Ein Krypto-Analyst sorgt mit einer neuen Prognose für Gesprächsstoff: Er erwartet für Bitcoin und Ethereum im weiteren Jahresverlauf 2026 erst noch deutliche Rücksetzer, bevor sich das Blatt zum Jahresende wieder wenden könnte. Seine Einschätzung verbindet konkrete Kursmarken mit typischen Marktreaktionen und einem Blick auf wichtige Makro-Themen, die Trader in den kommenden Monaten im Auge behalten dürften.
Q2 und Q3 2026: Erst Rücksetzer, dann „Cycle Bottom“ bei Bitcoin?
Am 16. Mai veröffentlichte der Trader Aralez auf X eine Übersicht mit Preiszielen für 2026. Für das zweite Quartal, also vor allem Mai und Juni, rechnet er mit einem kräftigen Dämpfer: Bitcoin könnte seiner Meinung nach bis in den Bereich um 58.000 US-Dollar fallen. Für Ethereum nennt er ein mögliches Ziel von 1.700 US-Dollar.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lagen beide Coins deutlich darüber. Ein Rückgang auf 58.000 Dollar würde bei Bitcoin grob einer Korrektur von rund einem Viertel entsprechen, bei Ethereum wären es in Richtung 1.700 Dollar knapp ein Fünftel. Aralez verbindet diese mögliche Abwärtsphase mit einem Umfeld, in dem die Stimmung kippt: Er spricht von zunehmendem Panic Selling, also Verkäufen aus Angst, wenn Kurse schnell nachgeben.
Interessant ist auch der Blick über den Krypto-Tellerrand: Der Analyst erwartet gleichzeitig Schwäche an den klassischen Märkten und sieht den S&P 500 in diesem Szenario ebenfalls unter Druck. Die Botschaft dahinter ist klar: Wenn Anleger Risiko meiden, trifft es Aktien und Krypto oft gleichzeitig.
Für das dritte Quartal setzt Aralez dann einen anderen Akzent. Er hält es für möglich, dass Bitcoin in dieser Phase sein finales Zyklus-Tief erreicht. In solchen Momenten, so die These, könnten größere Investoren („Whales“) wieder still und leise anfangen zu kaufen. Gleichzeitig warnt er vor einer Stimmung, die besonders schlecht werden könnte: viel Skepsis, viel Misstrauen, wenig Optimismus, selbst wenn sich der Markt im Hintergrund bereits stabilisiert.
Als potenziellen Auslöser für zusätzliche Turbulenzen nennt er außerdem die Diskussion um die Fed-Führung: Jerome Powell soll abtreten, Kevin Warsh werde als möglicher Nachfolger gehandelt. Ob und wann das genau so kommt, ist offen, aber der Analyst ordnet das Thema als Faktor ein, der die Märkte nervös machen kann.
Q4 2026: Neue Aufwärtswelle Richtung 90.000 bis über 109.000 Dollar?
Für das vierte Quartal 2026 wird Aralez deutlich optimistischer. Er erwartet, dass Bitcoin wieder in „bullisches“ Terrain zurückkehrt und eine neue Aufwärtsbewegung startet. Als grobe Orientierungsmarken nennt er zunächst 90.000 US-Dollar, später sogar über 109.000 US-Dollar.
Sein positives Szenario hängt an zwei zentralen Punkten: Erstens rechnet er mit einer Welle an KI-Integrationen im Kryptosektor, die neue Fantasie und neue Nutzer bringen könnte. Zweitens stellt er in den Raum, dass in einem Krisenumfeld wieder Quantitative Easing (QE) startet, also zusätzliche Liquidität durch lockere Geldpolitik. Historisch profitieren Risiko-Anlagen oft, wenn viel frisches Geld ins System kommt, garantiert ist das aber nie.
Was Anleger aus der Prognose mitnehmen können
Die Kernaussage ist ein typisches „erst runter, dann rauf“-Szenario: In Q2 und eventuell Q3 sieht der Analyst die größere Gefahr eines Abverkaufs und einer besonders negativen Stimmung. Ab Q4 erwartet er dagegen eine Trendwende mit neuen Narrativen, mehr Aktivität und steigenden Kursen.
Wichtig bleibt: Solche Kursziele sind keine Gewissheit, sondern eine mögliche Route. Wer sich daran orientiert, sollte vor allem die genannten Einflussfaktoren beobachten: Risiko-Stimmung an den Aktienmärkten, Signale der US-Notenbank und die Frage, ob der KI-Hype tatsächlich neue Nachfrage in den Kryptomarkt spült.