Bitcoin-Erholung fragil: On-Chain-Daten zeigen keine klare Trendwende

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Bitcoin-Erholung fragil: On-Chain-Daten zeigen keine klare Trendwende (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Bitcoin sendet derzeit ein gemischtes Signal aus der On-Chain-Perspektive. Zwar hat sich der Anteil der Bitcoin-Umlaufmenge, der sich rechnerisch im Gewinn befindet, seit den Tiefständen im März deutlich erholt. Gleichzeitig bleibt das Verhalten kurzfristiger Anleger fragil. Besonders der sogenannte STH-SOPR, also die Kennzahl für realisierte Gewinne oder Verluste kurzfristiger Halter, konnte sich bislang nicht nachhaltig oberhalb der wichtigen Marke von 1,0 etablieren.

Nach Angaben von Axel Adler Jr. ist der Bitcoin Percent Supply in Profit auf Basis des 7-Tage-Durchschnitts von rund 53,6 Prozent auf zuletzt 63,3 Prozent gestiegen. Das deutet darauf hin, dass ein größerer Teil der Coins wieder über dem jeweiligen letzten Bewegungspreis notiert. Dennoch liegt die Kennzahl weiterhin deutlich unter den im Januar beobachteten Werten von über 72 Prozent und auch unter dem langfristigen Durchschnitt von rund 76,9 Prozent. 

Supply in Profit signalisiert Erholung der Marktstruktur

Die Kennzahl Supply in Profit misst, welcher Anteil aller Bitcoin zuletzt zu einem niedrigeren Preis bewegt wurde als dem aktuellen Marktpreis. Liegt der aktuelle Preis über dem letzten Bewegungspreis eines Coins, gilt dieser Coin rechnerisch als im Gewinn. Ein steigender Wert zeigt daher, dass sich die Profitabilität im Netzwerk verbessert.

Der aktuelle Anstieg von den März-Tiefs auf über 63 Prozent ist ein positives Signal. Er zeigt, dass die starke Belastungsphase des Marktes zumindest teilweise verarbeitet wurde. Dennoch reicht diese Entwicklung allein noch nicht aus, um von einer stabilen Trendwende zu sprechen. Laut Adler wäre ein Anstieg in Richtung 68 bis 70 Prozent ein erster wichtiger Schritt, um eine Normalisierung der Angebotsstruktur zu bestätigen. 

Entscheidend ist derzeit vor allem das Verhalten kurzfristiger Bitcoin-Halter. Der STH-SOPR misst, ob Coins, die innerhalb der vergangenen 155 Tage bewegt wurden, im Durchschnitt mit Gewinn oder Verlust verkauft werden. Ein Wert über 1,0 bedeutet, dass kurzfristige Halter im Schnitt Gewinne realisieren. Ein Wert unter 1,0 zeigt dagegen, dass sie im Durchschnitt mit Verlust verkaufen. 

Genau hier liegt das Problem. Der STH-SOPR fiel Anfang Februar auf ein Zyklustief von 0,967 und signalisierte damit eine klare Kapitulationsphase unter kurzfristigen Anlegern. Im April stabilisierte sich die Kennzahl zwar zeitweise leicht oberhalb von 1,0, doch am 18. Mai lag sie laut Adler wieder bei 0,9994 und damit knapp unter der neutralen Schwelle.

Warum die Marke von 1,0 so wichtig ist

Die Marke von 1,0 ist beim STH-SOPR psychologisch und marktstrukturell relevant. Wird sie nachhaltig überschritten, verkaufen kurzfristige Marktteilnehmer im Durchschnitt wieder mit Gewinn. Das kann auf eine verbesserte Marktstimmung und eine stabilere Nachfrage hindeuten.

Kann sich die Kennzahl dagegen nicht über 1,0 halten, bleibt die Erholung anfällig. In diesem Fall nutzen kurzfristige Anleger steigende Kurse möglicherweise weiterhin, um Positionen ohne nennenswerten Gewinn oder sogar mit Verlust abzubauen. Genau das spricht gegen eine klare bullische Bestätigung.

Adler sieht deshalb den Bereich um 76.000 bis 77.000 US-Dollar als zentrale Zone. Sollte Bitcoin diese Preisspanne verteidigen, könnte der STH-SOPR wieder über 1,0 steigen. Fällt der Kurs dagegen unter diesen Bereich, würde das Risiko eines erneuten Tests schwächerer On-Chain-Zonen zunehmen. 

Bitcoin braucht mehr als eine technische Erholung

Die aktuellen On-Chain-Daten zeigen eine verbesserte, aber noch nicht bestätigte Marktstruktur. Der Anstieg von Supply in Profit auf rund 63 Prozent spricht dafür, dass Bitcoin seit den März-Tiefs wieder Boden gutgemacht hat. Gleichzeitig zeigt der STH-SOPR nahe 1,0, dass kurzfristige Anleger weiterhin empfindlich auf Kursschwäche reagieren.

Für eine glaubwürdigere Erholung müsste Bitcoin die Zone um 76.000 bis 77.000 US-Dollar verteidigen und idealerweise wieder in Richtung 78.000 bis 80.000 US-Dollar steigen. Erst wenn der STH-SOPR über mehrere Handelstage oberhalb von 1,0 bleibt und Supply in Profit weiter in Richtung 68 bis 70 Prozent klettert, wäre die Erholung aus On-Chain-Sicht deutlich besser abgesichert.

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