Bitcoin beschleunigt seine Erholung massiv. Nach dem Durchbruch über 84.000 Dollar wird BTC zum Zeitpunkt der Aktualisierung bereits bei rund 84.400 Dollar gehandelt. Damit hat der Kurs nicht nur das bisherige September-Hoch um 82.200 Dollar hinter sich gelassen, sondern erreicht jetzt genau jene Zone, in der sich zuletzt besonders viele Short-Liquidationen und potenzielles Angebot konzentrierten.
Gleichzeitig liefert die Blockchain einen wichtigen Hinweis darauf, warum der Anstieg derzeit auf weniger Widerstand treffen könnte: Der Rückgang der Bitcoin-Bestände langfristiger Halter hat sich innerhalb weniger Wochen nahezu verfünffacht verlangsamt.
Für Bitcoin entscheidet sich deshalb jetzt viel zwischen 85.000 und rund 85.600 Dollar. Genau hier treffen der laufende Short-Squeeze, die Kostenbasis institutioneller ETF-Anleger und eine große historische Angebotszone aufeinander.
Warum Bitcoin jetzt über 84.000 Dollar hinaus beschleunigt
Die aktuelle Rallye hat mehrere Treiber gleichzeitig. Bitcoin hatte zunächst die psychologisch wichtige Marke von 80.000 Dollar zurückerobert und anschließend den bisherigen Widerstand um 82.200 Dollar durchbrochen. Seitdem hat sich der Anstieg bis auf rund 84.850 Dollar beschleunigt.
Ein Grund dafür liegt im Derivatemarkt. Bereits vor dem Ausbruch zeigte sich zwischen ungefähr 83.000 und 86.000 Dollar eine ungewöhnlich hohe Konzentration potenzieller Short-Liquidationen. Aktuelle, auf Coinglass-Daten basierende Angaben zeigen: Oberhalb von 84.818 Dollar lag die kumulierte Liquidationsintensität von Short-Positionen bei rund 986 Millionen Dollar. Das bedeutet nicht, dass dieser Betrag automatisch vollständig liquidiert wird. Die Zahl zeigt jedoch, wie stark gehebelte Short-Positionen in dieser Region unter Druck geraten können.
Dazu kommt echte Nachfrage über den Spotmarkt. Die US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten laut den inzwischen aktualisierten Daten von Farside Investors am 17. September Nettozuflüsse von 159,5 Millionen Dollar. Am 18. September kamen sogar 433 Millionen Dollar hinzu.
Damit flossen innerhalb von nur zwei Handelstagen netto rund 592,5 Millionen Dollar in die Bitcoin-ETFs. Besonders Fidelitys FBTC verzeichnete am 18. September mit 310,7 Millionen Dollar starke Zuflüsse, während BlackRocks IBIT weitere 108,4 Millionen Dollar anzog.
Die Rallye wird damit nicht ausschließlich von gehebelten Positionen getragen.
Dieses Signal der Langzeit-Halter wird jetzt noch wichtiger
Genau in diesen Ausbruch hinein verändert sich auch das Verhalten langfristiger Bitcoin-Halter.
Am 20. September lagen ihre Bestände auf 30-Tage-Sicht noch 21.700 BTC niedriger. Eine Woche zuvor betrug der Rückgang 47.800 BTC. Ende August waren es sogar 105.900 BTC. Der negative Bestandswechsel hat sich damit gegenüber Ende August nahezu verfünffacht verlangsamt.
Das ist für die aktuelle Rallye relevant: Während Bitcoin nach oben ausbricht, geraten deutlich weniger ältere Coins in Bewegung als noch vor wenigen Wochen.
Allerdings bedeutet ein Rückgang der Long-Term-Holder-Bestände nicht automatisch, dass sämtliche Bitcoin tatsächlich verkauft werden. Die Kennzahl zeigt zunächst nur, dass Coins die entsprechende Haltergruppe verlassen beziehungsweise wieder bewegt werden. Dahinter können Verkäufe, Börsentransfers oder Verschiebungen zwischen Wallets stehen.
Noch interessanter wird die Situation durch den sogenannten LTH-SOPR. In der Woche bis zum 20. September stieg Bitcoin laut Axel Adler Jr. von rund 76.800 auf 81.200 Dollar. Gleichzeitig fiel der LTH-SOPR von 1,096 auf 0,994.
Ein Wert unter 1 zeigt, dass die in diesem Zeitraum bewegten Coins langfristiger Halter im Durchschnitt leicht unter ihrem ursprünglichen Kaufpreis transferiert wurden.
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