Während Bitcoin bei rund 82.000 Dollar um eine nachhaltige Erholung kämpft, kommt ausgerechnet von einem der größten US-Bankenhäuser ein bemerkenswert bullisches Signal. J.P. Morgan Asset Management hat Bitcoin erstmals in seine langfristigen Kapitalmarktprognosen aufgenommen und erwartet für die Kryptowährung höhere durchschnittliche Renditen als für Gold und große US-Aktien.
Das Wichtigste in Kürze
- Historischer Schritt: J.P. Morgan Asset Management nimmt Bitcoin erstmals in seine langfristigen Renditeprognosen auf.
- Bitcoin vor Gold und Aktien: Die Bank kalkuliert für BTC mit 10 Prozent jährlicher Rendite über 10 bis 15 Jahre, gegenüber 7,5 Prozent bei großen US-Aktien und 5,5 Prozent bei Gold.
- Hohe Chancen, enorme Risiken: JPMorgan erwartet zugleich eine jährliche Bitcoin-Volatilität von 55 Prozent.
Damit erhält Bitcoin eine neue Form institutioneller Anerkennung. Doch hinter den Zahlen steckt eine wichtige Einschränkung.
JPMorgan erwartet für Bitcoin höhere Renditen als für Gold
In seinen „2027 Long-Term Capital Market Assumptions“ blickt J.P. Morgan Asset Management auf die kommenden 10 bis 15 Jahre.
Die Modellrechnung unterstellt für Bitcoin eine geometrische Jahresrendite von 10 Prozent. Große US-Aktien kommen auf 7,5 Prozent, amerikanische Immobilienaktien auf 8,2 Prozent und Gold auf 5,5 Prozent.
Was bedeutet das konkret? Bei konstanten 10 Prozent jährlichem Wertzuwachs würde sich ein Investment über zehn Jahre rechnerisch auf etwa das 2,6-Fache erhöhen.
Aus einem angenommenen Bitcoin-Kurs von 82.000 Dollar würden so rund 213.000 Dollar. Über 15 Jahre entspräche dieselbe Rechnung etwa 342.000 Dollar.
Das sind mathematische Beispiele, keine offiziellen Bitcoin-Kursziele von JPMorgan.
Warum 20,9 Prozent nicht gleich 20,9 Prozent Rendite sind
Besonders interessant ist eine zweite Zahl: JPMorgan nennt für Bitcoin eine arithmetische jährliche Durchschnittsrendite von 20,9 Prozent. Diese darf nicht mit der erwarteten langfristigen Wachstumsrate von 10 Prozent verwechselt werden.
Der Grund liegt in der enormen Volatilität von 55 Prozent. Verliert ein Investment beispielsweise 50 Prozent, muss es anschließend um 100 Prozent steigen, um lediglich seinen Ausgangswert zu erreichen.
Große Kursschwankungen können das langfristige Kapitalwachstum deshalb erheblich reduzieren.
JPMorgan berücksichtigt Bitcoin zwar erstmals in seinen Prognosen, integriert die Kryptowährung wegen instabiler Korrelationen jedoch noch nicht vollständig in seine zentralen Portfoliomodelle.
Warum die neue Bitcoin-Prognose trotzdem ein Wendepunkt ist
Bitwise-Investmentchef Matt Hougan hebt besonders hervor, dass Bitcoin in der Renditeerwartung vor traditionellen Anlageklassen liegt.
Der eigentliche Fortschritt besteht jedoch darin, dass ein etabliertes Investmenthaus Bitcoin überhaupt systematisch mit Aktien, Gold und Immobilien vergleicht.
Das könnte die Diskussion institutioneller Anleger über langfristige Bitcoin-Allokationen verändern. Kurzfristig bleibt entscheidend, ob sich die Nachfrage am Markt verbessert. Bitcoin müsste zunächst die Unterstützung um 80.000 Dollar verteidigen und anschließend den Widerstand bei 85.000 Dollar überwinden.
JPMorgans Prognose liefert keinen Beweis für eine bevorstehende Rallye. Sie zeigt aber, dass Bitcoin selbst in traditionellen Kapitalmarktmodellen inzwischen als Anlageklasse mit außergewöhnlichem langfristigem Renditepotenzial betrachtet wird.
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