Bitcoin setzt seine Erholung mit enormem Tempo fort. Der Bitcoin-Kurs steigt aktuell um rund 4,5 Prozent, hat die Marke von 84.000 Dollar attackiert beziehungsweise intraday überschritten und notiert zum Zeitpunkt der Erstellung wieder bei rund 83.800 Dollar. Entscheidend ist dabei nicht nur die Stärke des Anstiegs: BTC läuft ausgerechnet in eine Zone, in der zuletzt eine besonders hohe Konzentration potenzieller Short-Liquidationen lag.
Charttechnisch ist der Sprung ebenfalls relevant. Das September-Hoch lag bislang bei rund 82.200 Dollar, während eine aktuelle technische Analyse die Widerstände bei 83.155 und 84.041 Dollar verortete. Bitcoin arbeitet sich damit gerade durch die entscheidende Barriere der vergangenen Wochen.
Gleichzeitig sprechen mehrere Faktoren dafür, dass der Anstieg nicht auf einen einzelnen Auslöser zurückzuführen ist. Short-Liquidationen, neue ETF-Zuflüsse, ein freundlicheres Umfeld für Risikoanlagen und neue regulatorische Entwicklungen in den USA treffen derzeit auf einen technisch ohnehin angespannten Markt.
Warum der Bitcoin-Kurs gerade so stark beschleunigt
Einer der wichtigsten kurzfristigen Faktoren ist offenbar ein Short-Squeeze. CoinDesk führt bereits einen Teil der jüngsten Bitcoin-Erholung auf die Auflösung bärisch positionierter Marktteilnehmer zurück. Besonders interessant ist dabei die Lage der Liquidität: Ein öffentlich dokumentierter Heatmap-Snapshot vom 18. September zeigte die stärkste Short-Liquiditätszone zwischen 84.000 und 85.000 Dollar. Genau diese Zone greift Bitcoin jetzt an.

Das ist wichtig, weil Liquidationen einen Anstieg kurzfristig stark verstärken können. Steigt BTC bis an die Liquidationspreise stark gehebelter Short-Positionen, müssen diese Positionen zwangsweise geschlossen werden. Dazu werden Bitcoins beziehungsweise entsprechende Futures zurückgekauft. Dieser zusätzliche Kaufdruck kann weitere Liquidationen auslösen und eine Kettenreaktion erzeugen.
Zusätzlich kommt wieder institutionelle Nachfrage über die amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs hinzu. Nach Daten von Farside Investors verzeichneten diese am 17. September Nettozuflüsse von 159,5 Millionen Dollar und am 18. September weitere 324,6 Millionen Dollar. Innerhalb von zwei Handelstagen ergibt das rund 484 Millionen Dollar Nettozufluss.
Damit trifft der Short-Squeeze auf echte Nachfrage vom Spotmarkt. Genau diese Kombination ist für die Stabilität der Rallye wesentlich interessanter als eine Bewegung, die ausschließlich durch gehebelte Futures ausgelöst wird.
Auch das makroökonomische Umfeld hilft. Asiatische Aktien und US-Aktienfutures reagierten am Montag positiv auf Fortschritte bei den Gesprächen zwischen den USA und China. Gleichzeitig fiel der Ölpreis um etwa zwei Prozent, was kurzfristig einen Teil der Inflationssorgen aus dem Markt nahm. Bitcoin bewegt sich damit gemeinsam mit anderen Risikoanlagen nach oben.
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