Bitcoin meldet sich mit einem Paukenschlag zurück. Der Kurs ist heute über 85.000 US-Dollar gestiegen und hat damit den höchsten Stand seit Ende Januar erreicht. Gleichzeitig legt sich Matt Hougan, Chief Investment Officer des Krypto-Vermögensverwalters Bitwise, ungewöhnlich deutlich fest: Er hält den Krypto-Winter für beendet und erwartet den stärksten und am längsten laufenden Bullenmarkt der bisherigen Krypto-Geschichte.
Warum der Bitwise-CIO jetzt vom Ende des Krypto-Winters spricht
Hougan erklärte am Montag gegenüber CNBC, der Krypto-Winter sei seiner Einschätzung nach vorbei. Er sprach von einem „Crypto Spring“ und sagte, er erwarte den „stärksten und am längsten laufenden Bullenmarkt“ in der Geschichte des Kryptomarktes. Doch was genau belegt die derzeitige positive Stimmung am Krypto-Markt
Zum einen haben sich institutionelle Kapitalströme zuletzt wieder verbessert. Daten von Farside Investors zeigen nach deutlichen Abflüssen Mitte September wieder positive Nettozuflüsse in die US-Spot-Bitcoin-ETFs.
Gleichzeitig kauft auch das Unternehmen Strategy weiter. Das Unternehmen meldete am Montag den Erwerb von weiteren 950 Bitcoin für rund 75,7 Millionen Dollar. Strategy hält damit inzwischen 846.000 BTC.
Noch interessanter ist allerdings, welche Nachrichten Bitcoin zuletzt abgeschüttelt hat. Innerhalb kurzer Zeit musste der Markt unter anderem eine Zinserhöhung der US-Notenbank sowie das Scheitern des Clarity Act im US-Senat verarbeiten.
Das lässt sich als Veränderung der Marktreaktion interpretieren: Schlechte Nachrichten erzeugen immer weniger nachhaltigen Verkaufsdruck, während positive Kapitalströme und Kaufimpulse stärker durchschlagen. Genau dieses Muster passt zu Hougans These.
Der Bitwise-CIO argumentiert schon länger, dass sich zwischen den Kursen und der tatsächlichen Entwicklung des Kryptosektors eine große Lücke aufgebaut habe. Bitwise verweist unter anderem darauf, dass die Ethereum-Transaktionsaktivität gegenüber dem Tief des vergangenen Zyklus ungefähr um den Faktor 13 gestiegen sei, der in DeFi gebundene Wert mehr als 60 Prozent höher liege und sich das Stablecoin-Volumen ungefähr verdoppelt habe.
Die These dahinter: Während die Kurse über Monate unter Druck standen, entwickelte sich die Infrastruktur weiter. Sollte Kapital nun wieder verstärkt in den Markt zurückkehren, könnte der Markt beginnen, diese fundamentale Entwicklung nachzuholen.
Die Shorts könnten den Ausbruch über 86.000 Dollar selbst beschleunigen
Glassnode hatte bereits am Freitag darauf aufmerksam gemacht, dass sich zwischen ungefähr 83.000 und 86.000 Dollar über mehrere Wochen Short-Positionen angesammelt hatten. Steigt Bitcoin darüber geraten Short-Trader zunehmend unter Druck. Um ihre Positionen zu schließen, müssen sie Bitcoin beziehungsweise entsprechende Futures zurückkaufen. Dadurch entsteht zusätzliche Kaufnachfrage.
Dieser Mechanismus ist bereits sichtbar. Innerhalb von 24 Stunden wurden marktweit Short-Positionen im Umfang von mehr als 648 Millionen Dollar liquidiert. Bitcoin selbst gehörte zu den größten Treibern dieser Bewegung.
Ein sauberer Durchbruch über 86.000 Dollar könnte deshalb zusätzliche Zwangskäufe auslösen und die Bewegung noch einmal beschleunigen.
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