Bitcoin dreht das Rennen gegen Nasdaq in nur 60 Tagen

Bitcoin dreht das Rennen gegen Nasdaq in nur 60 Tagen
Bitcoin dreht das Rennen gegen Nasdaq in nur 60 Tagen (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)
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Bitcoin galt über weite Strecken der vergangenen zwölf Monate als klarer Verlierer im Vergleich zu US-Technologiewerten. Doch in den letzten 60 Tagen hat sich das Bild spürbar gedreht: Während der Nasdaq 100 schwächer wurde, legten Bitcoin und große Altcoins wieder zu. Damit hat der Kryptomarkt einen deutlichen Rückstand nicht nur aufgeholt, sondern sich kurzfristig sogar an die Spitze gesetzt.

Bitcoin holt gegenüber dem Nasdaq auf

Nach Daten von Glassnode lag Bitcoin auf Jahressicht 44 % im Minus, während der Nasdaq 100 im selben Zeitraum 24 % zulegte. Das bedeutete einen Rückstand von 68 Prozentpunkten. Damit war Krypto die einzige große Anlageklasse in der Auswertung, die über zwölf Monate noch klar negativ notierte.

In den vergangenen 60 Tagen sah die Entwicklung jedoch ganz anders aus: Bitcoin stieg um 2 %, während der Nasdaq 3 % verlor. Aus dem massiven Rückstand wurde damit ein kleiner Vorsprung. Besonders bemerkenswert ist dabei, wie schnell sich die relative Stärke verschoben hat.

Noch deutlicher fällt die Bewegung bei den großen Altcoins aus. Ethereum gewann in den vergangenen 60 Tagen 12 %, Solana 10 %. Beide liegen damit in diesem Zeitraum klar vor dem Nasdaq. Zwar bleiben auch ETH und SOL auf Sicht eines Jahres deutlich im Minus, kurzfristig haben sie den US-Techindex aber hinter sich gelassen.

Auch auf kürzeren Zeithorizonten zeigt sich das gleiche Muster: Über 14 Tage und sieben Tage konnten Bitcoin, Ethereum und Solana zulegen, während Nasdaq 100 und S&P 500 in denselben Zeiträumen nachgaben. Das spricht dafür, dass die jüngste Erholung nicht nur ein einzelner Ausreißer ist.

Warum Krypto zuletzt wieder besser läuft

Ein wichtiger Grund für die schwache Jahresbilanz von Bitcoin war der harte Wettbewerb um spekulatives Kapital. In den vergangenen Monaten floss viel Aufmerksamkeit in KI-Aktien, Halbleiterwerte, Gold, IPOs, Derivate und Prognosemärkte. Anleger, die auf hohe Renditen aus waren, fanden also viele Alternativen zu Krypto.

Vor allem KI- und Halbleiteraktien zogen Kapital an. Solange diese Segmente deutlich stärker liefen als Bitcoin, blieb der Kryptomarkt im Nachteil. Nun beginnt sich dieses Kräfteverhältnis zu verändern. Wenn Aktien zwar weiter solide performen, aber nicht mehr klar jede andere Anlageklasse übertreffen, wird Krypto für spekulative Anleger wieder interessanter.

Genau darin sehen Marktbeobachter derzeit den entscheidenden Punkt: Bitcoin braucht keinen Aktiencrash, um aufzuholen. Im Gegenteil, ein starker Einbruch an den Aktienmärkten könnte auch Krypto belasten, weil Investoren in Stressphasen oft alle riskanten Anlagen gleichzeitig verkaufen. Günstiger wäre ein Umfeld, in dem US-Aktien ihre Dominanz bei der Performance verlieren, ohne dass die allgemeine Risikobereitschaft zusammenbricht.

Was die Erholung jetzt bestätigen muss

Trotz der besseren Kursentwicklung bleibt Vorsicht angebracht. Glassnode verweist darauf, dass die Spot-Nachfrage nach Bitcoin bislang noch eher schwach wirkt. Auch die Entwicklung bei den US-Spot-Bitcoin-ETFs war zuletzt uneinheitlich. Nach Abflüssen in der ersten Augusthälfte gab es zwar wieder Zuflüsse, doch der Weg dorthin war holprig.

Für eine nachhaltige Trendwende reicht es deshalb nicht, dass Bitcoin und große Altcoins den Nasdaq für einige Wochen schlagen. Entscheidend ist, ob sich diese relative Stärke auch in stabilen ETF-Zuflüssen, steigenden Spot-Handelsvolumina und breiterer Marktteilnahme niederschlägt.

Das positive Szenario wäre klar: Bitcoin, Ethereum und Solana behaupten ihre Stärke gegenüber US-Aktien, ETF-Zuflüsse werden über mehrere Wochen positiv, und die Liquidität am Spotmarkt nimmt zu. Dann könnte tatsächlich wieder mehr Kapital aus anderen spekulativen Bereichen in den Kryptomarkt rotieren.

Das negative Szenario ist allerdings ebenfalls naheliegend: Der Nasdaq und vor allem KI-Schwergewichte gewinnen erneut an Schwung, ETF-Zuflüsse bleiben unbeständig, und Bitcoin verharrt weiter in seiner bekannten Handelsspanne im Bereich der niedrigen bis mittleren 60.000 Dollar.

Unterm Strich zeigt die Entwicklung der letzten 60 Tage vor allem eines: Krypto kann im Rennen um Momentum wieder mithalten. Ob daraus eine echte und dauerhafte Marktführerschaft wird, hängt nun davon ab, ob auf die bessere Kursperformance auch überzeugende Kapitalzuflüsse folgen.

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