Ethereum steht erneut unter Druck, doch ausgerechnet in diese Schwäche hinein taucht ein auffälliger Großkauf auf. On-Chain-Daten deuten darauf hin, dass BitMine Immersion Technologies rund 89.026 ETH im Wert von etwa 197,64 Millionen Dollar eingesammelt haben könnte. Für Anleger wird damit eine Zone besonders wichtig: Fällt ETH weiter Richtung 2.100 Dollar, entscheidet sich dort, ob der Rücksetzer nur eine Bereinigung bleibt oder in echten Verkaufsdruck kippt.
Die Transaktionen wurden vom On-Chain-Tracker Lookonchain gemeldet. Demnach flossen die Ethereum-Bestände über vier neu erstellte Wallets, die kurz vor den Transfers angelegt wurden. Die ETH kamen von den großen Handelsplätzen Kraken und FalconX. Auffällig ist nicht nur die Summe, sondern auch das Timing: Der Kauf erfolgte, während Ethereum wichtige Preisbereiche verloren hat und der Markt wieder nervöser wird.
It seems that Tom Lee(@fundstrat)'s #Bitmine just bought another 89,026 $ETH($197.64M).
— Lookonchain (@lookonchain) May 16, 2026
4 newly created wallets likely linked to #Bitmine just received 89,026 $ETH($197.64M) from #Kraken and #FalconX.https://t.co/5A5x40khrXhttps://t.co/RSqiJwr40khttps://t.co/svO7vLv2Qd… pic.twitter.com/LaxcX9N5B8
Warum dieser Kauf genau jetzt auffällt
BitMine, das von Tom Lee geleitet wird, baut seit Monaten eine der aggressivsten Ethereum-Treasury-Strategien im Markt auf. Der mutmaßliche neue Kauf passt in dieses Bild. Laut den gemeldeten Daten gingen unter anderem 25.000 ETH von Kraken, mehrere Pakete über 15.000 ETH von FalconX sowie ein weiterer Kraken-Transfer über rund 19.026 ETH an die neuen Wallets.
Solche Bewegungen sind für den Markt deshalb relevant, weil sie zeigen, dass große Akteure die aktuelle Schwäche nicht zwingend als Warnsignal, sondern möglicherweise als Einstiegszone betrachten. Für Privatanleger ist das aber kein Freifahrtschein. Große Treasury-Käufe können Vertrauen schaffen, ändern aber nicht automatisch die kurzfristige Chartlage. Genau hier liegt der Konflikt: Während starke Käufer einsammeln, kämpft ETH gleichzeitig mit einem angeschlagenen Kursbild.
BitMine hatte seine Ethereum-Käufe zuletzt bereits verlangsamt. In der Woche bis zum 11. Mai kaufte das Unternehmen 26.659 ETH für rund 63 Millionen Dollar, deutlich weniger als im bisherigen Durchschnitt. Tom Lee erklärte, BitMine nähere sich seinem langfristigen Ziel, 5 Prozent des gesamten Ethereum-Angebots zu halten. Der neue On-Chain-Hinweis zeigt nun: Auch bei reduziertem Tempo bleibt die Akkumulation offenbar ein zentrales Thema.
Diese 2.100-Dollar-Zone entscheidet jetzt über die Stimmung
Ethereum hat die Marke von 2.300 Dollar verloren. Damit rückt nun 2.100 Dollar stärker in den Fokus. Hält dieser Bereich, könnte der Markt den Rücksetzer als kontrollierte Korrektur werten. Dann würden Käufe großer Adressen wie BitMine oder langfristiger Ethereum-Investoren mehr Gewicht bekommen und eine Erholung stützen.
Bricht ETH jedoch auch diese Zone klar nach unten, dürfte sich die Stimmung verschärfen. Dann wäre der institutionelle Kauf nicht mehr nur ein Zeichen von Vertrauen, sondern stünde im direkten Gegensatz zu einem Markt, der technisch weiter Druck aufbaut. Für Anleger zählt deshalb nicht allein, wer kauft, sondern ob der Kurs diese Nachfrage auch sichtbar verteidigen kann.
BitMine selbst sitzt bereits auf gewaltigen Ethereum-Beständen. In einem Update vom 11. Mai meldete das Unternehmen 5,206 Millionen ETH, dazu 201 BTC, 775 Millionen Dollar Cash sowie weitere Vermögenswerte. Besonders wichtig: Rund 4,71 Millionen ETH sollen gestaked sein. Daraus entstehen laufende Einnahmen, die BitMine mit annualisierten Staking-Erträgen von 319 Millionen Dollar beziffert. Das macht die Strategie nicht nur zu einer Kurswette, sondern auch zu einem laufenden Ertragsmodell.
Auch ein Ethereum-OG kauft den Rücksetzer
Nicht nur BitMine nutzt die Schwäche. Laut Lookonchain ist auch eine frühe Ethereum-Adresse zurück am Markt. Diese Wallet hatte vor rund zehn Jahren 11.005 ETH zu einem Preis von nur 3,46 Dollar pro Stück erhalten. Später wurden diese Bestände für 30,56 Millionen USDC bei einem Preis von 2.777 Dollar verkauft. Der Gewinn lag bei rund 30,5 Millionen Dollar, was einem etwa 803-fachen Return entsprach.
As the market drops, an #EthereumOG who made $30.5M(803x return) is buying the dip on $ETH!
— Lookonchain (@lookonchain) May 16, 2026
10 years ago, this OG received 11,005 $ETH from ShapeShift at just $3.46 each.
Over a year ago, he sold them for 30.56M $USDC at $2,777, making $30.5M in profit – an 803x return.
Today,… pic.twitter.com/4N2o9qNpvd
Nun hat dieselbe Adresse wieder gekauft: 1.951 ETH für 4,26 Millionen USDC, zu einem Durchschnittspreis von etwa 2.182 Dollar. Das ist kein riesiger Kauf im Vergleich zu BitMine, aber psychologisch interessant. Eine Adresse, die den Marktzyklus extrem erfolgreich gespielt hat, steigt ausgerechnet in der aktuellen Schwäche wieder ein.
Genau deshalb wird Ethereum jetzt zur Bewährungsprobe. Die Käufer sind da, die On-Chain-Signale wirken stark, doch der Kurs muss liefern. Solange ETH die Zone um 2.100 Dollar verteidigt, bleibt die Chance auf eine Erholung intakt. Wird diese Linie aber gebrochen, könnte aus der aktuellen Schwäche schnell ein echter Abverkauf werden. Jetzt zählt nicht mehr, wer nachkauft, sondern ob Ethereum diesen Bereich halten kann.