Bei XRP baut sich ein gefährliches Ungleichgewicht auf. Während der Kurs nach einem Rückgang von rund 15 Prozent um 1,30 Dollar kämpft, zeigen neue CryptoQuant-Daten außergewöhnlich hohe Börsenreserven. Gleichzeitig werden gehebelte Positionen massiv abgebaut und große Investoren handeln weniger aktiv. Damit wächst die Sorge, dass eine mögliche Erholung an fehlender Nachfrage scheitert.
Das Wichtigste in Kürze
- 11,81 Milliarden XRP auf Börsen: Laut CryptoQuant erreichen die erfassten Reserven das 99. Perzentil der vergangenen zwölf Monate.
- Massiver Hebelabbau: Das Open Interest auf Binance sank seit dem 4. Oktober um 15,8 Prozent auf 453 Millionen Dollar.
- Millionen liquidiert: Allein am 7. und 8. Oktober wurden Long-Positionen im Wert von 25,7 Millionen Dollar liquidiert.
- Wale werden inaktiver: Das Handelsvolumen großer Transaktionen fiel innerhalb einer Woche um 44 Prozent.
- Kritische Kurszone: XRP kämpft um 1,30 Dollar. Ein nachhaltiger Bruch könnte weitere Verkäufe auslösen.
Besonders brisant: Die Zahl der auf Krypto-Börsen gehaltenen XRP befindet sich innerhalb der untersuchten Datenreihe nahe dem Jahreshöchststand.
11,81 Milliarden XRP auf Börsen: Warum die Reserven jetzt Sorgen machen
Laut einer aktuellen CryptoQuant-Analyse lagen die erfassten XRP-Börsenreserven am 17. Oktober bei 11,81 Milliarden Token. Das entspricht dem 99. Perzentil der vergangenen 365 Tage. Nur an rund einem Prozent der beobachteten Tage wurden vergleichbar hohe oder höhere Werte gemessen.

Beim Referenzkurs von 1,30 Dollar entspricht diese Menge rechnerisch etwa 15,4 Milliarden Dollar. Doch nicht alle Börsen entwickeln sich gleich. Binance hält laut Analyse rund 2,67 Milliarden XRP und liegt damit lediglich im 30. Perzentil seiner eigenen Jahreswerte.
Die außergewöhnlich hohen Gesamtbestände scheinen sich folglich stärker auf andere Handelsplattformen zu konzentrieren. Wichtig: Hohe Börsenreserven bedeuten nicht automatisch Verkaufsabsichten. Auch Absicherungsgeschäfte, Sicherheiten und interne Transfers können die Bestände beeinflussen.
XRP verliert 15 Prozent: 25,7 Millionen Dollar an Long-Positionen liquidiert
Parallel zu den steigenden Reserven hat sich der Derivatemarkt deutlich abgekühlt. Das Open Interest auf Binance fiel zwischen dem 4. und 17. Oktober von 538,1 auf 453 Millionen Dollar.
Gleichzeitig sank die geschätzte Leverage Ratio von 0,205 auf 0,170. Besonders schmerzhaft waren der 7. und 8. Oktober: Innerhalb dieser beiden Tage wurden Long-Positionen im Umfang von 25,7 Millionen Dollar liquidiert.
Auch die Funding Rates waren an sechs der vergangenen elf Tage negativ. Diese Kombination spricht dafür, dass übermäßig gehebelte Long-Positionen abgebaut wurden. Das kann zukünftige Liquidationsrisiken reduzieren. Allerdings garantiert ein bereinigter Derivatemarkt keine steigenden Kurse.
XRP bei 1,30 Dollar: Was jetzt über Erholung oder neuen Absturz entscheidet
Ein zusätzliches Warnsignal liefert die Wal-Aktivität. Laut CryptoQuant ging das Transaktionsvolumen großer Anleger innerhalb einer Woche um 44 Prozent zurück. Die transferierte Token-Menge sank um 37 Prozent.
Damit lässt die Aktivität großer Marktteilnehmer nach, während erhebliche XRP-Bestände auf Handelsplattformen liegen. Kurzfristig bleibt die Unterstützung zwischen 1,27 und 1,30 Dollar entscheidend. Hält sie und sinken gleichzeitig die Börsenreserven, könnte sich XRP stabilisieren. Ein Anstieg über 1,34 Dollar wäre ein erster konstruktiver Schritt. Oberhalb von 1,40 Dollar würde sich die technische Lage weiter verbessern.
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