Die Deutsche Bank will bereits in wenigen Wochen einen eigenen Verwahrservice für Bitcoin und Ethereum starten. Das bestätigte Gerald Podobnik, Co-Leiter des Firmenkundengeschäfts, gegenüber Reuters am 16. Oktober 2026. Noch bevor der Dienst offiziell verfügbar ist, plant die Bank bereits ihre internationale Expansion.
Das Wichtigste in Kürze
- Deutschlands größte Bank steigt ein: Die Deutsche Bank will in wenigen Wochen ihre erste Krypto-Verwahrplattform starten.
- Bitcoin und Ethereum: Zunächst sollen institutionelle Kunden die beiden Kryptowährungen sicher verwahren können.
- Expansion nach Asien: Bereits 2027 will das Geldhaus seinen Service auf asiatische Finanzzentren ausweiten.
- Weitere Krypto-Produkte: Stablecoins, tokenisierte Einlagen und digitale Wertpapiere stehen ebenfalls auf der Agenda.
- Noch kein offizieller Start: Die Inbetriebnahme bleibt von den regulatorischen Voraussetzungen abhängig.
Deutsche Bank öffnet institutionellen Anlegern den Zugang zu Bitcoin
Die neue Plattform soll zunächst in Deutschland eingeführt werden. Unternehmen, Vermögensverwalter, Hedgefonds und andere institutionelle Kunden können darüber künftig ausgewählte Kryptowährungen verwahren lassen.
Dabei übernimmt die Deutsche Bank die Verwaltung der digitalen Wallets und privaten Schlüssel. Kunden müssen damit keine eigene technische Infrastruktur für die sichere Verwahrung ihrer Kryptowährungen betreiben.
Zum Start sollen Bitcoin und Ethereum unterstützt werden. Die Bank nennt außerdem ausgewählte Stablecoins wie USDC, EURC und EURAU als Bestandteil ihres geplanten Angebots. Nach Angaben des Instituts umfasst das Sicherheitskonzept unter anderem hardwaregeschützte Schlüssel, getrennte Speicherumgebungen und mehrstufige Freigabeprozesse.
Ein konkreter Starttag wurde bislang nicht veröffentlicht.
Nach Bitcoin-Verwahrung folgt die Expansion nach Asien
Podobnik erklärte gegenüber Reuters, dass die Deutsche Bank ihre Verwahrplattform nach dem Start in Deutschland bereits 2027 auf asiatische Finanzzentren ausweiten möchte.
Der Einstieg ist Teil einer größeren Wachstumsstrategie. Bis 2028 strebt die Deutsche Bank im Firmenkundengeschäft ein durchschnittliches jährliches Wachstum von acht Prozent an. Neben der Krypto-Verwahrung plant das Institut weitere Blockchain-Dienstleistungen.
Dazu gehören tokenisierte Bankeinlagen und die Ausgabe digitaler Wertpapiere, beispielsweise blockchainbasierter Anleihen.
Was der Einstieg für Bitcoin bedeutet
Für den Kryptomarkt ist die Entscheidung ein weiterer Schritt zur Integration digitaler Vermögenswerte in das traditionelle Bankensystem. Institutionelle Anleger könnten künftig Bitcoin und Ethereum über die Infrastruktur einer etablierten europäischen Großbank verwahren.
Das könnte insbesondere für Unternehmen interessant sein, die bei digitalen Vermögenswerten auf regulierte Verwahrstrukturen angewiesen sind.
Allerdings bedeutet der bevorstehende Start nicht automatisch, dass die Deutsche Bank selbst größere Bitcoin-Bestände kaufen wird. Auch unmittelbare Auswirkungen auf den Bitcoin-Kurs lassen sich daraus nicht ableiten.
Die entscheidende Entwicklung ist vielmehr langfristig: Mit der Deutschen Bank bereitet sich eines der größten europäischen Finanzinstitute darauf vor, Bitcoin und Ethereum als regulären Bestandteil seiner institutionellen Dienstleistungen anzubieten.
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