Dollar betrachtet, könnte es für einen nachhaltigen Boden also noch zu früh sein.
On,Chain Daten deuten auf einen unvollständigen Reset hin
Neben dem Chartbild stützt sich die Analyse auch auf On,Chain Signale. Genannt werden unter anderem Stress bei Langzeit Haltern sowie die Kennzahl NUPL, also Net Unrealized Profit,Loss. Sie zeigt vereinfacht, ob der Markt insgesamt eher auf Buchgewinnen oder Buchverlusten sitzt. Je weiter NUPL von null entfernt ist, desto näher ist der Markt statistisch oft an Extremphasen.
Die Schlussfolgerung daraus: Echte Zyklustiefs entstehen häufig erst dann, wenn deutlich mehr Marktteilnehmer unter Wasser sind und die Stimmung spürbar schlechter ist als heute.
Auch CryptoQuant liefert in diese Richtung Argumente. Demnach ist die Spotnachfrage weiterhin in einer deutlichen Kontraktion, obwohl gleichzeitig institutionelle Käufer aktiver werden. Das kann bedeuten, dass die Schlagzeilen rund um große Käufer nicht automatisch mit einer breiten inneren Markterholung gleichzusetzen sind und der Preis weiter unter Druck bleiben könnte, bis die Nachfrage insgesamt anzieht.
Wie viel Abwärtsrisiko ist noch möglich?
Ein Blick auf vergangene Bärenmärkte zeigt, dass Bitcoin nach großen Hochs teils sehr tief gefallen ist. Nach dem Top 2017 folgte ein Rückgang von etwa 84 Prozent vom Hoch bis zum Tief. Im Zyklus nach 2021 lag das Minus vom Top zum Boden bei rund 77 Prozent.
Aktuell notiert Bitcoin bei ungefähr 74.680 US Dollar und damit etwa 40,8 Prozent unter dem Oktober Hoch. Sollte sich das historische Muster erneut grob wiederholen, wäre rechnerisch noch Luft nach unten vorhanden. Zusätzlich fällt auf, dass frühere Tiefpunkte häufig etwa 360 bis 370 Tage nach dem jeweiligen Cycle Peak entstanden. Übertragen auf den angenommenen Gipfel im Oktober 2025 würde das einen möglichen Boden eher in Q3 oder Q4 2026 nahelegen.
Unterm Strich sagt diese Sichtweise nicht, dass ein weiterer Absturz sicher ist. Sie betont aber, dass Bitcoin trotz Erholung weiterhin in einem Umfeld handeln könnte, in dem eine finale Bereinigung noch aussteht.