Bitcoin schoss am Dienstag plötzlich in Richtung 83.000 Dollar, doch hinter der Erholung steckt offenbar weniger Kaufkraft als zunächst vermutet. Neue Daten von CryptoQuant deuten darauf hin, dass vor allem der Derivatemarkt die Kursbewegung ausgelöst hat. Trader, die auf fallende Bitcoin-Preise gesetzt hatten, mussten ihre Positionen schließen und verstärkten dadurch kurzfristig den Aufwärtsdruck.
Das Wichtigste in Kürze
- Derivate treiben Bitcoin: Der jüngste Kurssprung auf rund 83.000 Dollar wurde laut CryptoQuant hauptsächlich durch liquidierte Short-Positionen ausgelöst.
- Echte Käufer fehlen noch: Der Coinbase Premium bleibt negativ. Das deutet darauf hin, dass die US-Spotnachfrage den Anstieg nicht überzeugend unterstützt.
- 84.000 Dollar als Schlüsselmarke: Dort liegt die durchschnittliche Kostenbasis vieler kurzfristiger Anleger. Ein Ausbruch könnte die Erholung stärken, ein erneutes Scheitern Verkaufsdruck auslösen.
Das Problem: Solche Rallyes können schnell wieder verpuffen, wenn anschließend echte Käufer fehlen.
Bitcoin steigt durch Short-Liquidationen: Was hinter dem Kurssprung steckt
CryptoQuant beobachtet im Oktober ein wiederkehrendes Muster. Immer wieder kam es zu plötzlichen Kurssprüngen, bei denen zahlreiche Short-Positionen liquidiert wurden. Häufig folgte anschließend eine erneute Korrektur. Auch am 20. Oktober deuteten die Derivatedaten auf eine ähnliche Entwicklung hin.
Während die Funding Rates zurückgingen, stieg das Open Interest. Das spricht dafür, dass zusätzliche gehebelte Positionen eröffnet wurden, darunter Wetten auf fallende Kurse.
Als Bitcoin anschließend stieg, gerieten Short-Trader unter Druck. Um ihre Positionen zu schließen, mussten sie Bitcoin zurückkaufen beziehungsweise entsprechende Kontrakte glattstellen. Dadurch verstärkte sich der Kursanstieg.
Die Erholung entstand somit offenbar zu einem erheblichen Teil durch erzwungene Positionsschließungen und nicht durch eine breite Welle neuer Spot-Käufe. Bei rund 83.000 Dollar kehrte der Verkaufsdruck zurück.
Coinbase Premium bleibt negativ: Warum echte Käufer entscheidend sind
Besonders aufschlussreich ist der Coinbase Premium Index. Dieser misst den Preisunterschied zwischen Bitcoin auf Coinbase und einer Vergleichsbörse.
Ein positiver Wert kann auf stärkere relative Nachfrage amerikanischer Anleger hindeuten. Doch seit dem 7. Oktober liegt der Indikator laut CryptoQuant überwiegend deutlich unter null.
Selbst während des jüngsten Kurssprungs auf 83.000 Dollar gelang keine überzeugende Rückkehr in den positiven Bereich. Das ist ein wichtiger Unterschied: Ein Short Squeeze kann Bitcoin innerhalb kurzer Zeit stark steigen lassen. Für eine nachhaltige Rally braucht es jedoch Käufer, die BTC tatsächlich am Spotmarkt erwerben und halten wollen.
Die jüngsten Bitcoin-ETF-Zuflüsse liefern zwar einen ersten positiven Hinweis. Eine dauerhaft stärkere Spotnachfrage bestätigen sie allein noch nicht.
Warum 84.000 Dollar zur entscheidenden Hürde werden
Der nächste wichtige Widerstand liegt laut CryptoQuant bei rund 84.000 Dollar.
Dort befindet sich die durchschnittliche Kostenbasis vieler Bitcoin-Anleger, die ihre Coins vor einer Woche bis einem Monat gekauft haben.
Nach der jüngsten Korrektur könnten diese Anleger versuchen, ihre Positionen beim Erreichen des Einstiegspreises ohne Verlust zu schließen.
Dazu passt der STH-SOPR, der sich der Marke von 1 angenähert hat. Er zeigt, dass kurzfristige Anleger ihre Coins zuletzt ungefähr zum Einstandspreis bewegten.
Für eine überzeugende Trendwende müssten deshalb drei Entwicklungen zusammenkommen: Bitcoin müsste 84.000 Dollar nachhaltig überwinden, der Coinbase Premium ins Positive drehen und die Nachfrage über einzelne Liquidationswellen hinaus anhalten.
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